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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Führt ein zu freier Markt zu Monopolen?

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Führt ein zu freier Markt zu Monopolen?


Chronologisch Thread 
  • From: Christian.Seiler <christian.seiler AT hotmail.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Führt ein zu freier Markt zu Monopolen?
  • Date: Wed, 2 May 2012 19:15:23 +0200
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>

Das ist relativ einfach zu sehen!

Nur ein natürliches Monopol führt zu einem Monopol (oder ein von institutioneller Seite zugewiesenes natürlich).

Nehmen wir an die gestiegenen Skalenerträge würden zu einer Verdrängung der Konkurrenz führen (das mag tatsächlich so sein - durch Technologie wird ein Preisvorsprung geschaffen oder ein Produkt wird verbessert). Zunächst einmal fährt das Unternehmen dann Pioniergewinne und Monopolrenten ein. Da diese Renten jedoch nicht auf einer natürlichen und unveränderlichen Gegebenheit beruhen, gibt es nun für alle anderen Teilnehmer des Marktes die Chance den technischen Vorsprung aufzuholen und die neue Technologie zu imitieren / Verbessern.
Da sie alle eine zusätzliche Rente einfahren würden, wenn sie ihr Produkt für günstiger anbieten als das etablierte Monopolprodukt, werden sie sich gegenseitig unterbieten und entweder einen Wettbewerbspreis (respektive Bertrandpreis) oder einen Stackelbergpreis oder einen Cournot Preis erreichen. Damit schafft sich das Monopol ab. Das ist die Triebfeder der marktwirtschaftlichen Innovationskraft und des sich selbst induzierenden Fortschritts.

Z.B. I-Phone.

Apple bringt ein I-Phone raus. Alle jubeln, alte Handys sind absolut gar nicht mehr gefragt (kann man mal Research in Motion und Nokia fragen). Nun hat Apple unglaubliche Pioniergewinne. Weil nun neue oder andere Firmen die Entwicklung beobachten versuchen sie die Apple Technologie zu imitieren. Sie bringen ähnliche Produkte raus (Z.B. Samsung). Apple antwortet und verbessert die Technologie des I Phones damit es wieder eine Monopolposition hat, Samsung zieht nach und will seinerseit Apple verdrängen.

Dann ist es ganz richtig das Oligopol nicht gleichbedeutend mit Kartell ist. Die meisten Oligopole sind ein Cournot oder Bertrand Wettbewerb. Kartelle sind ín sich selbst instabil, da man meistens Anreize hat sich selbst zu sabotieren. Kann man schön Spieltheoretisch zeigen. Natürlich gibt es immer raffinierte Methoden Monopole zu festigen. Bei Airlines z.B. Verdrängung vom Markt durch Verlustangebote auf Routen. Rabatt Aktionen als Warnung an die Konkurrenz. Apple mit seiner extremen Kundenbindung.

Am 02.05.2012 18:48, schrieb porcupine87:

@Aloa

Bei Ressourcen eher nicht (siehe Öl - Oligopole sind m.E. wie Monopole zu behandeln).
Hm, ein Oligopol ist kein Monopol. Oder ab wie vielen Konkurrenten die sich welchen Anteil am Markt aufteilen, spricht man von Oligopol? Haben zB. Canon und Nikon bei den Spiegelreflexkameras ein Oligopol? Zweitens handelt es sich bei der Rohstoffförderung ähnlich wie Patente um Kozession. Nur ein Unternehmen darf in einem bestimmten Bereich fördern, wobei das Land in Staatsbesitz ist, er also auch die Kozession vergibt.

@Daniel

Ich finde, die Tendenzen, die du schreibst (Skaleneffekt = Economics of Scale) treffen zu, nur kommt dabei kein echtes Monopol heraus. Kartellbildung ist natürlich ein Problem, jedoch sind diese in der Regel instabil. Also es gibt hier zB. die berühmten Antitrustgesetze der USA. In diesem Beitrag hier wird dies etwas karikariert. Also es ging zB. darum, dass es nur 2-3 große Cornfalkeshersteller(ingesamt 70% Marktanteil) gab und dann wurden sie irgendwie verklagt. Grund für Verurteilungen nach dem Gesetz waren in den Geschichte:
1. Mehrere große Anbieter haben den Preis längere Zeit unverändert belassen. Da muss ja was faul sein.
2. Ein großer Anbieter hat seine Preise gesenkt. Das wurde als zeichen gedeutet, dass er dadurch seine Konkurrenten ausschalten will und diese dann pleite gingen.
3. Ein großer Anbieter hat seine Preise erhöht und es war klar, dass dieser seine Monopolstellung anwendet und alle darunter leiden.
http://www.youtube.com/watch?v=mwH8unDcdMY

Also ich würde vermuten, das ist etwas willkürlich bzw. eher davon abhängig, wie viel Geld ein Konkurrent an die Politik spendet. Also egal was man macht, man kann verklagt werden. Man hat eigentlich nur noch die Wahl, Marktanteile herzugeben.

Wo haben wir im Bankenwesen denn ein Monopol. Diese agieren doch alle global und wie viele gibt es da auf der Welt? 200 Große?





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