ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft
Listenarchiv
Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Maßnahmenkatalog Sozialstaat, Grundfürsorge und Lohnnebenkosten
Chronologisch Thread
- From: "CAP (Christian)" <CAP AT news.piratenpartei.de>
- To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
- Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Maßnahmenkatalog Sozialstaat, Grundfürsorge und Lohnnebenkosten
- Date: Wed, 28 Dec 2011 11:27:31 +0000
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
- List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
- Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver
aloa5 schrieb:
Christian schrieb:Pack auf die 800 Euro noch den AG-Anteil und die LsSt drauf und setze das in Verhältnis zu den 280 Euro Mehrverdienst. Dann sieht Dein monetärer Grenzanreiz miserabel aus. Und es bleibt immer noch die Frage, wieviele Menschen hier aus der abhängigen Beschäftigung in die Selbstständigkeit gedrängt werden, wo keine LsSt, keine prozentuale Sozialabgabe und kein Mindestlohn die Arbeitgeberkosten hoch drücken.
Hallo Otmar,Voll Erwerbslose erhalten die 400 Euro. Wer arbeitet muss eine Anrechnung wie bei einer negESt von 60% des Lohnes hinnehmen. Das führt dazu das man ab etwa 700 Euro Lohn (700 x 60% = 420 Euro) kein Grundeinkommen mehr erhalten würde. Die Frage wäre allerdings ob man da vom Brutto- oder Nettolohn ausgeht. Geht man einmal von 680 Euro Nettolohn aus und 15% Abgaben wären das etwa 800 Euro Bruttolohn. Der Lohnabstand eines Verdieners gegenüber einem Grundeinkommensempfänger läge damit bei 280 Euro Netto.
mir ist einiges bei Deinem Vorschlag unklar:
1. Woran knüpfst Du tatsächlich den Bezug der 400 Euro Grundrente für Erwerbslose? Du schreibst von Erwerbslosen einerseits und Anrechnung von EInkommen andererseits.
'aloa5 schrieb:
Wir dürften wie auch heute einen nahezu nicht vorhandenen monetären Grenzanreiz im unteren Einkommensbereich haben.2. Wie verhalten sich 60% Anrechnungssatz, Einkommenssteuer und Sozialabgaben miteinander?Da bestehen keine Wechselwirkungen, da die Einkommensteuer aktuell bei o.g. 800 Euro Brutto keine Rolle spielt und der Sozialabgabensatz unverändert bleibt (niedriger als heute).
aloa5 schrieb:
Beide Abgaben/Steuern liegen zwischen AG-Kosten und zusätzlichem Nettoeinkommen des AN.3. Welche Wechselwirkungen haben 60% Anrechnungssatz und Lohnsummenausgleichssteuer miteinander?Würde mir spontan jetzt keine relevante Wechselwirkung einfallen. Es würde in der Gleitzone der Verrechnung eine etwas höhere LsSt anfallen als wenn man sich im Optimalbereich bewegen würde. Das drückt dann etwas die SV-Beiträge insgesamt, aber eher nicht übermäßig. Durch den Mindestlohn entfallen niedrigere Löhne, es betrifft also wenn, dann nur Teilzeitbeschäftigte.
aloa5 schrieb:
Ich gehe von Abgaben in Deinem Modell von ca. 70-80% zwischen AG-Kosten und zusätzlichem AN-Haushaltseinkommen aus. Das wird viele Jobs vernichten. Es wird viele Jobs in Subunternehmen verdrängen. Und vieles wird wohl recht teuer werden, was arbeitsintensiv ist.4. Wie wirkt sich die Arbeitskostenkurve im Verhältnis zur Nettoeinkommenskurve auf die Konkurrenzfähigkeit der verschiedenen Erwerbsformen und Berufe aus?Arbeitsintensive und Berufe niedriger qualifizierteren werden attraktiver während Exportorientierte Berufe der Hochqualifizierten möglicherweise weniger konkurrenzfähig werden. Das ist schwierig genau zu beziffern, da auch Auto- und Maschinenbauer beispielsweise Reinigungs-, Transport- und Leiharbeitskräfte beschäftigen (direkt oder bei Zulieferern) und damit von Kostensenkungen profitieren. Im Binnenmarkt werden sie auch weniger attraktiv, dem steht aber eine höhere Kaufkraft gegenüber. Es kann sein das dadurch Importe von High-Tech interessanter werden. Bei aktuellen Lohnquoten halte ich den Effekt aber für überschaubar. Bewegt sich im Bereich von 1-3% zusätzlicher Lohnkosten und wesentlich weniger Kosten insgesamt.
aloa5 schrieb:
Mindestlohn ist eine Marktzugangsbarriere.6. Wie wirkt sich das neue Konstrukt auf die Marktzugangsbarrieren des Erwerbsmarktes aus?Positiv.
- Mindestlohn,
- senken der Arbeitgeberkosten (schätzungsweise bis zu einem Bereich von 2500 Euro Brutto),
- mehr Anreiz für eine Aufnahme einer Teilzeitarbeit als aktuell,
- mehr (Binnen)Nachfrage durch höheres Nettogehalt
Senkung der AGkosten halte ich für nicht gegeben.
Anreize für Teilzeitbeschäftigung sehe ich monetär nicht.
Ich sehe auch keine Verbesserung des Nettogehaltes. Und ob es eine Verlagerung hin zu Einkommensschwachen Haushalten gibt, sehe ich noch nicht als bewiesen.
aloa5 schrieb:
Da wären wir wieder am Anfang aller langer Diskussion.7. Wie wirkt sich das neue Modell auf die Arbeitsbereitschaft im Übergang zur Erwerbsarbeit aus?Siehe wie vor.
Grüße
Otmar
LG
CAP
- [Ag-soziale_marktwirtschaft] Maßnahmenkatalog Sozialstaat, Grundfürsorge und Lohnnebenkosten, aloa5, 27.12.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Maßnahmenkatalog Sozialstaat, Grundfürsorge und Lohnnebenkosten, Schwan, 27.12.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Maßnahmenkatalog Sozialstaat, Grundfürsorge und Lohnnebenkosten, Schwan, 27.12.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Maßnahmenkatalog Sozialstaat, Grundfürsorge und Lohnnebenkosten, Günter Weller, 28.12.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Maßnahmenkatalog Sozialstaat, Grundfürsorge und Lohnnebenkosten, CAP (Christian), 28.12.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Maßnahmenkatalog Sozialstaat, Grundfürsorge und Lohnnebenkosten, aloa5, 28.12.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Maßnahmenkatalog Sozialstaat, Grundfürsorge und Lohnnebenkosten, CAP (Christian), 28.12.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Maßnahmenkatalog Sozialstaat, Grundfürsorge und Lohnnebenkosten, aloa5, 28.12.2011
Archiv bereitgestellt durch MHonArc 2.6.19.