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Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft
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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn - Versuch Konsensfindung und Positionspapier
Chronologisch Thread
- From: Klugscheißer <Klugschei%C3%9Fer AT news.piratenpartei.de>
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- Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn - Versuch Konsensfindung und Positionspapier
- Date: Tue, 15 Nov 2011 10:04:40 +0000
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Nehmen wir ein von mir ein wenig inszeniertes Beispiel,
das aber nichtsdestotrotz alles andere als unrealistisch ist.
Strukturschwache, ländliche Region.
Eine Landgaststätte in Familienbetrieb.
Man hat an 6 Tagen zwischen 10 Uhr und 24 Uhr geöffnet,
macht wöchentlich 84 Stunden. Von einer 40 Stundenwoche
können die meisten Familienmitglieder nur träumen.
Die Familie beschäftigt zusätzlich ein paar Frauen
in der Küche und als Bedienung, die damit das eigene, nicht sehr üppige
Haushaltseinkommen erhöhen und dadurch über der Grenze liegen,
die zum staatlichen Aufstocken führen würde. Am Land ist die Mentalität
stärker verbreitet, dass man sich sein, wenn auch bescheidenes Auskommen,
im Zweifelsfall eher selber verdienen sollte.
Die extern Beschäftigten bekommen unter der Hand noch Kost zum Lohn,
d.h. sie bekommen eine warme Mahlzeit und 2 Getränke frei.
Der Stundenlohn der extern Beschäftigten liegt unter dem, was als
Mindestlohn diskutiert wird, aber auch der Stundenlohn der
familiär Beschäftigten liegt eher darunter, aber es reicht,
da viele Hände am Haushaltseinkommen mitwirken und halt nicht nur
40 Stunden gearbeitet wird.
Das Publikum besteht, wie oft in solchen Landgaststätten- aus Bewohnern
der Region, die ein oder zwei Bier trinken und dann wieder nach Hause gehen
und ansonsten überwiegend aus Rentnern, die gelegentlich mal außerhalb essen gehen.
Bei der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns hat der Familienbetrieb
verschiedene Optionen, darauf zu reagieren:
1. Preise erhöhen. Folge: Einige Kunden bleiben weg, weil die neuen Preise ihr
Budget zu stark belasten würden oder sie kommen einfach seltener.
Vielleicht muss man dadurch einen oder zwei extern Beschäftigte kündigen,
die nun staatlich aufstocken müssen.
2. Man lässt die Preise auf dem bisherigen Niveau, verteilt die bestehende Arbeit
stattdessen noch mehr auf die Familienmitglieder und entlässt den einen oder
anderen Mitarbeiter, der dann aufstocken muss.
3. Man schließt das Geschäft, weil es sich nun überhaupt nicht mehr lohnt
und beantragt dauerhaft selbst staatliche Transfers, weil man nix anderes
gelernt hat als das, was man schon immer tat.
4. Usw.
Dass ein gesetzlicher Mindestlohn dauerhaft tatsächlich zu weniger Aufstockern führt,
ist nicht zwingend erwiesen, solange man sich nicht die mehrheitliche Struktur der
Unternehmen anschaut, die bisher geringere Löhne zahlen.
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn - Versuch Konsensfindung und Positionspapier, (fortgesetzt)
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn - Versuch Konsensfindung und Positionspapier, aloa5, 15.11.2011
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- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn - Versuch Konsensfindung und Positionspapier, aloa5, 15.11.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn - Versuch Konsensfindung und Positionspapier, Kellerkind, 15.11.2011
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