ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft
Listenarchiv
- From: aloa5 <piratenpartei AT t-online.de>
- To: "CAP (Christian)" <CAP AT news.piratenpartei.de>, ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
- Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Umsatzsteuer
- Date: Thu, 20 Oct 2011 08:33:10 +0200
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
- List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
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CAP (Christian) schrieb:
Denk das noch mal, was ich geschrieben habe ;) Erklär mir mal, wo Du sonst nachhaltige reale Rendite als durch den realen Konsum getrieben her bekommen willst! Kurzfristig kannst Du mit Erwartungen Geld verdienen, aber nicht langfristig, denn alles wirtschaften hat doch schlußendlich den zweck der bedürfnisbefriedigung. und dabei ist es völlig egal, ob das kapital fk oder ek eigenschaften hat.
Wo ich den "her bekommen will" ist m.E. egal.
Auch Dein "kurzfristig...langfristig" (die fehlende Nachhaltigkeit der Geldwirtschaft) spielt doch keine Rolle.
Es ist der Realität absolut egal wie Du meinst das es richtig so ist bzw. das es nicht anders funktionieren kann. Daher bringt Dich das versteifen darauf nicht weiter.
Noch einmal daher:
- Natürlich kann nur der reale Konsum (bestehend aus privaten Ausgaben und Investitionen) eine Rendite bzw. auch eine positive Renditeerwartung erzeugen. Diese Aussage bedeutet aber noch *nicht*, das diese auch zwingend vorhanden sein muss. Es kann *Konsum* vorhanden sein. Doch was ist beispielsweise wenn die Bedingungen dazu führen das die Gewinne der Kapitalbesitzer (=Sparer) schwinden? Dann hast Du zwar Konsum aber *trotzdem* keine Rendite. Vulgo: Konsum ist zwar die Vorbedingung für Rendite, sagt aber nicht zwingend etwas über deren Existenz oder Höhe aus.
- Natürlich kann man nur kurzfristig Geld mit Geld verdienen. Die Folgen wenn dieses "kurzfristig" zu Ende ist haben wir aktuell vor uns. Die Erkenntniss dessen hat jedoch noch nie vor der nächsten Blase deren Entstehung verhindert.
Um einmal ein Beispiel zu nennen was eine Rahmenbedingung verändernde Größe sein kann. In den 80ern haben offenbar in den USA gesetzl. Veränderungen dazu geführt das vermehrt auf kakpitalgedeckte Vorsorge umgestellt wurde. Schulmeister hat diesen Punkt auf seiner "längerfristigen Herleitung" der Großkrise.
Stelle Dir nun eine Umstellung in Deutschland über 10 Jahre vor. Pro Jahr entstünde so ein planbarer und geplanter Zuwachs auf Börsen und Finanzmärkten generell um etwa 20 Mrd Euro. Die Gewinnerwartungen durch Bewertungsgewinne wären auf Jahre hinaus blendend, während der reale Konsum auf Jahre hinaus etwas geschmälert und Renditen zurückgehen würden.
Wo würden nun Sparer Ihre Gelder Anlegen? Im Ausland, in Gold, vielleicht noch in Aktien... aber eher von exportorientierten Unternehmen. Investitionen im Inland (=Konsum) durch Firmen würde es nicht mehr aufgrund der Binnennachfrage geben - die ginge ja eher zurück.
Die Kunst den status quo zu verändern, so das mehr konsumiert und auch mehr investiert wird ist schon schwierig zu beherrschen. Man könnte Schröders HartzIV durch sinkendes Lohnniveau als solch ein Mittel ansehen. Sinkende Löhne = höhere Gewinne.... nur zu mehr Investitionen hat es nicht geführt. Zumindest nicht auf bzw. für den Binnenmarkt, aber im Export (hat zusammen mit dem Euro m.E. funktioniert). Wir haben ja zugleich das Problem das die Renditen global verglichen werden. Bei der Betrachtung des grundsätzlichen Mechanismus geht man regelmäßig von einem Land, einer Volkswirtschaft aus. Alleine darauf ein Mittel aufzubauen wird nicht funktionieren wenn man nicht beachtet das Kapital global wandert.
Und da kommt man an einen Punkt an welchem auch vielleicht Subventionen und Abschreibungsmöglichkeiten (diese üblen, teuflischen, abgrundtief verhassten Steuersparmodelle) eine Berechtigung haben könnten indem sie über Steuer-Spar-Anreize Geld im Inland halten durch künstlich erzeugte (und m.E. auch fast Konsumunabhängige) Renditen. Auch eine verringerung der Sparquote durch Steuern kommt in Betracht.
Aufwärtstrends im Konsum z.B. über Lohnhöhen o.ä. macht man über einen gewissen Zeitraum oder auch nur einmalig. Beispielsweise indem man Mindestlöhne einführt und immer weiter nachdrückt, das bringt ggfs. (vor allem am Anfang) mehr Konsum und weniger Sparquote, schmälert aber ggfs. gegenläufig Renditen, was mit zunehmender Höhe an Bedeutung gewinnt wenn man aufgrund globalisierter Löhne/Preise und Renditen nicht mehr nachdrücken kann und Investitionen zurückgehen.
Irgendwann hat man also Beides nicht mehr - weder Konsumzuwachs noch (per Saldo) eine Sparquote.
Und nachdem ich inzwischen drei Mal länger unterbrechen musste habe ich vergessen was ich eigentlich sagen wollte. *lacht*
Egal
Grüße
Otmar
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Umsatzsteuer, (fortgesetzt)
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Umsatzsteuer, CAP (Christian), 18.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Umsatzsteuer, aloa5, 19.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Umsatzsteuer, CAP (Christian), 19.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Umsatzsteuer, aloa5, 19.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Umsatzsteuer, CAP (Christian), 19.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Umsatzsteuer, aloa5, 19.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Umsatzsteuer, aloa5, 19.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Umsatzsteuer, CAP (Christian), 19.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Umsatzsteuer, aloa5, 19.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Umsatzsteuer, CAP (Christian), 20.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Umsatzsteuer, aloa5, 20.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Umsatzsteuer, CAP (Christian), 20.10.2011
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