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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Fwd: Re: Steuer und Abgabenpolitik

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Fwd: Re: Steuer und Abgabenpolitik


Chronologisch Thread 
  • From: Alexander Neißendorfer <alex AT neissendorfer.com>
  • To: <ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de>
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Fwd: Re: Steuer und Abgabenpolitik
  • Date: Fri, 14 Oct 2011 15:51:02 +0200
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>

Du schreibst: "Die Erweiterung der Einkommenssteuer auf alle Formen des Einkommens haben wir ja
ohnehin - und auch recht widerspruchslos - hier in der Diskussion. Damit würde
auch den Sozialversicherungen ein hübsches Sümmchen zusätzlich zufließen."

Das verstehe ich nicht. Wieso käme den Sozialversicherungen mehr Geld zu, wenn die Einkommensteuer auf alle Formen des Einkommens ausgeweitet wird? Ich hatte dich so verstanden, dass du zwischen Steuern und Abgaben (Sozialversicherungen) eben gerade KEINE Verbindung herstellen willst.

Mir persönlich würde es (als Bürger) gut gefallen, wenn von meinem Bruttolohn meine Lohnsteuer abgezogen wird und sonst gar nichts. Wie das FA das dann aufschlüsselt und was mitdem zweifelsohne "großen Topf" passiert müsste ich mir dann als transparente Information einholen können. Das wäre mir aber lieber, als der Abzug von Lohnsteuer, KV-Anteil, RV-Anteil, Arbeitslosenversicherungsanteil und dann ggf. noch von der GKV der Sonderbeitrag und die Deckelung des AG-Anteils zur SV und so weiter. Das finde ich aufgrund der Komplexität und der m.E. herrschenden Ungerechtigkeiten intransparenter als eine "nur-Lohnsteuer-Lösung"!



----- Original Message ----- From: <pp_nico.ecke AT ecke-online.net>
To: ""Alexander Neißendorfer"" <alex AT neissendorfer.com>
Sent: Friday, October 14, 2011 3:31 PM
Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Fwd: Re: Steuer und Abgabenpolitik


Das ist aber eine reine Wahrnehmungsfrage weil beides vom Arbeitgeber direkt
abgeführt wird. Faktisch sind es 2 grundverschiedene Sachen.

Die Erweiterung der Einkommenssteuer auf alle Formen des Einkommens haben wir ja
ohnehin - und auch recht widerspruchslos - hier in der Diskussion. Damit würde
auch den Sozialversicherungen ein hübsches Sümmchen zusätzlich zufließen. Das
allein ist also noch kein Grund für ein rein steuernbasiertes Modell.

Aber so müßte es sein. Die Feuerwehren werden aus dem großen Topf finanziert und
woher dies Geld nun genau kommt, kann nicht nachvollzogen werden. Große Töpfe
sind per se intransparent. Für den Bürger mag es i.O. sein, einfach eine
Einkommenssteuer zu zahlen, aber spätestens beim Finanzamt muß dieser Betrag
vollständig auf seine Verwendung aufgeschlüsselt werden. Nur so lässt sich
frühzeitig erkennen, welches Budget z.B. überzahlt ist, welches eine
Unterdeckung aufweist und ob die Abgaben reell gesenkt werden können oder erhöht
werden müssen. Diese Transparenz ist DER Schlüssel zur effizienten Steuerung des
ganzen Staates.

--




"Alexander Neißendorfer" <alex AT neissendorfer.com> hat am 14. Oktober 2011 um
15:17 geschrieben:

Das sehe ich nicht so. Für den steuerpflichtigen Bürger sind Steuern und
Abgaben als Gesamtabzug relevant und daher m.E. politisch als "Gesamtpaket"
zu betrachten.

Bei rein steuerfinanzierter Krankenversicherung würden die Kosten nicht (wie
jetzt) lediglich durch Abgaben auf sozialversicherungspflichtiges Einkommen
getragen werden. Es würden die Einkommen von Selbständigen sowie Einkommen
über Beitragsbemessungsgrenze ebenso hinzukommen wie Kapitalerträge etc. -
was bisher (wie ich finde unsozialerweise) von Sozialabgaben befreit war.

Eine Gesundheitssteuer o.ä. wäre bei reiner Erhöhung des
Einkommensteuersatzes gar nicht nötig. Wir zahlen ja auch keine
Feuerwehrsteuer, von der die Ausgaben der Feuerwehr getragen werden. Der von
dir angesprochene "große Topf" würde also durchaus entstehen, was allerdings
nicht zwangsläufig bedeutet, dass sich "jeder bedienen" kann und es
automatisch intransparent ist.

Schönes Wochenende!


----- Original Message -----
From: <pp_nico.ecke AT ecke-online.net>
To: ""Alexander Neißendorfer"" <alex AT neissendorfer.com>;
<ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de>
Sent: Friday, October 14, 2011 2:35 PM
Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Fwd: Re: Steuer und Abgabenpolitik


Also erstmal sind Steuern und Sozialabgaben ja voneinander völlig
unabhängig.
Ich sehe z.Zt. nicht, warum eine Besteuerung jedwedes Einkommens
irgendwelche
Auswirkungen auf die Sozialabgaben haben sollte.

Was die Steuerfinanzierung der Sozialversicherungen angeht, müssen wir
aufpassen. Wenn sich alle einfach aus dem großen Topf bedienen ist das ein
Paradebeispiel für Intransparenz und ein Gefahrenherd für Kostenexplosionen.
Wenn man das dagegen strikt trennt und z.B. eine Gesundheitssteuer, eine
Pflegesteuer oder eine Arbeitslosensteuer einführt und strikt getrennt und
ohne
Übertragungen verwaltet, kann man auch einfach bei dem bisherigen System
bleiben.

--




"Alexander Neißendorfer" <alex AT neissendorfer.com> hat am 14. Oktober 2011 um
12:48 geschrieben:

> Ahoi,
>
> auch ich stimme hier natürlich gerne voll zu.
>
> Allerdings möchte ich doch nochmal das Augenmerk darauf richten, dass
> Selbständige ihre Sozialbeiträge voll selbst bezahlen müssen, während > bei
> Angestellten etwa die Hälfte vom Arbeitgeber getragen wird. Als
> "freiwillig
> Versicherter" bei der GKV zahlt man noch dazu einkommensunabhängig den
> Höchstsatz.
>
> M.E. müsste man bezüglich der Sozialversicherungen nicht nur eine
> Gleichbehandlung bezüglich der Einkommensarten sondern auch bezüglich > der
> Tragung der Lasten schaffen. Sonst bleibt am Ende einem kleinen
> Selbständigen weniger netto übrig als einem Angestellten mit gleichem
> Bruttogehalt.
>
> Was spräche eigentlich dagegen, alle Sozialabgaben abzuschaffen, die
> Steuern
> entsprechend zu erhöhen und aus diesen Steuermehreinnahmen die
> Sozialversicherungsbeiträge der Versicherungen zu bedienen? Also z.B. > alle
> GKVen zu PKVen zu machen und pro Versichertem einen kostendeckenden
> Standard-Einheitsbeitrag vom Fiskus an die jeweilige PKV (bisherige PKV > +
> neue PKVen) für eine Basisabsicherung zu überweisen? Wer dann wie bisher
> eine "bessere" Krankenversicherung wünscht, könnte das über freiwillige
> Zusatzversicherungen haben, welche aus Privatvergnügen ohne Beteiligung
> des
> Fiskus abgeschlossen werden könnten - also ohne Möglichkeit der
> steuerlichen
> Geltendmachung.
>
> Greez!
> Alex
>
>
>
> ----- Original Message -----
> From: <pp_nico.ecke AT ecke-online.net>
> To: <ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de>
> Sent: Friday, October 14, 2011 11:37 AM
> Subject: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Fwd: Re: Steuer und Abgabenpolitik
>
>
> > Da bin ich auch voll dabei. Alle Einkommen sollten gleichbehandelt
> > werden
> > und
> > unter die Einkommenssteuer fallen. Im Gegenzug wäre dann z.B. die
> > Abgeltungssteuer und sicher noch ein paar weitere Notnägel dieser Art
> > obsolet.
> >
> > --
> >
> >
> >
> >
> > Medicus <pirat AT mysticum.de> hat am 14. Oktober 2011 um 10:43
> > geschrieben:
> >
> >>
> >> Diese sollten wir so auch ins Grundsatzproramm mit aufnehmen.
> >> Der beste Vorschlag den ich je gehört habe.
> >> *Gleichstellung _aller_ Einkommen* kann man gar nicht genug betonen.
> >>
> >> T-Bone Hacker schrieb:
> >>
> >> > [list=1]
> >> > [*] *Gleichstellung aller Einkommen*
> >> > Egal, wie Geld verdient wird, es soll gleich behandelt werden. Wenn
> >> > ein
> >> > Mensch pro Jahr 500 Millionen € aus Dividenden bezieht, soll er > >> > diese
> >> > mit seinem persönlichen Steuersatz versteuern sowie Soli, AV, RV > >> > und
> >> > KV
> >> > drauf zahlen. Dann läge er (nach heutigen Sätzen) bei
> >> > einer Abgabenlast von etwas über 50%. Etwas, das für einen
> >> > Angestellter
> >> > mit 70.000€ Brutto täglich Brot ist.
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> >> Ag-soziale_marktwirtschaft mailing list
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