Zum Inhalt springen.
Sympa Menü

nrw-pg-struktur - Re: [NRW PG Struktur] Diskurs "Basisdemokratie"

nrw-pg-struktur AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Nrw-pg-struktur mailing list

Listenarchiv

Re: [NRW PG Struktur] Diskurs "Basisdemokratie"


Chronologisch Thread 
  • From: Olaf Wegner <pirat AT thoth23.de>
  • To: nrw-pg-struktur AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [NRW PG Struktur] Diskurs "Basisdemokratie"
  • Date: Thu, 27 May 2010 13:51:21 +0200
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-pg-struktur>
  • List-id: <nrw-pg-struktur.lists.piratenpartei.de>

Am 27.05.2010 11:20, schrieb Thomas Nesges:
Moin,

Am 27. Mai 2010 10:58 schrieb John Martin Ungar
<john.martin.ungar AT dokom.net <mailto:john.martin.ungar AT dokom.net>>:

Basisdemokratie ist eine reine ingroup-Veranstaltung und kann sich nur
so nennen, wenn sie alternativlos ist. Das kann mit LQFB für uns in NRW
mit 2500 und vielleicht bald 5000 Mitgliedern funktionieren.


darf ich ketzerisch sein? Für mich ist LQFB schon nicht mehr
basisdemokratisch, weil es Delegation gibt. LQFB ist ohne Zweifel ein
sehr guter Kompromiss, aber als rein basisdemokratisch kann ich das
Verfahren nicht begreifen.

Hallo,

Man kann aber auch anders herum denken.
Basisdemokratisch kann ja nicht heißen, dass alle abstimmen; die Möglichkeit der passiven Enthaltung muss möglich sein.
Basisdemokratisch kann somit nur heißen, dass jeder die Möglichkeit bekommt mit abzustimmen oder sich passiv zu enthalten.

Soweit das theoretische. Praktisch wird es kaum umzusetzen sein, allen immer die Möglichkeit zu geben mit abzustimmen.
Selbst die besten Überlegungen hierzu, können private und persönliche Gründe nie vollständig in den Griff bekommen.

Somit werden -den Umständen geschuldet- immer Menschen von Abstimmungen ausgeschlossen. Also Menschen die Aufgrund von praktischen Umständen nicht die Wahl haben zwischen Abstimmen und passiver Enthaltung.

Wenn diese Menschen jetzt die Möglichkeit bekommen ihre Stimme ganz persönlich an einen anderen Menschen zu delegieren bekommt ein größerer Teil der Basis die Möglichkeit Einfluss auf die Abstimmung zu nehmen als ohne Delegation.
Was ist unter diesen Gesichtspunkten basisdemokratischer?

Für mich bedeutet Basisdemokratie vor allem, dass jeder zu jeder Zeit die volle Gewallt über seine Stimme hat. Er seine Stimme also auch _jederzeit_ delegieren und die Delegation wieder beenden kann.

Klar auch das ist nur ein Idealbild. Denn es wird auch hier Menschen geben, die nicht die Wahl haben werden zu delegieren ond nicht zu delegieren. Doch dürfte diese Gruppe von Menschen kleiner sein, als jene, die in einem Modell ohne Delegationsmöglichkeiten nicht die Wahl haben zwischen Abstimmen oder passiver Enthaltung.

Mein persönliches Fazit aus diesen Überlegungen:
1. Basisdemokratie ist ein Ideal, welches nicht zu erreichen ist. Dem man sich aber so weit wie möglich annähern sollte.
2. Durch die Möglichkeit der Delegation ist LQFB basisdemokratischer, als ohne diese Möglichkeit.
3. "Basisdemokratie ist eine [...] Form der direkten Demokratie" wie es im Wikipedia steht, kann nicht richtig sein.

Soweit meine Gedanken.

Gruss,
Thomas

Grüße Olaf/Thoth23




Archiv bereitgestellt durch MHonArc 2.6.19.

Seitenanfang