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nrw-duisburg - Re: [NRW-Duisburg] KMV 4_2012 am 23.06.2012

nrw-duisburg AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Infos für Duisburger Piraten

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Re: [NRW-Duisburg] KMV 4_2012 am 23.06.2012


Chronologisch Thread 
  • From: Michael Ke <arrgh AT cooliator.com>
  • To: Infos für Duisburger Piraten <nrw-duisburg AT lists.piratenpartei.de>
  • Subject: Re: [NRW-Duisburg] KMV 4_2012 am 23.06.2012
  • Date: Sun, 27 May 2012 19:50:42 +0200
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-duisburg>
  • List-id: Infos für Duisburger Piraten <nrw-duisburg.lists.piratenpartei.de>

Ahoi Karl!

Um es gleich vorweg zu sagen: Ich bin aus mehreren Gründen gegen eine
KV-Gründung zum jetzigen Zeitpunkt.

Ein Argument hast Du selbst gebracht:

Am 27.05.2012 15:10, schrieb Karl Schäfer:

> Zunächst ein Nachteil:
> Bisher haben wir uns durch große Spontanität und Flexibilität
> ausgezeichnet.

Das ist sicherlich eine unserer größten Stärken. Deren Erhalt sehe ich
bei entsprechender Gestaltung der Regularien eines KV aber auch nicht
zwangsläufig gefährdet.
Die gemeinschaftliche Entwicklung dieser Regularien innerhalb eines
Monats durch uns sehe ich jedoch zum jetzigen Zeitpunkt als nicht
leistbar an.

Ich finde es umwerfend, wie viele Neumitglieder und Sympathisanten wir
inzwischen haben. Viele Menschen haben sich durch die Erfolge der
Piraten nicht nur in Berlin ermutigt gefühlt, nicht länger passiv zu
erdulden, sondern sich, bisweilen erstmalig in ihrem Leben, mit Politik
intensiver auseinanderzusetzen, und haben "den Arsch hochgekriegt".

Dabei war sicherlich nicht nur die Thematik der Piraten, die häufig als
Ein-Punkt-Partei diffamiert wurde, ausschlaggebend, sondern auch ein
neuer Politikansatz, wie er sich auch im Ausdruck "Mitmachpartei"
findet. Niedrigschwelliger Zugang, basisdemokratische Kultur und
hierarchiefreie Zusammenarbeit waren für mich, der ich Ende letzten
Jahres eingetreten bin, neben der Möglichkeit, auch aus der Ferne am
Diskussionsprozess (ML, liquid usw.)teilnehmen zu können, ausschlaggebend.
Diese Vorteile zu erhalten, und gleichzeitig die Arbeit durch
Entwicklung von Strukturen zu effektivieren sehe ich als eine
mittelfristige Aufgabe an.
Entscheidungen, die wie bei jeder Veränderung dazu getroffen werden
müssen, sollten gem. unseren Grundsätzen demokratisch erfolgen.
Da für mich eine demokratische Entscheidung nur eine solche ist, wenn
sie bewusst und auf Grundlage von Kenntnis getroffen wird, sollten wir
uns m.E. die Zeit nehmen, diese Basis zu schaffen.

Um das Problem zu verdeutlichen , möchte ich einen Vergleich heranziehen:
Das US-amerikanische System sieht einen Präsidenten vor, dem in vielen
Punkten eine weitgehend von parlamentarischer Kontrolle unabhängiges
Handeln erlaubt ist. Die Wahl erfolgt erfolgt direkt durch das Volk.
Unser Bundespräsident, dessen Wahl nicht direkt durch das Volk erfolgt,
hat im Grunde nur repräsentative Aufgaben.
Beide sind Präsidenten demokratischer Staaten, ihnen werden durch die
jeweilige Verfassung aber unterschiedliche Rollen zugewiesen.

Wir stehen bei der Frage der Gründung eines KV jetzt auch vor der Frage,
wie wir unsere "Verfassung" sprich Satzung und GO gestalten und welche
"Machtbefugnisse" z.B. an ein Vorstandgremium übertragen werden sollen.
Das hört sich hochtrabend an, ist es aber im Grunde nicht. Es gibt eine
Vielzahl von Ortsverbänden mit sehr unterschiedlichen Satzungen und
Geschäftsornungen, die sich zwar alle im Rahmen der Bundes- u.
Landessatzung bewegen, teilweise aber sehr unterschiedliche Regelungen
aufweisen.

Unser Meinungsbildungsprozess dazu steckt m.E. noch in den
Kinderschuhen. Dies nicht nur durch die unvorhergesehenen Wahlen, die
nicht ausreichend Zeit und Raum dazu ließen, sondern auch durch die Zahl
der Neumitglieder, die die anlässlich des letzten Versuchs einer
KV-Gründung geführte Diskussion nicht mitverfolgt haben.

Die von Dir angeführten Vorteile eines KV, wie Zugang zu einem
Ansprechpartner, Aufgabenteilung u.s.w. sind mit unserer bisherigen
Struktur ebenfalls leistbar. Die erstmalige Bildung von Arbeitskreisen,
wie sie allerorten momentan geschieht, zeigt mir, das das bisherige
System sich durchaus bewährt und noch genügend "Luft" hat.

Weiterhin sollten wir den Zeitrahmen der KMV lieber dazu nutzen,
aufgelaufene Probleme aus der Welt zu schaffen (wenn es denn geht)und
das Fundament für zukünftige, reibungsärmere Zusammenarbeit zu schaffen.
Eine Diskussion unter Zeit- und Entscheidungsdruck über die KV-Gründung
mit den dann auch erforderlichen Personalwahlen könnte zum jetzigen
Zeitpunkt schwer zu kittende Risse erzeugen.

Mein Vorschlag deshalb: lasst uns noch warten mit der Gründung eines KV,
und die Diskussion um die beste Struktur fortführen.



Gruß

Michael

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"I like pigs. Dogs look up to us. Cats look down on us.
Pigs treat us as equals."
Winston Churchill

Am 27.05.2012 15:10, schrieb Karl Schäfer:
>
> Hallo,
>
> ich habe mir heute noch einmal die Vor- und Nachteile eine
> Kreisverbandes durch den Kopf gehen lassen.
>
> Zunächst ein Nachteil:
> Bisher haben wir uns durch große Spontanität und Flexibilität
> ausgezeichnet. Dies war bei einer relativ kleinen Anzahl von Mitgliedern
> bisher wohl die effektivste Organisationsform.
>
> Jetzt kommen wir zu den Vorteilen:
> strukturelle Vorteile:
> Ein Kreisverband zeigt nach Außen eine klare Zuständigkeit für Dritte.
> Des weiteren hätten Interessierte und Neumitglieder klare Ansprechpartner.
> Darüber hinaus würde der Kreisverband nach innen die Arbeitsverteilung
> transparenter machen. Bei Rückfragen oder Problemen muss sich niemand
> mehr durchfragen sondern hat sofort eine Telefonnr. und einen Namen.
>
> politische Vorteile:
> Im Jahr 2014 sind Kommunalwahlen in NRW. Es kann sein, daß wir in
> Duisburg unsere Zustimmung steigern können. Damit geht eine gewisse
> Verantwortung einher. Meiner Meinung sollten wir unsere Verantwortung
> der Politikbereiche sachlich und regional an zuständige Personen
> verteilen, um nicht bei Presseanfragen völlig im Regen zu stehen.
>
> Mit dieser Aufteilung definieren wir uns selbst als Kreisverband und
> grenzen unseren Aktionsrahmen ab.
>
> Regional sollten wir uns unterteilen:
> Nord
> Mitte
> Süd
> West
>
> Thematisch wäre mein Vorschlag:
> Wirtschaft
> Kultur/Sport
> Infrastruktur
> Wohnen/Umwelt
> evtl. Bildung




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