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nrw-ak-tierschutz - [nrw-ak-tierschutz] Exotenhaltung

nrw-ak-tierschutz AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Mailingliste des Arbeitskreis Tierschutz NRW

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[nrw-ak-tierschutz] Exotenhaltung


Chronologisch Thread 
  • From: Sarah Mlynek <mlyneksarah AT googlemail.com>
  • To: nrw-ak-tierschutz AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: [nrw-ak-tierschutz] Exotenhaltung
  • Date: Fri, 18 May 2012 21:59:28 +0200
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-ak-tierschutz>
  • List-id: Mailingliste des Arbeitskreis Tierschutz NRW <nrw-ak-tierschutz.lists.piratenpartei.de>

Huhu alle miteinander!
Ich denke mal Stephan meint mich. Ich hab ja hier schon einiges zum Thema Exotenhaltung geschrieben :)
 
Zum online Artikel: da sind ja leider wieder alle Vorurteile drin, die schon seit Jahren auftauchen. Genau wie bei einem Zeit online Artikel von letzter Woche über Tattoofarben: da hält sich auch hartnäckig seit Jahren das uralte Gerücht, dass in Tattoofarben Autolacke drin sind *gähn*. Medienberichterstattung ist nunmal vollkommen für den Popo in den meisten Fällen.
Ich schreibe nichts zu den von ProWildlife oder PETA vorgebrachten Argumenten. Diese beiden Organisationen sind durch ihre Radikalität und tierverachtenden Haltung für mich keine Diskussionspartner. Leider werden beide Organisationen gerne von den Medien zitiert, da sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit den Mund aufmachen.
Wildfänge gibt es längst nicht mehr soviele wie früher, bei den meisten Arten sind diese durch in Massen verfügbare Nachzuchten mittlerweile vollkommen verschwunden. Ich selber habe nicht einen Wildfang in meinem für Laien doch recht umfangreichen Bestand und kenne auch extrem wenige Züchter, die Königspython Wildfänge haben (um eventuell einer neuen Morphe auf die Spur zu kommen) und gar keinen, der Kornnatter oder Leopardgecko Wildfänge hat. Da man ja gar nicht weiß welche hets das Tier hat, bringen die für die Zucht gar nichts. Bei den Vogelspinnen kommt das schonmal öfter vor, da es einfach so viele unentdeckte Arten gibt, die durch die Rodung der Habitate ans Licht kommen. Ich weiß natürlich nicht wie es bei den Tieren aussieht, die in den Zoohandlungen sitzen, ob da jetzt verhältnismäßig viele Wildfänge bei sind. Ich kenne es nur von den ganzen mir bekannten privaten Haltern und Züchtern.
 
Die generellen Missstände (das Haustiere in den Heimen von schlecht oder gar nicht informierten Haltern sterben) gibt es bei JEDER Tierart. Ich will gar nicht wissen wieviele auf nem halben Quadratmeter einsam eingepferchte Wellensittiche es in Deutschland gibt. Oder wieviele Hunde von ihren Menschen dermaßen vermenschlicht werden, dass es fast schon an Tierquälerei grenzt (Hunde, die durch das Verhalten von Frauchen/Herrchen denken, sie wären für das Rudel verantwortlich und gar kein Alphatier sind und damit unter Dauerstress). Oder wieviele Hamster auf 2cm Einstreu gehalten und andauernd rausgeholt werden tagsüber, damit die Kinder das Tier auch mal sehen. Oder wieviele Zierfische jeden Tag entsorgt werden, weil mal wieder keiner wußte bei welchen Wasserwerten die Art eigentlich gehalten werden muss. Solche Missstände lassen sich ohne eine Sachkundenachweispflicht und der damit erfolgten Informationspflicht beim Erwerb für ALLE Heimtierarten nicht ausmerzen. 80% der Menschheit ist nunmal dumm (Ich arbeite im Buchhandel, ich habe die Idioten jeden Tag bei mir an der Kasse stehen). Und eine Menge davon haben Haustiere^^ Denen kann man noch so oft erzählen, dass ein Hamster buddeln muss. Tante Friede hat ihre Hamster immer schon so und mit MiniLaufrad gehalten und dann bekommt die Nichte das jetzt auch so. Und wenn der dann tot umfällt, dann wird halt ein Neuer gekauft. Die kosten ja nichts mehr -.-
 
zu Spiderman (sorry, der mußte sein :)  ) hier: Du vermenschlichst eine Schlange aufs äußerste, wenn du ihr unterstellst, sie fühle sich gelangweilt wenn sie im Terrarium "nichts zu tun hat". Eine Schlange ist ein vollkommen instinktgesteuertes Tier mit einem dementsprechenden Gehirn. Sie lebt nicht mit anderen Artgenossen in Verbänden zusammen und muss daher keinerlei soziale Rangordnungen oder Verhaltensregeln lernen. Wenn sie nichts "zu tun" hat, dann ist das so. Wenn sie Hunger hat, sucht sie Futter. Wenn sie was findet, dann frißt sie es. Wenn nicht, dann eben nicht. Da gibt es im menschlichen Sinne kein "nichts zu tun haben". Reptilien entwickeln auch keine psychologisch bedingten Verhaltensstörungen wie z.B. das Weben (machen Pferde und Elefanten, in Gefangenschaft von Bein zu Bein schaukeln oder Raubkatzen in Zoos, in dem sie immer von der einen in die andere Ecke des Geheges mit direktem Kontakt zum Zaun/Gitter laufen), dafür ist ihr Gehirn zu klein.  
Für den Königspython ist die Rackhaltung ein Segen, weil es so herrlich einfach ist, dieser Schlange einen Lebensraum zu geben, in dem sie sich sicher fühlt (oberste Priorität bei solch Instinkt gesteuerten Wildtieren; ohne Sicherheit wird das Tier im Dauerstress weder schlafen, noch fressen oder sich fortpflanzen). Für mich ist der Königspython übrigens auch die einzige Schlange, die wirklich artgerecht im Rack gehalten werden kann. Es gibt kommerzielle Züchter in den USA, die ALLES (Boas, Kornis, Leos, Netzer, Tiger) in Racks halten. Das ist dann doch eher vergleichbar mit einer Legebatterie Hühner.

Liebe Grüße

Sarah :)
 
 







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