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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Erwerbslosenquote

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Erwerbslosenquote


Chronologisch Thread 
  • From: Richard C <Richard+C AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Erwerbslosenquote
  • Date: Tue, 05 Jun 2012 17:08:04 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


Wenn der Staat entscheidet, niedrige Einkommen (in diesem Fall so niedrige, daß ohnehin niemand davon leben kann, was als Maßnahme gegen Arbeitslosigkeit nur als schlechter Witz betrachtet werden kann) zu entlasten, ist das eine ordnungspolitische Maßnahme. Daß sie deinen Beifall gefunden hat, ändert nichts daran. Jetzt möchte ich bloß wissen, wer von uns beiden hier der Planwirtschaftler ist.
Das hatten wir schon ausgeräumt. Wie auch immer. Wir beide haben das gleiche Ziel, nur ist dein Ansatz Regulierung des Arbeitsmarkts und meines Deregulierung.
- In meinen Augen sollte man am Kündigungsschutz ansetzen und in die Hände der Gewerkschaften legen. Dazu halt eine gerechtere Besteuerung. Besserer Übergang von ALG II ins erwerbsleben.
- Du willst einfach eine Lohnuntergrenze festlegen (als Gesetzgeber), Minijobs abschaffen (als Gesetzgeber) und Zeitarbeit ein equal Pay einführen (als Gesetzgeber).

Aber das haben wir schon alles diskutiert und du wiederholst nur deine Punkte und bringst immer wieder haltlose Aussagen wie:
obwohl es im Vergleich zu 2005 etwa eine Million Langzeitarbeitslose weniger gibt und ein geringerer Anteil der Leistungsempfänger als arbeitslos gilt.
1.33 Mio Aufstocker mehr und 2.5 Mio Erwerbslose weniger.

Jetzt sägst du noch mit der Zeitarbeit rein, forderst aber einen Mindestohn von minimal 8 € (darauf würdest du dich runterhandeln lassen). West: 7.89 €, ab 1.11. 8.19 €. Also Zeitarbeit scheiße, obwohl sie den Mindestlohn bringt, den du akzeptabel findest.

Wie wäre es mal mit Konsitenz in dem Weltbild.

Dazu immer wieder solche Aussagen:
Es könnte längst viel besser auf dem Arbeitsmarkt aussehen,
Meinst du so wie in Frankreich:
9.1 => 10.2
Oder Italien:
7.8 => 10.2
Oder Griechenland:
10.1 => 21.7
Oder Spanien:
10.1 => 24.7
Hätten wir nur Politiker mit deiner weitsicht gehabt. Dann hätten wir wohl genau so eine hervorragende Entwicklung gehab. Ist schon scheiße:
11.3 => 5.4 %
(alle Zahlen ab 1.1.2005, dem Zeitpunkt, als die Agenda 2010 abgeschlossen war).
Aber, Das ist keine Bilanz, auf die irgendwer Grund hätte stolz zu sein.
Gut, ich bin nicht irgendwer, sondern Richard und ich finde diese Entwicklung gut.

Du betrachtest meiner Meinung nach viel zu wenige Variablen, um zu einem fundierten Urteil zu kommen. Deiner Meinung nach reichen sie aus, um sich selbst und anderen zu erklären, wie der Arbeitsmarkt funktioniert, und alle weiteren Variablen, die ich noch ins Spiel gebracht habe, erklärst du für irrelevant, für ein Werk des Schicksals oder für unbeeinflußbar, obwohl es offensichtlich ist, daß sie dabei eine Rolle gespielt haben. Damit fehlt mir die Basis für eine weitere Diskussion, und ich überlasse dich deshalb deiner einfacher gestrickten Welt wieder.
Bisher hast du keine Variablen betrachtet oder konsitente Quellen vorgebracht. Alle deine Quellen belegten objektiv das Gegenteil deiner AussagenLies mal den hier:
http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Arbeitsmarktberichte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland/Monatsberichte-Nav.html
Und wenn das schon zu Scheiße ist, dann den vom 1.1.2005. Sattes Kontrastprogramm.

Dafür gibt es jetzt mehr Leistungsempfänger, die berufstätig sind. Wer auf Jobsuche ist, findet nichts anderes als Zeitarbeit, und damit gehen nur Arbeitslose überhaupt auf Jobsuche, während der Arbeitsmarkt ansonsten in einer Art Lähmungszustand ist und ein wachsender Teil der jungen Leute unter 30 gar nichts anderes mehr erwartet, als ihr Leben lang nie mehr als das Existenzminimum zur Verfügung zu haben. Das ist auch der Grund, warum das BGE in dieser Altersgruppe so populär geworden ist. Wir haben eine Art verlorener Generation produziert, in der sich unter denen, die sich bereits aufgegeben haben, viele nie wieder aufrappeln werden.
Bin 35 und kenne damit viele Menschen aus dieser Altersgruppe. Aus allen Schichten. Meine Freunde, stark variierendes Bildungsniveau verdienen soviel Geld, dass für sie ein (finanzierbares) BGE uninteressant ist. Die wollen steigende Löhne. Und rate mal wie sie dahin gekommen sind: Ich gebe dir mal einen Tip. Hat was mit hart arbeiten und nicht mit motzen zu tun.




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