Zum Inhalt springen.
Sympa Menü

ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Das Problem an der Wurzel packen

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

Listenarchiv

Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Das Problem an der Wurzel packen


Chronologisch Thread 
  • From: abraham <abraham AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Das Problem an der Wurzel packen
  • Date: Mon, 10 Oct 2011 18:59:41 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


Danke@Rolf für Deine Antwort/Zustimmung. Ich denke, jeder, der sich ausgiebiger mit der Materie auseinandergesetzt hat, weiss was Henry Ford gemeint hat - und das er Recht hat.

Ein zentraler Punkt, wieso es so lange funktionieren konnte, ist die mangelnde Information / mangelndes Intersse der Bevölkerung. Das Thema der Geldschöpfung ist wie ein kirchliches Dogma, dass selten in Frage gestellt wird. In der Schule spielt es keine Rolle, im Studium wird es praktisch in einer Vorlesung abgehandelt. Danach wird eigentlich nur noch innerhalb des Systems disktutiert. Das Zinsen und Zinseszinsen auf natürliche Weise dafür sorgen, dass Kapital sich akkumuliert, wird geradezu als Gott gegeben akzeptiert (oder noch schlimmer, einfach ignoriert).

Bzgl. der Lage sehe ich es ähnlich, es ist - aller Wahrscheinlichkeit nach - nur eine Frage der Zeit, bis IWF/EU/EZB(/China?) auch vor unserer Tür stehen und uns sagen für was wir Geld haben und für was nicht (obwohl natürlich auch andere Szenarien denkbar sind). Was bisher nur Dritt-Welt-Länder traf - Ausbeutung und Fremdbestimmung durch die Kreditgeber mit neoliberaler Agenda - kommt auch auf uns zu.

An dieser Stelle muss ich auch mal das ZDF loben:

Sean Ziegler durfte im Nachstudio mehrfach die Abschaffung von IWF und Weltbank fordern (ich schau mal, ob ich das noch finde), und Dirk "Mr. Dax" Müller hat zum wiederholten Mal bei Markus Lanz den Josefspfennig erklärt (siehe die sehenswerten ersten 20 Minuten: hier http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1451638/Markus-Lanz-vom-27-September-2011).

Aktionen wie Occupy Wall Street oder OccupyParadePlatz http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2011/10/occupy-paradeplatz-in-zurich.html sollten auch für viele Piraten unterstützenswert sein.

Rolf_Mueller schrieb:

Geldschöpfung muss der demokratischen Kontrolle unterworfen werden und nach dem Prinzip der Gewaltenteilung zum Monopol einer radikal demokratisch reformierten Zentralbank werden.

Grundsätzliche Zustimmung, solange 'Monopol' nur den Euro umfasst und alternative, z.B. kommunale oder nationale Währungen parallel existieren können. Gerade bei den Währungen halte ich Wettbewerb auf verschiedenen Ebenen für unerlässlich.

Zwar ist eine demokratische Neuordnung der EZB (wie z.B. auch hier gefordert: http://www.monetative.de) notwendig, gleichzeitig könnte man aber die Macht des Geld auch auf lokale Ebene zurückholen. Lokale und Regionale Wirtschaftskreisläufe müssen nicht abhängig sein von internationalen Währungen. Die Koexistenz der Währungen bedeutet sicherlich mehr Risiko und Verantwortung für die Bürger, aber eben auch mehr Macht und Mitbestimmung.

Der demokratische Umbau der EZB dürfte - realistisch betrachtet - ein auf Jahrzehnte ausgelegtes Projekt sein. Die Unterstützung und Einführung kommunaler Währungen dagegen ist ein Projekt, was zum Beispiel schon heute in Berlin geprüft werden könnte. Zumindest könnte dem Thema eine Plattform geschaffen werden: Können wir vom Fureai Kippu aus Japan (Zweitwährung fürs Pflegesystem) oder Saber in Brasilien (Währung für den Bildungsektor) was lernen? Lässt sich der Bethel-Euro vielleicht zum Bielefeld-Euro ausbauen?

Das globale Welt-Finanzsystem durch Korrekturen an der Spitze zu verändern halte ich für kaum machbar. Stattdessen sollten sich die Bürger die Macht des Geldes zurückholen und die wirklichen "Sozial-Schmarotzer" austrocknen. Hinzu kommt, dass 1) viele verschiedene Systeme ausprobiert und Erfahrungen gemacht werden könnten, 2) das Finanzsystem teil der demokratischen Kultur werden würde und in Folge dessen 3) mehr Expertise in der Bevölkerung vorhanden wäre, damit nicht immer die gleichen Banker alle Spitzenpositionen im Finanzwesen besetzen...

So long...




Archiv bereitgestellt durch MHonArc 2.6.19.

Seitenanfang