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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Das Problem an der Wurzel packen

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Das Problem an der Wurzel packen


Chronologisch Thread 
  • From: Rolf_Mueller <Rolf_Mueller AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Das Problem an der Wurzel packen
  • Date: Mon, 10 Oct 2011 12:08:08 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


Lieber Abraham,

ich stimme dir vollumfänglich zu. Wir erleben zur Zeit was sich zuletzt 1929 ereignet hat: Eine Weltwirtschaftskrise, alo einen globalen Kollaps der Arbeitsteilung. Während viele Staaten (USA, Portugal, Spanien, Griechenland, Irland ...) schon massiv von den Auswirkungen betroffen sind, sollten wir uns nicht der Illusion hingeben das Deutschland noch lange verschont bleibt. - Also muss das Thema bei den Piraten höchste Priorität haben.

Unser Finanzsystem und unsere Definition des Geldes ist schlicht absurd.
Jeder Midestreservesatz unter 100% ist eine Ermächtigung der Geschäftsbanken (aus dem Nichts) Geld zu schöpfen. Bei einem Mindestreservesatz von 2% in Deutschland und ähnlich geringen Sätzen in den anderen Industrienationen liegt die Geldschöpfung faktisch in der Hand von Geschäftsbanken. Die Geldschöpfung der Zentralbanken kann man demgegenüber vernachlässigen. Machen wir uns mal klar was das bedeutet.
Geldschöpfung muss der demokratischen Kontrolle unterworfen werden und nach dem Prinzip der Gewaltenteilung zum Monopol einer radikal demokratisch reformierten Zentralbank werden.
Die Zentralbanken beinahe aller Industrienationen sind Aktiengesellschaften! Internationaler Währungsfonds und Weltbank sind jeder demokratischen Kontrolle entzogen und agieren ausschließlich im Interesse der Kapitaleigner. - Occupy Wallstreet!

Einen weiteren zentralen Aspekt möchte ich deinen Ausführungen hinzufügen: Zinseszins bedeutet ein EXPONENTIELLES Wachstum der Geldmenge. Der menschliche Verstand kann exponentielles Wachstum kaum wirklich fassen. - Bei einem Zinssatz von 5% verdoppelt sich das Kapital alle 14,3 Jahre. Und nach dem Motto "Übertreibung macht anschaulich": Hätte Joseph bei der Geburt von Jesus, 1 Cent zu 5% Zinsen
angelegt dann wäre es nach 2000 Jahren auf 2,3911022046135522759461157090996e+40 Euro angewachsen. Beim aktuellen Goldpreis wären das mehrere Hundert Millionen Goldkugeln der Grösse des Planeten Erde.
Was bedeutet das für ein Geldsystem? Es hat ein unausweichliches Verfallsdatum. Schon allein durch den Zinseszins muss nach ca. 120 Jahren das System kollabieren. Dann gehört fast alles ganz wenigen Leuten und der Rest der Menschheit ist bettelarm.
Die Spekulationen am Kapitalmarkt sind eine Folge dieses Systems. Es gibt zig mal mehr Geld als reale Werte (bei heutigen Preisen). Was also macht der Kapitaleigner damit wenn er nicht spekulieren kann? - Dann haben wir eine galoppierende Inflation.
Unsere Medien thematisieren dies alles nicht. Pseudoexperten fabulieren vor der Kamera, bestenfalls darüber wie man Symptome bekämpfen kann und im schlimmeren Fall verkaufen sie uns die Vergesellschaftung gigantischer Schuldenberge als alternativlos. Wer glaubt ein exponentielles Wachstum sei in einer endlichen Welt möglich ist entweder wahnsinnig oder Ökonom.

CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne sind allesamt neolibral fundamentalistische Parteien, die unisono eine Liberalisierung des Finanzmarktes aktiv betrieben haben. Also Piraten, wer wenn nicht wir wird diesem Spuk ein Ende setzen?

PS:
"Eigentlich ist es gut, dass die Menschen der Nation unser Banken- und Währungssystem nicht verstehen. Würden sie es nämlich, so hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh."

Henry Ford (1863-1947), Gründer der FORD MOTOR COMPANY




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