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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Transparente Steuergesetze

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Transparente Steuergesetze


Chronologisch Thread 
  • From: aloa5 <aloa5 AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Transparente Steuergesetze
  • Date: Tue, 28 Jun 2011 06:56:13 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


Ich bin gerade dabei ein Blogpost vorzubereiten. Gestern hat es nur zu
einem kurzen Kommentar dort gereicht. Einmal hier schon etwas für die
AG.


Ich hatte vor Jahren einen Foristen kennengelernt der sich mit Kirchhofs
Ausarbeitungen auseinandergesetzt hat. Muss mir nur wieder kurz einen
Überblick verschaffen.


Grundsätzlich haben Vereinfachungen einen gewissen Charme. Charme reicht
aber nicht. Das Kirchhofs Ideen Fachleute nicht überzeugen hat Gründe.
Es ist ja auch nicht so, das sich noch nie jemand damit befasst
hätte.... zumindest soweit diese zum jeweiligen Zeitpunkt bekannt
waren.


Einmal Beispiele zu Kirchhofs Vorstellungen von damals:

A) Bisher werden private Veräußerungen nicht versteuert bzw.
unterliegen als Spekulation der normalen Steuer. Wenn ein Spekulant
Aktien oder eine Immobilie für 100.000 Euro erwirbt und für 150.000
verkauft, dann bezahlt er auf die 40.000 Steuern. Verkauft er für
90.000, dann zahlt er nichts.

Bei Kirchhoff wird (bei Veräußerungen) ein Gewinn von 10% unterstellt
und mit 25% ESt belegt. Das entspricht einer effektiven Steuer von 2,5%.
Für den Spekulant mit den 50.000 Euro o.g. Gewinn wären bei Kirchhof
3750 Euro Steuern fällig. Ein Schnäppchen.


B) Vermietung und Verpachtung. Bisher gilt: Einnahmen abzgl. Ausgaben
inkl. Abschreibung. Kirchhoff setzt Einnahmen ./. 60 pauschalisierte
Ausgaben. 40% Einnahmen Mal 25% Flat macht 10% Steuern auf die Einnahmen.
Ganz egal wie hoch der Aufwand im Verhältnis zu den Einnahmen war. Da
kann der Aufwand bei 100% oder 1000% liegen oder überhaupt nichts in
eine Immobilie investiert worden sein. Wer investiert/modernisiert ist
bei ihm angeschmiert. Gewinn macht derjenige der z.B. keine Schuldzinsen
hat und auf Verschleiß fährt (verfallen lässt).


C) Durchschnittssteuersätze.
Nach Kirchhoff würden alle weniger zahlen - außer denjenigen unter dem
Durchschnittseinkommen. Um genau zu sein: je mehr man verdient desto
höher die Ersparnis. Jemand der über 120.000 Euro verdient hat anstelle
eines Durchschnittsteuersatzes von 36,83% einen von 23,85%. Ein Ehepaar
ohne Kinder käme (Stand 2005) auf 198 *höhere Belastung* bei einem
Verdienst von 30-40k. Bei 120k Einkommen betrüge die *Entlastung*
26.580 Euro gegenüber dem Status quo.


D) Versicherungen....

G) Gewerbesteuer....
.
.
.
usw. usw.


Warum man dagegen sein könnte? Es gibt gute Gründe dagegen. Die
erschließen sich aber nicht aus Überschriften wie "Grundeinkommen" oder
"Steuervereinfachung" sondern wenn man sich näher damit beschäftigt.



Grüße
Otmar





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