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rlp-ag-kommunalpolitik - Re: [Rlp-ag-kommunalpolitik] Radwege und Shared Space

rlp-ag-kommunalpolitik AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Rlp-ag-kommunalpolitik mailing list

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Re: [Rlp-ag-kommunalpolitik] Radwege und Shared Space


Chronologisch Thread 
  • From: sehriehn <sehriehn AT web.de>
  • To: rlp-ag-kommunalpolitik AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Rlp-ag-kommunalpolitik] Radwege und Shared Space
  • Date: Sat, 07 Dec 2013 12:31:00 +0100
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/rlp-ag-kommunalpolitik>
  • List-id: <rlp-ag-kommunalpolitik.lists.piratenpartei.de>

Am 07.12.2013 11:09, schrieb Jürgen Grothof:
Am 07.12.2013 01:27, schrieb Alder:
P.S.: Die Frage, wie moderne Verkehrspolitik finanziert werden soll, ist
eine andere und sollte unabhängig von der Zielsetzung diskutiert werden.
Sie gilt natürlich für alle Forderungen. Und die einfache Antwort ist
natürlich: Aus dem Haushalt! ;-)

Aus was für einem Haushalt ?
Aus dem, der für die Schuldenbremse überall zusammengestrichen wird und
keinerlei Spielraum mehr zulässt?
Oder aus dem, dem auf Grund des kommunalen Finanzausgleichs die ADD
weitere Sparmaßnahmen und die Erhöhung der Steuern auf diktiert ?
Oder fordern wir einfach nur mal so, weil es sich in einem Programm so
gut liest ?

===============

Das Kommunalprogramm aus Bayern wirft schon einige Probleme und Fragen
auf ...

- Umlagefinanzierten Fahrscheinlosen ÖPNV anzubieten bedeutet mehr als
nur diese Forderung in ein Programm zu schreiben - Es bedeutet ganz klar
aufzuzeigen wie hoch die Umlagen pro Bürger sein können. Und um dies zu
können benötigen wir Zahlen, die oft von Gesellschaften gehalten werden
die nicht Auskunftspflichtig sind.
Vielleicht könnte man diese Forderung anders aufbauen. z.B. Die Piraten
sehen einen großen Vorteil in der Einführung eines umlagefinanzierten
(?) -fahrscheinlosen ÖPNV und wollen dessen Einführung unter
nachfolgenden Gesichtspunkten prüfen und dem Bürger zur Entscheidung
vorlegen:
Vorteile aufzählen: Umweltschutz, keine Vorhaltung von Parkplätzen in
der Innenstadt,...
Bedingungen: mehr Routen, mehr Haltestellen, Nachtfahrzeiten, kürzere
Taktzeiten, ...
Vorgaben: Offenlegung aller Zahlen des vorhandenen OPNV
Gegenfinanzierung durch Vorteile, Umlage auf alle (?) Bürger, ...

- Radwegenetz - Da hat Alder schon eine Thematik aufgeworfen - Man geht
in neuen Konzepten, nicht nur des AFCD, völlig weg von einem eigenen
Radwegenetz.
Auch hier könnten wir Vorschläge machen wie dies zu bewerkstelligen ist.
z.B. Tempolimit auf den Spuren die Radfahrer und KFZ,LKW,Busse gemeinsam
nutzen könnten, klare farbige Abtrennung dieser Spuren als optische
Unterteilung, an Ampeln Anhalteräume für Radfahrer, ...
Wobei das auch wieder in Richtung Unterteilung des Verkehrsraums geht. Die angesprochene Idee "Shared Space" basiert auf der Idee "Ein Raum für alle", also Abschaffung von Gehwegen, grundsätzlichem Rechts vor Links uä.

- Nachtlinien die sich oft nicht lohnen, könnten z.B. durch bezuschusste
Taxilinien ersetzt werden, oder durch eine Mitfahrer-App an
festgelegten Punkten, - aber auch hier gilt, Finanzierung erst nach
Offenlegung der benötigten Zahlen möglich. Als Projekt nicht als
Forderung im Programm anbieten.
Vielerorts wären schon Taxilinien ein intensiver Ausbau des ÖPNV, und keine Verringerung.

- Barriere freier Verkehrsraum
Diese Forderungen werden heute bei jeder neuen oder
Restaurierungsmaßnahme umgesetzt. Kosten für eine zeitnahe (?) Umsetzung
wären nicht tragbar. Hier vielleicht einen Zeitplan Andenken, aus dem zu
ersehen ist wann entsprechende Maßnahmen durchgeführt werden sollen.
Sich exponierte Stellen von Betroffenen aufzeigen lassen. z.B. in Form
eines Forums wo entsprechende Gefahrenpunkte angezeigt werden können,
und diese dann als dringlich in ein Bauprogramm aufnehmen.
Solche Gefahrenpunkte können auch heute schon aufgezeigt werden - beim örtlichen Bauamt oder zur Niederschrift und Weiterleitung an der Information der kommunalen Verwaltungen. Ob das flächendeckend auch per E-Mail möglich ist weiß ich allerdings nicht.

- öffentliche Toiletten
Öffentliche Toiletten sind ein großer Kostenpunkt für Kommunen. Die Bahn
z.B. verschenkt zur Zeit sehr teure, selbst reinigende nach neusten
Erkenntnissen gebaute mobile Toilettenanlagen, weil sie zu
kostenintensiv sind.
Auch hier mal andere Wege Andenken. z.B. Gaststättenbetreiber
unterstützen die bereit sind ihre Toiletten öffentlich zur Verfügung zu
stellen, ... Auch hier gilt klare Aussagen können erst nach Offenlegung
der benötigten Zahlen getroffen werden.

- Vorhaben wie Ruheräume, Begrünungen, Kinderspiel- Bolzplätze, usw.
sind doch geradezu prädestiniert um hier dem Bürger ein Vorschlags- und
Mitspracherecht zu geben. z.B. einen städtischen Shop anbieten in dem
Stadtteile ihre jährlichen Investitionen selbst aussuchen und umsetzen
können. Beispiel: Stadtteil (Region)X hat in 2014 Summe Y für obige
Maßnahmen, Pflanzen eines Baumes kostet 500€, eine Bank kostet 300€,
eine Kinderrutsche 2.000€, Bolzplatz 20.000€ usw. (Beispielzahlen)
Hieraus können sich die Bürger in einem Programm ihre
Stadtteilinvestitionen für das nächste, die nächsten 5 (?) Jahre
zusammenstellen und abstimmen. Gleichzeitig kann solch eine Aktion auch
Eigeninitiative und Spendenbereitschaft fördern.

- ansonsten stimme ich Markus zu, einfach Forderungen aufstellen wo eine
Umsetzung allein aus Kostengründen in den Sternen steht ist Politik 1.0
und wird uns an unseren Info (Wahl) Ständen von Bürgern mit etwas Ahnung
um die Ohren geschlagen werden. Ich bin da eher für wesentlich weniger
Punkte, diese dann aber schlüssig und für den Bürger nachvollziehbar
dokumentiert.
Jepp.

- aber alles ist nur Gerede wenn wir uns nicht zu klaren Äußerungen zur
Schuldenkrise und zum kommunalen Finanzausgleich durchringen. Denn ohne
dass wir diese Ablehnen und Alternativen aufzeigen, werden wir in den
kommunalen Gremien nur eine Abnickfunktion ausüben können.
Wirkliche Forderungen in unserem Programm sollten wir nur aufnehmen,
wenn sie keine großen finanziellen Rahmen bedürfen (Transparenz,
Bürgerforum, Streamen von Sitzungen, freies Wlan,...), oder wir einen
klaren Finanzierungsplan aufstellen können. Als andere würde ich als
Projekt mit Bürgermitsprache in unser Programm aufnehmen.
so +1!

Gruß Jürgen

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