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Betreff: Nrw-ak-soziales mailing list
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- From: Olaf Wegner <pirat AT thoth23.de>
- To: nrw-ak-soziales AT lists.piratenpartei.de
- Subject: Re: [NRW-AK-Soziales] BGE vs. negative Einkommenssteuer
- Date: Wed, 31 Mar 2010 17:40:32 +0200
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-ak-soziales>
- List-id: <nrw-ak-soziales.lists.piratenpartei.de>
- Organization: Piratenpartei
Am 29.03.2010 14:32, schrieb Rene Daners:
Dazu kommt ein anderer kleiner Nachteil, der meiner Meinung nach
wirklich bei der Arbeitsbeschaffung seitens des Betroffenen liegt. Beim
BGE ist jede Arbeit, jedes Hinzuverdienen, auch ein echtes
Hinzuverdienen. Denn das BGE habe ich ja dann schon zum Leben. Umso
attraktiver werden insbesodere auch Minijobs, da man das Geld ja
wirklich hat und nach Wunsch auslegen kann. Bei der neg.
Einkommenssteuer passiert der selbe Effekt, wie beim ALG2, dass die
Leute letztendlich "für das Amt" arbeiten gehen, aus dem einfachen
Grund, dass sie durch Arbeit ja nicht wirklich mehr haben. Sollte es
aber so weiter gehen, dass die Löhne weiter sinken und Arbeit finanziell
gesehen unattraktiver wird, ist das BGE sinnvoller - 400 Euro mehr
haben, ist eben was anderes, als selbige 400 Euro von der neg.
Einkommenssteuer, bzw. jetzt dem ALG2 abgezogen zu bekommen. Das BGE
würde einen Mindeslohn quasi überflüssig machen - bei der neg.
Einkommenssteuer bräuchten wir diesen m.E. zusätzlich.
Klar sind 400 Euro mehr haben toll, aber habe ich beim BGE überhaupt 400 Euro mehr? - Nein, denn die Produkte sind teurer, weil das BGE ja über eine Produktsteuer finanziert werden soll.
Bei der negativen Einkommensteuer habe ich zwar nicht die vollständigen 400 Euro zur Verfügung, dafür sind die Produkte billiger.
Beispiel:
Beim BGE bekommen ich für 400 Euro die ich verdient habe, nur Produkte im Wert von 350 Euro (+ 50 Euro Produktsteuer).
Von der negativen Einkommensteuer bekomme ich wenn ich 400 Euro verdiene 50 Euro abgezogen. Kann mir also auch Produkte im Wert von 350 Euro kaufen.
Die Frage, ob sich Minijobs lohnen oder nicht, ist eine Frage des Abstufung der negativen Einkommenssteuer; also um welchen Betrag X die negative Einkommensteuer bei einem Einkommen von Y gesenkt wird.
Ich bin der Überzeugung, dass man eine attraktive Abstufung der negativen Einkommensteuer erarbeiten kann.
Dann ein Blick auf die Hemmnisse. Ich bin bspw. der Meinung, dass
Menschen, die sich gerne selbsständig machen würden, risikobereiter
wären, wenn sie ein BGE bekommen. Denn egal, ob ihr Unternehmen
erfolgreich wird, das BGE hätten sie trotzdem, sie müssten sich keine
Sorgen darüber machen, finanziell abgesichert zu sein. Dementsprechend
lässt man sich auch eher auf Dinge ein, von denen man vorher Abstand
gehalten wird, was aber letztendlich auch die Arbeitsplätze schafft,
denn je mehr Menschen sich ohne Hemmungen trauen, sich selbstständig zu
machen, desto mehr Arbeitsplätze haben wir später.
Ein Selbständiger erhält auch automatisch die negative Einkommenssteuer, wenn er kein oder wenig Einkommen hat.
Ansonsten finde ich die Idee der neg. Einkommenssteuer aber vom
Grundsatz her auch okay, wobei Hans-Peter natürlich ebenso Recht hat.
Wobei man die Finanzämter ja dementsprechend ausbauen könnte, um die
ARGEn abzuschaffen. Frage bleibt dann, ob sich irgendetwas ändern würde,
oder ob wir damit lediglich eine "Umetikettierung" erreichen.
Was die Arbeitsagentur betrifft, würde das aber Vorteile bringen. Sofern
das Finanzamt die Bewilligung der Anträge übernimmt, könnte die
Arbeitsagentur ihrer eigentlichen Aufgabe endlich nachkommen: Der
Beratung und Arbeitsvermittlung entsprechend der Wünsche der
Arbeitssuchenden. Momentan ist das ja kaum mehr der Fall, da hier weder
beraten wird, noch dem Arbeitnehmer geholfen wird, seine gewünschte
Arbeit zu finden. Das ist ja nur noch eine
Zwangsmaßnahmen-und-Sanktionen-Gängelei.
Es gibt beim Konzept der negativen Einkommenssteuer kein Bewilligungsverfahren. Ist kein oder wenig Einkommen vorhanden, wird die negative Einkommenssteuer automatisch ohne wenn und aber vom Finanzamt überwiesen.
Dies ist einer der wichtigsten Punkte der negativen Einkommensteuer. Ich muss ja schließlich auch nicht beantragen, dass ich positive Einkommenssteuer zahlen darf. :-)
Gruß Olaf / Thoth23
- [NRW-AK-Soziales] BGE vs. negative Einkommenssteuer, Olaf Wegner, 28.03.2010
- Re: [NRW-AK-Soziales] BGE vs. negative Einkommenssteuer, Hans-Peter Weyer, 28.03.2010
- Re: [NRW-AK-Soziales] BGE vs. negative Einkommenssteuer, Olaf Wegner, 28.03.2010
- Re: [NRW-AK-Soziales] BGE vs. negative Einkommenssteuer, Rene Daners, 29.03.2010
- Re: [NRW-AK-Soziales] BGE vs. negative Einkommenssteuer, Olaf Wegner, 31.03.2010
- Re: [NRW-AK-Soziales] BGE vs. negative Einkommenssteuer, Fizz, 28.03.2010
- Re: [NRW-AK-Soziales] BGE vs. negative Einkommenssteuer, Olaf Wegner, 28.03.2010
- Re: [NRW-AK-Soziales] BGE vs. negative Einkommenssteuer, Fizz, 28.03.2010
- Re: [NRW-AK-Soziales] BGE vs. negative Einkommenssteuer, Olaf Wegner, 28.03.2010
- Re: [NRW-AK-Soziales] BGE vs. negative Einkommenssteuer, Fizz, 28.03.2010
- Re: [NRW-AK-Soziales] BGE vs. negative Einkommenssteuer, Olaf Wegner, 28.03.2010
- Re: [NRW-AK-Soziales] BGE vs. negative Einkommenssteuer, Fizz, 28.03.2010
- Re: [NRW-AK-Soziales] BGE vs. negative Einkommenssteuer, Olaf Wegner, 28.03.2010
- Re: [NRW-AK-Soziales] BGE vs. negative Einkommenssteuer, Hans-Peter Weyer, 28.03.2010
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