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nrw-ak-soziales - Re: [NRW-AK-Soziales] BGE vs. negative Einkommenssteuer

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Betreff: Nrw-ak-soziales mailing list

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Re: [NRW-AK-Soziales] BGE vs. negative Einkommenssteuer


Chronologisch Thread 
  • From: Olaf Wegner <pirat AT thoth23.de>
  • To: Fizz <sven AT sladek.de>
  • Cc: nrw-ak-soziales AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [NRW-AK-Soziales] BGE vs. negative Einkommenssteuer
  • Date: Sun, 28 Mar 2010 19:26:58 +0200
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-ak-soziales>
  • List-id: <nrw-ak-soziales.lists.piratenpartei.de>

Am 28.03.2010 18:19, schrieb Fizz:
Hiho,

Davon ab sehe ich aber eine möglicherweise notwendige Umverteilung der
Kosten weg vom Lohn hin zu Konsumsteuern als die bessere alternative,
da hierbei eben das Produkt besteuert wird und nicht die (rein von
Menschenhand geschaffene) Arbeit. Lohnsteuern sehe ich generell als
überholt an, der technische Fortschritt macht Arbeit unnötig - und das
wird noch krasser werden als es jetzt schon ist. Also ist jede Art von
Lohnsteuerumverteilung von vornherein zum scheitern verurteilt, es ist
ein totes Pferd.

Hallo,

Das sehe ich anders.
Die Einführung der negativen Einkommenssteuer (nicht Lohnsteuer - dazu unten mehr) kann sehr schnell die menschenunwürdigen Zustände denen Harz-IV-Empfänger heute ausgesetzt sind abschaffen.
Ob wir uns danach ein völlig neues Finanzierungsmodell für den Staat überlegen, das der sich verändernden Welt gerecht wird, ist in meinem Augen eine völlig andere Frage. Mir geht es vor allem darum den derzeitigen Bedürftigen in unsere Gesellschaft möglichst schnell(!) ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen.
Und dies direkt mit einem neuen Finanzierungsmodell für den Staat zu versuchen, kommt mir so vor, als wenn man den Bau des Hauses mit dem Kamin auf dem Dach beginnen möchte.

Wie gesagt, nicht Lohnsteuer sondern Einkommenssteuer, die hat auch der Firmeninhaber zu bezahlen, der mit rein maschinell gefertigten Produkten Geld verdient.
Daraus ergibt sich, dass wenn für die meisten Menschen keine produktive Arbeit mehr vorhanden ist, der Staat von denen Finanziert werden muss, die mit Produkten Geld verdienen (Einkommenssteuer). Diesen Betrag würden die Produzenten auf Ihr Produkt aufschlagen, womit wir praktisch bei einer Produktsteuer wären und die Einführung einer solchen dann auch nicht mehr auf so viel Widerstand wie heute stoßen würde. - Wie schon gesagt: Warum gegen Wände anrennen, wenn es eine Tür gibt. Und diese Tür ist für mich die negative Einkommensteuer hin zur Produktsteuer und zum BGE.

Als Mensch mit Einkommen werde ich immer die Menschen finanzieren müssen, die kein Einkommen haben. Egal wie ich mein Einkommen generiere, ob durch Arbeit oder das Verkaufen von Produkten.
- Wenn ich ein Einkommen habe, muss ich -bei der Einkommensteuer- um mir etwas kaufen zu können mehr Einkommen generieren, weil ich Einkommensteuer bezahle.
- Bei der Produktsteuer müsste ich mehr Einkommen generieren, weil das Produkt teurer wäre.
Ich finanziere beides mal die Grundsicherung der Menschen mit, die kein Einkommen haben.

Was nicht heißen soll, dass ich gegen die Produktsteuer bin. Ich bin auch der Überzeugung, dass die Produktsteuer das Modell der Zukunft sein wird. Doch sie jetzt einzuführen um Missstände zu beheben, die in meinen Augen möglichst schnell (Ad-Hoc) behoben werden müssen, halte ich für unangebracht und zu sehr übers Knie gebrochen.
Zu aller erst sollten wir den Menschen ein Leben ermöglichen, das dem Artikel 1 des GG gerecht wird, dann können wir weiter sehen.


Gruß Olaf / Thoth23




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