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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Reform auf 4Ebenen (+ X )

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Reform auf 4Ebenen (+ X )


Chronologisch Thread 
  • From: milton2011 <milton2011 AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Reform auf 4Ebenen (+ X )
  • Date: Sun, 29 Apr 2012 13:55:06 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


Patrik74 schrieb:
Aehzebaer schrieb:
Als sehr praktisch veranlagter Mensch der sein ganzes Berufsleben in der Selbständigkeit verbracht hat, sind es genau diese Dinge die ich mir von den Piraten erhoffe: eine starke Vereinfachung der Regeln, die damit transparent und (ohne Steuerberater) von jedem Depp zu verstehen sind. Dies wäre ein wesentlicher Beitrag zum Bürokratieabbau in der Verwaltung, wie auch in den Unternehmungen, wie auch für jeden einzelnen.

Da bin ich ganz und gar bei dir. Der (vergebliche) Versuch ein allgemein gültiges Regelwerk so gestalten zu wollen, dass in jedem Fall Einzelfallgerechtigkeit (wie auch immer verstanden) erreicht wird, kann nur scheitern.

Am Ende wird es alleine dadurch schon ungerecht, dass es keine Vergleichbarkeit mehr gibt und viele Menschen das System nicht mehr verstehen und die theoretischen Möglichkeiten gar nicht ausschöpfen können - was dann auch wieder ungerecht ist. Das System muss einfach und nachvollziehbar sein. Und wenn der eine oder andere in dem einen oder anderen Jahr eben mal ein bisschen mehr zahlen muss als es nach idealistischen Gesichtspunkten geboten wäre, dann ist diese Unschärfe hinnehmbar - in anderen Jahren mag der selbe dafür über Gebühr profitieren. Pragmatismus setzt auch immer eine gewisse Unschärfe voraus.

Das sind die Maßnahmen, die sich in den nächsten Jahren in Opposition und (eventueller) Regierungsverantwortung von Piraten durchsetzten lassen.

Das hoffe ich auch. Man braucht die Welt nicht neu zu erfinden, man muss nur die vorhandenen Mittel anders einsetzen.

Seit mir nicht böse: die ganzen tollen die Welt verändernden neuen Konzepte kann man ausspinnen, aber ich und auch die Generation nach mir werden dafür keine Mehrheiten in Deutschland, in Europa und schon überhaupt nicht weltweit realisieren lassen. Ich werde mich mit diesen Dingen nicht großartig befassen und konzentriere meine Energie darauf die Auswüchse unserer soziale Marktwirtschaft wieder auf ein erträgliches Maß zu reduzieren und den Bürger wieder mehr in den Mittelpunkt zu rücken. Weg mit dem Lobbyismus, hin zum Bürger-Lobbyismus ... ;-)

Meine Vorschläge sind ganz konkret und lassen sich umsetzen, ohne die Welt zu verändern.

1) Wiedereinführung des Vermögenssteuer mir den Fokus auf Geldvermögen (alles Verfassungskonform und schon mal da gewesen)
2) Vereinfachung des ESt-Rechts auf nur 3 Einkommensarten: Einkommen aus Vermögen, unternehmerischer Tätigkeit, Arbeit (derzeit haben wir 7 Einkommensarten)
3) Umstellung der gemeinsamen Veranlagen von Eheleuten auf Haushalte (entspricht einfach mehr der heutigen Lebensrealität in all seiner Vielfalt)
4) Gestaffelte Flat-Tax nach Einkommensart, bspw. 15% auf Arbeit, 30% auf unternehmerische Tätigkeit, 45% auf Vermögenseinkommen (führt im Ergebnis zu einer Progression gemäß dem Einkommenslevel, da Niedrigverdiener überwiegend Arbeitseinkommen beziehen, die "Besserverdienenden" oft Unternehmer sind und die wirklich reichen hauptsächlich Kapitaleinkommen beziehen, genaue Steuersätze müssten noch kalkuliert werden)
5) Abschaffung aller Subventionen und Steuererleichterungen
6) Umstellung von Steuerfreibetrag auf fixen Steuerabzug, um Privilegierung der Großverdiener zu vermeiden (bei progressiven Steuersatz profitieren Vielverdiener vom Freibetrag mehr als Kleinverdiener)
7) Hoher gleichmäßiger Steuerabzug pro Person (Kinder und Erwachsene gleich)
8) Abschaffung aller Konsumsteuern (was soll das überhaupt? Benachteiligt im wesentlichen die geringen Einkommen mit hoher Konsumquote)

Mit diesen sieben Schritten würde man das ESt-Recht radikal ausmisten, und die Steuerlast für den normalen Arbeitnehmer drastisch senken können, die verfügbaren Realeinkommen der breiten Bevölkerung erhöhen, was zu einem höherem Leistungsanreiz führen wird, weil sich das Netto wieder dem Brutto annähert. Ausserdem halte ich es persönlich für gerechter wenn Leute mit hohem Geldvermögen sich wieder stärker an den Staatsfinanzierung beteiligen.

Daran ist nichts revolutionäres, es ist einfach nur eine Verschiebung der jetzigen Sätze und eine Vereinfachung in Bezug auf die Einkommensarten.

Das sind ganz konkrete und umsetzbare Schritte, die meines Erachtens einen großen Effekt hätten und ohne Weltrevolution auskommen.

Schmunzel,
dazu gibt es schon ein Steuergesetzbuch von Prof. Kirchhof, übrigens mit gleicher Steuer für alle Einkommensarten.
Viel Spaß bei der Wiedererfindung des Rades.:)

Zudem, die Mehrwertsteuer ist von der EU vorgeschrieben.

Eine Negative Income Flat Tax von 50 % ersetzt alle Steuern außer Mehrwertsteuer sowie die Sozialabgaben.
Ein bGE aus NIFT finanziert die Sozialabgaben, die KV als Kopf-Pauschale, die halben Renten und das halbe ALG durch 12 % Beiträge bei Arbeitnehmern und als Leistung gegenüber Rentnern und ALG1lern.

NIFT 50 ist nur Steuerklasse 6 für alle Einkommen mit Steuersatz 50 % für bGE für alle Bürger.




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