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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn Niederlande

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn Niederlande


Chronologisch Thread 
  • From: aloa5 <aloa5 AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn Niederlande
  • Date: Wed, 28 Dec 2011 09:25:25 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


CAP schrieb:
aloa5 schrieb:
CAP schrieb:
Das Herumspielen an der Spar- und Konsumquote taugt doch nur für die kurzfristige Kosmetik. Denn mittelfristig brauchen wir beides.
Wenn Du ein Missverhältnis hast - also der eine nur Außenhandelsüberschüsse und der andere nur Defizite - dann ist das nicht nur Kosmetik. Man muss das Gleichgewicht wahren, denn nur dann hast Du Beides nachhaltig. Und zusätzlich muss man ein Auge auf die Investitionen haben, denn Sparen ist nur die halbe Miete.

Grüße
Otmar

@ Außenhandelsüberschüsse: Das ist aber eine ganz andere Baustelle mit ganz anderen Parametern.

@ Sparen und Investition: Auch das ist eine andere Baustelle. Hier geht es um lenkende Wirkungen, Markteffizienz und Allokation.
Das ist Deine Ansicht, da Du alle Außenhandelsprobleme mit Währungsauf- und abwertungen aus der Welt schaffen können möchtest. Das geht innerhalb einer Währung nicht und Währungswert-Veränderungen sind m.E. auch nichts anderes als ein anpassen von Konsum- und Sparquoten.

Worum es geht ist in der Tat Effizienz. Wenn Du jemandem mit hoher Sparquote einen Euro nimmst und jemandem mit einer Sparquote von Null gibst (oder als Staat ausgibst) hast Du 1 Euro zzgl. Multiplikator an BIP und Konsum zusätzlich - und m.E. als Resultat immer noch etwas in der Sparquote (also nicht Sparquote ./. 1 sondern Sparquote ./.1 + Zugang). Das gilt insbesondere und imho so lange wie man sowohl
- einen Außenhandelsüberschuss
- als auch Arbeitslosigkeit
- als auch eine positive Sparquote (wobei sich eine neg. Kapitalbilanz bereits aus dem Überschuss ergibt)
vermelden kann.

Es ist in diesem Falle effizienter den Euro "zu verbraten" (also Arbeit nachzufragen und/oder Wohlstand zu schaffen) als nach Griechenland zu schicken. Das ist für uns effizienter und für die Griechen ebenso. Es ist nicht zwingend so das die nominell gesparte Geld/menge/ einknickt obwohl die Spar/quote/ durchaus eine Delle erhalten kann. Das aus dem Grund heraus das das BIP ansteigen würde und damit die gleiche gesparte Geldmenge einen anderen Wert ergeben würde. Sagen wir statt 1800Mrd Volkseinkommen dann 1900Mrd Volkseinkommen bei gleichbleibend 180Mrd Sparvolumen. Das Ziel wäre bei dem ursprünglichen Paar 1800/180 10-30Mrd herauszulösen, die Umlaufgeschwindigkeit zu erhöhen und die Paarung 1900/180 zu schaffen. Dann hat man zwar die Sparquote "beschädigt" aber nicht das gesparte Volumen und auch nicht das für Investitionen zu Verfügung stehende Geld.

Bei Vollbeschäftigung und/oder Außenhandelsdefizit dürfte man das natürlich nicht machen. Und die Parameter sollten so gesetzt sein das eine Arbeitsaufnahme der nicht beschäftigten möglich ist (sei es durch priv. Konsum oder durch Investitionen induziert).

Auch ganz interessant ist dabei die Summary:
http://www.iab.de/195/section.aspx/Publikation/k110411n09

In Kombination mit einem allgemeinen Mindestlohn wären *arbeitnehmerseitige* (!!) Lohnsubventionen ineffektiv. Die Simulationsergebnisse zeigen, dass in diesem Fall *arbeitgeberseitige* (!!) Lohnsubventionen die infolge des Mindestlohnes gestiegenen Arbeitskosten kompensieren und Beschäftigungsverluste im Niedriglohnbereich teilweise verringern können.
And here we go: Lohnsummenausgleichssteuer.

Das passt alles ganz gut zueinander.

Grüße
Otmar




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