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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn Niederlande

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn Niederlande


Chronologisch Thread 
  • From: aloa5 <piratenpartei AT t-online.de>
  • To: "CAP (Christian)" <CAP AT news.piratenpartei.de>, ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn Niederlande
  • Date: Mon, 19 Dec 2011 18:12:53 +0100
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: http://twitter.com/aloa5

CAP (Christian) schrieb:

Hallo Ottmar,

ein paar Gedanken zu Deinem 4 Seiter...

@ Lohnsummensteuer: Wie schaut das denn mit Deiner Lohnsummensteuer für gut bezahlte Personen konkret aus? Du sprichst ja an, dass viele selbstständig werden. Wäre ein Selbstständiger auch von der Lohnsummensteuer betroffen? Wenn nicht, wie gehst Du mit dem Kostennachteil des angestellten Gutverdieners im Vergleich zum Selbstständigen um, der sie nicht zahlen muss, um zu vermeiden, dass Gutverdiener nicht alle in die Selbstständigkeit flüchten? Das gleiche gilt natürlich auch für die Schlechtverdiener vgl. Paketboten, Hotelreinigungskräfte,...


Es gibt inzwischen eine Version C mit Anpassungen und einem Kleinen Absatz zur PV:
http://logicorum.files.wordpress.com/2011/12/erweiterter-sozialstaat-c.pdf


Die Lohnsummenausgleichsteuer wird nur von Arbeitgebern gezahlt. Ein Gutverdiener als solches hat keinen Nachteil. Aber sein Arbeitgeber erleidet einen.

Es gibt in der Tat einen Nachteil eines GmbH Gesellschafter-Geschäftsführers (der für seinen eigenen Lohn die LsSt zahlen muss) gegenüber einem Selbstständigen mit einer Einzelfirma. Dem kann er ausweichen indem er sich keinen Lohn auszahlt sondern die Steuer umgeht indem er sich jeweils vorweggenommene Gewinnausschüttungen genehmigt.

Das ist bereits heute bei unteren Lohnklassen der Fall, beispielsweise Pakteboten, Bauarbeitern (auch wg. SOKA-Bau; insg. dann 40-50% Aufschläge) etc.. Ich rechne nicht damit das in den oberen Lohnklassen in großem Umfang Scheinselbstständigkeit entsteht. Und eingezahlt wird von allen - auch ohne LsSt, daher gibt es die flankierenden Einkommensteueranpassungen.


@ Rente bzw. KV:
Bei der Ausdehnung der zahlenden Gruppe, vergrößerst Du auch die berechtigte Gruppe. Macht das unter der Bedingung dann noch Sinn?

Das ist ja gewollt. Anders hat man kein Grundrenten- und Grundkrankenkassen-System welches alle erfasst. Wird wie gesagt in der Schweiz auch gemacht. Das macht daher schon Sinn. Deshalb werden von Selbstständigen, Gutverdienern und Arbeitgebern auch etwas höhere Einzahlungen - sei es über die ESt oder über die LsSt - eingefordert.

Das Sekundärziel ist jedoch auch ein höherer Beschäftigungsstand und mehr Umsatz durch mehr Kaufkraft. Auch unter diesem Aspekt soll es (lt. Planung) Sinn machen. Es werden "jetzt" bis zu 30Mrd mehr verlangt und weitere Mrd zwischen verschiedenen Arbeitgebern effizienter umverteilt damit mehr konsumiert werden kann/wird. Das ist nicht viel, etwa 20-40Mrd Euro aus der bisherigen Sparquote genommen und an untere Lohngruppen und andere Arbeitgeber oder ärmere Rentner gegeben. Der Effekt sollte sich aus dem Kreislauf verstärken. U.a. auch dadurch das bei gestiegener Kaufkraft die Lohnkosten sinken was man u.a. mit diesen Maßnahmen erkauft bzw. gezielt finanziert.


Grüße
Otmar





LG





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