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Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft
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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn - Versuch Konsensfindung und Positionspapier
Chronologisch Thread
- From: aloa5 <aloa5 AT news.piratenpartei.de>
- To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
- Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn - Versuch Konsensfindung und Positionspapier
- Date: Wed, 30 Nov 2011 09:11:44 +0000
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
- List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
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Kellerkind schrieb:
@aloa5: Die Ablehnung von Mindestlöhnen entspricht dem Gedanken des reinen Kapitalismus, nicht der sozialen Martkwirtschaft. In der sozialen Marktwirtschaft gibt es ein soziales Korrektiv, welches verhindert, dass sich der Lohn ausschließlich nach dem Prozeß Angebot und Nachfrage richtet.
Der Mindestlohn ist genau dieses soziale, moralisch gebotene Korrektiv, welches Ausbeutung verhindert. Es dient nicht dazu, Arbeitsplätze zu schaffen. Insofern ist es kein Argument gegen Mindestlöhne, dass diese keine Arbeit schaffen würden.
Ich weiß das in der soz- Marktwirtschaft ein Lohnniveau nicht unterschritten werden soll. Ich hatte Müller-Armack imho bereits verlinkt. Wenn nicht, dann hole ich das jetzt nach:
http://homepage.uibk.ac.at/~c43207/die/papers/muellerarmack.pdf
Zitat:
/So hebt sich die Soziale Marktwirtschaft bewußt von der Vorstellung ab, der Markt könnte in jedem Fall eine gerechte oder soziale Lösung anbieten. Alfred Müller-Armack gibt dazu in einem Programm von 1948 folgende konkreten Vorschläge für die Politik, die das durch die Zeit bestimmte grundsätzliche Programm näher determinierten: Eine soziale Betriebsordnung soll geschaffen werden, die den Menschen in den Mittelpunkt des Wirtschaftens stellt (Mitbestimmung der Arbeiter, ohne den Unternehmer einzuengen). Eine Wettbewerbsordnung soll geschaffen werden, um einen fairen Wettbewerb zu erlauben und die Bildung von Monopolen und Kartellen zu verhindern. Eine konjunkturpolitische Beschäftigungspolitik soll sowohl auf Stabilität als auch auf Arbeitsplatzbeschaffung Gewicht legen. Umverteilung zum Ausgleich ungesunder Einkommens- und Besitzunterschiede soll stattfinden, da diese zu stark mit dem alten erfolglosen System in Zusammenhang stehen. Es soll Siedlungspolitik und sozialen Wohnbau geben, die auch Raumordnung und Städtebauplanung mit einbeziehen. Klein- und Mittelbetriebe sollen gefördert werden, um eine dezentrale Struktur zu schaffen. Genossenschaftliche Selbsthilfe soll ebenso in die Wirtschaftsordnung eingebaut werden, wie auch die Sozialversicherung ausgebaut. *Außerdem soll es Mindestlöhne und freie Tarifvereinbarungen geben.* Diese Maßnahmen wurden im Wesentlichen in den folgenden Jahren durch die Regierung Adenauer (mit Wirtschaftsminister Erhard) umgesetzt./
Die Frage ist nicht das "ob" eines auskömmlichen Lohnes. Die Frage ist das "wie kommt man da hin".
Grüße
Otmar
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn - Versuch Konsensfindung und Positionspapier, (fortgesetzt)
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn - Versuch Konsensfindung und Positionspapier, aloa5, 30.11.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn - Versuch Konsensfindung und Positionspapier, aloa5, 30.11.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn - Versuch Konsensfindung und Positionspapier, aloa5, 30.11.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn - Versuch Konsensfindung und Positionspapier, aloa5, 30.11.2011
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