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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Wir wollen Armut verhindern, nicht Reichtum

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Wir wollen Armut verhindern, nicht Reichtum


Chronologisch Thread 
  • From: Benniklaus <Benniklaus AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Wir wollen Armut verhindern, nicht Reichtum
  • Date: Fri, 11 Nov 2011 08:38:47 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


Ich meine das Geld gehört auf jedem Fall zum Kapital. Wenn ich etwas produzieren möchte benötige neben den von dir aufgezählten Mittel in jedem falle Geld oder ein entsp. neutrales Tauschmedium. Bevor ich einen neuen Produktionszyklus starten kann, muss ich die angeführten Nutzungsrecht der angeführten Mittel Energie, Rohstoffe, Infrastrukturleistungen (soweit sie nicht öffentliches Eigentum sind - eigentlich nur noch Straßen) erwerben. Dazu kann ich natürlich einen Teil des zu produzierenden End- oder Zwischenproduktes versprechen, in der Regel wird der Besitzer des Kapitals aber eine Geldwerte Leistung für die Nutzung seines Eigentums verlangen.
Also muss ich einen Kredit aufnehmen und Zinsen zahlen. Das führt aber wieder zu einer Konzentration der Geldmittel bei denen die die besitzen. Genau das ist doch unser gegenwärtiges Dilemma! Alles gehört irgend jemandem. Will ich es nutzen, muss ich den Besitzer entschädigen. Der Besitzer ist aber in der glücklichen Lage, dass er in der Regel nicht darauf angewiesen ist seinen Besitz so benutzen zu lassen. Er kann es sich leisten, und hier bin ich wieder bei den 10%, zu entscheiden wem er Zugriff und Nutzung seines Besitzer gewährt. Hingegen der Unternehmer, also der der das nötige Kapital braucht, auf das wohlwollen des Besitzers angewiesen ist und so dessen Bedingungen akzeptieren muss.
Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass er sein Kapital freiwillig für Projekte hergeben wird, die ihm keinen Profit bringen, damit seinen Besitz oder Reichtum schmälern aber z.B. alten Menschen einen menschenwürdigen Lebensabend bescheren oder die Ausstattung der Schulen verbessert.
Wie kommst Du zu der Behauptung, Energie und Rohstoffreserven währen noch nicht ausgelastet. Ich meine alle wirtschaftlichen Daten zeigen, dass dies sehr wohl der Fall ist. Und das sowohl mengenmäßig als auch ökologisch. Überall stoßen wir an Grenzen. Genau das ist das zweite Problem der Kapitalismus. Er muss wachsen. Nur so läst sich der Widerspruch zwischen den Produzierenden auf der einen Seite und den Eigentümern auf der anderen Seite ausgleichen. In der Wirtschaft muss doch der Wert den Arbeit schafft dazu verwendet werden andere Arbeit zu kaufen. Anders, es darf an keiner Stelle der Gesamtwertschöpfung Kapital aus dem Wirtschaftskreislauf entzogen werden. Wird es entzogen und z.B. als Geld auf die Bank gelegt oder an Börsen gebracht, führt das dazu dass nicht mehr alle Produkte (Gesamtvolkswirtschaftlich) gekauft werden können und übrig bleiben. Andererseits besteht ein Bedarf an diesen Produkten. Nur können die Bedürftigen sie nicht kaufen. Mit den bekannten Folgen von Krisen.
Also im großen und ganzen und sehr stark vereinfacht aber daher vielleicht um so deutlicher: Was der Arbeiter produziert muss er auch kaufen können.




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