Zum Inhalt springen.
Sympa Menü

ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antrag 071 Grenzabgaben aus Einkommensteuer, Sozialabgaben und Mehrwertsteuer

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

Listenarchiv

Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antrag 071 Grenzabgaben aus Einkommensteuer, Sozialabgaben und Mehrwertsteuer


Chronologisch Thread 
  • From: "CAP (Christian)" <CAP AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antrag 071 Grenzabgaben aus Einkommensteuer, Sozialabgaben und Mehrwertsteuer
  • Date: Tue, 18 Oct 2011 10:12:59 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


Hallo Andena,

die Antwort in Kurzversion wäre ein Verweis auf meine Aussagen im Thread "Fwd: Re: Wirtschaft und Finanzen beschäftigen die Menschen". Um im in meinen Ausdrücken dort zu bleiben, muss man uns beide wohl als zwei Individuuen sehen, die ein völlig unterschiedliches Koordinatensystem haben.

Aber ich möchte auch manch eine spezielle Antwort von Dir noch kommentieren:

Andena schrieb:

Andena schrieb:
LOL. Aus rein geschichtlicher Sicht mag das stimmen, im heutigen Kontext ist Neolibaralismus ein Gegenpart zur sozialen Marktwirtschaft ;)

CAP schrieb:
Mein Ansatz ist schlicht, der Neoliberalismus ist ungenügend interpretiert worden. Vor allem ist der Ordoliberalismus mit seiner Gestaltungskraft völlig unterschätzt worden. Deswegen stehen wir heute da, wo wir stehen.
Mit dieser Meinung stehst Du in der Piratenpartei völlig zurecht so ziemlich allein da. ;)
Das "völlig" ist Deine normative Wertung. Und ich gebe Dir recht, dass es nicht viele sind. Aber ich hab auch ähnlich wenige gefunden, die ein konsistentes "Koordinatensystem" besitzen und eine andere Position vertreten.

Andena schrieb:
Andena schrieb:
Als statistisches Spielzeug mag der Median ja ein nettes Instrument sein, für die Bestimmung der Steuerhöhe ungeeignet.

CAP schrieb:
Warum? Wenn Du auch die Transferleistungen an ihnen orientierst? Dann macht es doch Sinn beides an der gleichen Größe zu orientieren.
Nein, macht Null Sinn. Der Median ist ein statistisches Spielzeug.
Dann sollte sich einer von uns beiden noch mal die theoretischen Grundlagen der Preis- und Lohnbildung noch mal sehr genau anschauen.

Andena schrieb:
Andena schrieb:
Welcher fatale Status?

CAP schrieb:
Ich weiß nicht warum Du Dich hier politisch betätigst. Ich betätige mich, weil es Arbeitslose gibt, ToDos an allen Stellen liegen bleiben, unser Wohlstand bzw. seine Entwicklung hinter anderen zurück bleibt,...
kurzum vieles darauf hindeutet, dass unser System derzeit sehr ungeeignet ist seine Allokationsfunktion effizient zu erfüllen.
Aha. Und mehrwertsteuerbefreites Bügeln ist also Deine ultimative ordoliberale Antwort? Und nebenbei plädierst Du dafür, die MwSt für Grundnahrungsmittel auf eine Stufe mit der MwSt für Luxusprodukte zu stellen.
Schade, ich hätte jetzt anstatt auf eine polemische Antwort auf eine Erklärung Deiner Handlungsmotivation gehofft.

Andena schrieb:
Andena schrieb:
Selbstverständlich macht die paritätische Finanzierung der Sozialversicherungssysteme nicht nur Sinn, sondern ist geradezu ein geniales Instrument, um eine gemeinsame Interessenlage der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer zu bewirken. Dagegen ist die Verschiebung der sozialen Lasten zu Ungunsten der Arbeitnehmer ein zwar verständliches aber angesichts der demografischen Entwicklung perfides Wunschdenken der Unternehmerlobby.

CAP schrieb:
Es spricht ja niemand von uns beiden für eine Verschiebung der Lasten zum AN. Der soll ja auch den heutigen AG-Anteil bekommen.
Dann haben alle zukünftigen steigenden Lasten der Sozialsystem ausschließlich die Arbeitnehmer zu tragen. Vor dem Hintergrund der absehbaren demographischen Entwicklung ist das dann was?
Dabei übersiehst Du, dass bei mir in den Anträgen die Transfers vollständig über die Steuern abgewickelt werden. Und Steuern sind weit besser geeignet zur Modellierung der Umverteilung als Sozialabgaben, oder möchtest Du mir auch da widersprechen?

Andena schrieb:
Andena schrieb:
Habe ich da jetzt einen Knick in der Pupille oder willst Du tatsächlich den unteren Nettoeinkommensbeziehern dann sogar noch einen Teil der Einkommen stehlen?

CAP schrieb:
Alle Transfersysteme bauen darauf auf eine Kaufkraft umzuverteilen. Meine Anträge haben vor allem den Sinn die Anreizssysteme im unteren Lohnsegment sauber zu gestalten. Und in dem Zusammenhang fallen viele Subventionen weg. Warum soll die Gesellschaft ohne Notwendigkeit den einen Haushalt auf ein höheres Einkommensniveau subventionieren, als den anderen, wenn beide die gleiche Zusammensetzung haben?
Die unteren Haushaltseinkommen, die sinken, geben nur Subventionsvolumen ab. Es geht mir nicht darum, diese Haushalte kräftig zu mästen. Es geht mir darum, ihnen die gewünschte Mindestaustattung zu sichern und ihnen möglichst wenig in den Weg zu legen, um an der Wirtschaft zu partizipieren. Wenn man will kann man den entstehenden Spielraum auch nutzen die Mindestausstattung deutlich anzuheben.

Ich interpretiere Deine Antwort mal dahingehend, dass Du den unteren Einkommensgruppen tatäschlich Nettoeinkommen stehlen willst, damit die Bezieher oberer Einkommen zusätzlich ihr Netto steigern können. Das ist eine Umverteilung von Unten nach Oben.
Das könnte jetzt für Dich als Paradoxon erscheinen: Ich will ihnen weit mehr Netto von ihrem Bruttoarbeitseinkommen lassen und ihnen aber zugleich massiv ihr Haushaltseinkommen beschneiden, soweit es sich um Subventionen durch die Gesellschaft handelt, die sie nicht brauchen. Und dies brauchen definiere ich so, dass wenn es ein Haushalt braucht, dann muss ich es auch einem anderen Haushalt, der dem ersten entspricht, zugute kommen lassen.

Andena schrieb:
Ich schwanke mittlerweise echt dazwischen, ob Du einfach hier nur rumtrollen willst, als Satiriker unseren Ironiedetektor testen willst oder Du Dein Geschwurbsel tatsächlich ernst meinst. ;)

Gruß, Andena
Ich meine das alles sehr ernst. Und für einen Ökonomen sollte es auch einfach zu verstehen sein, wenn er das Konstrukt erfaßt hat und die Rädchen in der Volkswirtschaft kennt.

Gruß CAP




Archiv bereitgestellt durch MHonArc 2.6.19.

Seitenanfang