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ag-landwirtschaft - [Ag-landwirtschaft] Sensor soll Kitze vor Mähtod retten

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Betreff: Mailingliste der AG Landwirtschaft

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[Ag-landwirtschaft] Sensor soll Kitze vor Mähtod retten


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  • Subject: [Ag-landwirtschaft] Sensor soll Kitze vor Mähtod retten
  • Date: Wed, 23 May 2012 23:31:01 +0200
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-landwirtschaft>
  • List-id: <ag-landwirtschaft.lists.piratenpartei.de>

Düsseldorf
Sensor soll Kitze vor Mähtod retten

VON SYBILLE MÖCKL - zuletzt aktualisiert: 21.05.2012 - 02:30

Düsseldorf (RP). In der Landwirtschaft hat die Mähsaison begonnen. Jährlich
werden dabei Hunderttausende Wildtiere getötet, die sich im Gras verstecken.

Damit das in Zukunft nicht mehr passiert, empfiehlt der Rheinische
Landwirtschafts-Verband den Bauern Infrarot-Detektoren beim Mähen
einzusetzen.

Das beste Versteck für ein Rehkitz ist hohes Gras, weil es dort nur schwer
von Raubtieren gefunden wird. Jedoch werden die Gräser den Tieren in der
Mähsaison, die sich mit den Setz- und Brutzeiten vieler Wildtiere
überschneidet, häufig zum Verhängnis. Denn gegen die riesigen Schlepper, die

seit wenigen Tagen wieder unterwegs sind, haben die Tiere keine Chance.
Hunderttausende Rehe, Hasen und Vögel fallen jedes Jahr den Messern der
Kreiselmäher zum Opfer. Sie werden erfasst und verstümmelt oder getötet.

"Die Gefahr, dass der Landwirt beim Mähen junges Rehwild übersieht und
verletzt, ist groß, da die Tiere sich im hohen Gras schützen wollen und sich

tief ducken", teilt der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) in Bonn
mit. Um das zu verhindern, empfiehlt der Verband unter anderem den Einsatz
von Infrarot-Detektoren, die auf die Wärme des Wildes mit einem Ton- oder
Lichtsignal reagieren. Langjährige Erfahrungen in der Schweiz und in
Österreich zeigen, dass die Geräte sehr wirkungsvoll arbeiten. Sie sollen
eine Erfolgsquote von bis zu 90 Prozent aufweisen und den Bauern rechtzeitig

auf ein Lebewesen im Gras aufmerksam machen.

Jetzt wird diese Technik auch in Deutschland, bisher allerdings nur in
Bayern, getestet. Die Infrarot-Suchgeräte empfangen die langwellige
Wärmeenergie von Lebewesen. Daher müssen die Geräte frühmorgens eingesetzt
werden, wenn sich die Körpertemperatur der Tiere noch deutlich vom
umgebenden Erdboden unterscheidet. In Nordrhein-Westfalen arbeiten die
Landwirte Hand in Hand mit den Jägerschaften, um das Jungwild vor dem Tod
unter den Mähern zu bewahren. Josef Peters, Vorsitzender der
Kreisbauernschaft Kleve, erklärt: "Es gibt verschiedene Methoden, die Rehe
aus dem hohen Gras zu treiben. Dabei arbeiten wir eng mit den Jagdpächtern
zusammen." Einer davon ist Gerhard Thomas, Vorsitzender der Kreisjägerschaft

Kleve. Er sagt: "Die Landwirte geben uns den Mähtermin durch. Dann ist es
unsere Aufgabe, am Abend vorher das Wild aus den Wiesen zu verscheuchen."
Dafür gehen er oder seine Kollegen mit Hunden durch die Wiese oder stellen
Scheuchen auf, etwa flatternde Plastiktüten oder Bänder. "Rehmütter
empfinden die Wiesen dann als nicht mehr sicher genug und ziehen mit ihren
Kitzen um." Sogar spielende Kofferradios, die an den Wiesen aufgestellt
werden, hielten die Wildtiere davon ab, die Grünflächen als Rückzugsgebiete
zu nutzen. Diese klassischen Methoden sind im Rheinland weit verbreitet.
Aber es geht auch moderner: Thomas hat im vergangenen Jahr zum ersten Mal
einen "akustischen Wildretter" getestet - mit Erfolg: "Einige Rehe, Hasen
und sogar Füchse habe ich mit dem Geräuschgeber aus dem Feld getrieben. Ein
primitives Kästchen, aber sehr effektiv."

Erfinder des "akustischen Wildretters", das einen für die Ohren extrem
unangenehmen Piepston aussendet, ist Revieroberjäger Thomas Berner aus dem
LJV-Forschungs- und Lehr-Revier Rheinberg. Der kostengünstige
Elektronik-Baustein des kleinen Kastens vertreibe nicht nur Rehe und Hasen,
sondern auch alle anderen Tiere der Feldflur, die ansonsten schwerste
Verletzungen und fast immer einen qualvollen Tod im Mähwerk erleiden würden,

sagt er. Man müsse ihn einfach am Abend vor dem Mähtermin in einer
Plastiktüte im Feld aufstellen.

Wem das zu kompliziert ist, der kann aber auch auf altbewährte Methoden
zurückgreifen. Paul-Christian Küskens, Vorsitzender der Kreisbauernschaft
Oberbergischer Kreis, sagt: "Wir mähen die Wiesen von innen nach außen."
Damit hätte das Wild stets die Möglichkeit, zu flüchten. "Wenn man von außen

nach innen mäht, kreist man das Wild quasi ein und verhindert seine Flucht."

Und nichts sei unangenehmer als ein Wildschaden. Dazu kommt die
Gesundheitsgefahr durch Leichenteile im Tierfutter. "Die Gefahr einer
Vergiftung der Tiere ist nicht von der Hand zu weisen", sagt
Kreisjägerschaftsvorsitzender Thomas. Daher müssten Jäger und Landwirte
gemeinsam alles dafür tun, das Jungwild zu schützen. Sogar an kleinen
unbemannten Fluggeräten werde derzeit geforscht. "Aber bis diese technischen

Geräte wirklich einsatzbereit sind, verlassen wir uns auf die gute
Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Jägerschaft."

Quelle: RP
http://nachrichten.rp-online.de/regional/sensor-soll-kitze-vor-maehtod-rette
n-1.2839466


Anmerkung:
in unserem Lokalblatt stand die Tage das die Jägerschaft beim Abgehen der
Felder Toilettenpapierstreifen an die Halme binden. Effektiv und billig.





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