Zum Inhalt springen.
Sympa Menü

ag-landwirtschaft - Re: [Ag-landwirtschaft] SWR-Bericht über Kupferpräparate als Fungizid

ag-landwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Mailingliste der AG Landwirtschaft

Listenarchiv

Re: [Ag-landwirtschaft] SWR-Bericht über Kupferpräparate als Fungizid


Chronologisch Thread 
  • From: Detlef Lindenthal <detlef AT lindenthal.com>
  • To: ag-landwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-landwirtschaft] SWR-Bericht über Kupferpräparate als Fungizid
  • Date: Tue, 03 Apr 2012 18:00:00 +0200
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-landwirtschaft>
  • List-id: <ag-landwirtschaft.lists.piratenpartei.de>

Am 03.04.12 12:15, schrieb Thomas: Schade, daß Du Deine gute Argumentation Danke für die Blumen.
mit den unsachlichen Sätzen zum Wein Hmm -- was genau findest Du unsachlich? Meine Aussage, daß Äthanol giftig und deshalb nicht "bio" sei?
selbst torpedierst.
Torpedieren müßte ja etwas in einer solchen Richtung bedeuten, daß zwischen meinen Aussagen ein Widerspruch, ein Kurzschluß, eine Selbstsprengung gefunden werden könnte -- kannst Du mir Hilfestellung geben, indem Du mir die Unstimmigkeit aufzeigst?

Vorsorglich möchte ich andeuten, daß ein Gründesatz oder Argument nach meiner Meinung seinen Wert nicht dadurch bekommt, daß er dem Hörer und Leser gefällt, sondern dadurch, daß er stimmig ist und mit seinen Voraussetzungen und seinem Umfeld vom Sinn her und logisch widerspruchsfrei zusammenpaßt.

Andeuten möchte ich auch, daß mein ältester Sohn in der Husumer Rungholtschule Zivildienst gemacht und in der Schwimmbad-Umkleide Jugendlichen dichte Gummihosen angezogen hat, damit das klare Wasser keine dunklen Flecken bekommt, wenn die Jugendlichen nicht dichthalten -- ich habe sie kennengelernt: nette Gesichter, ein wenig blaß, IQ unter 50, können nicht sprechen, kaum verstehen, zeigen kaum Gefühlsregungen -- aufgrund einer Embryo- oder Fetopathie durch periplazentaren Alkoholismus.
-- Eben habe ich mir  
     http://de.wikipedia.org/wiki/Fetales_Alkoholsyndrom  
durchgelesen, mir ist noch mal ganz schlecht geworden, und ich bekräftige noch mal meine bisherige Meinung:
A l k o h o l   i s t   v o l l   u n b i o .
Ich bin Sozialpädagoge und weiß ziemlich gut, wovon ich hierbei rede.

Nicht alle Leute, die Wein oder andere alkoholhaltige Getränke zu sich nehmen, haben einen Entzug nötig.
Doch, ich finde schon.
Übrigens gibt es im Schlepptau der Veganer-Bewegung die "Straight Edge"-Leute: klare Kante, kein Gift. Gefällt mir sehr. Die habe ich auch in den späten 70ern in der Drogen-Reha kennengelernt: "Kein Gift!" hieß es da.
Und wenn man den SWR-Beitrag aufmerksam verfolgt hat, sollte zur " klaren Birne " durchgedrungen sein, daß es nicht nur um Wein-, sondern auch um den Anbau anderer Obstsorten geht (aus denen man natürlich auch Alkohol herstellen kann.)
Bei Äpfeln, Birnen, Pflaumen, Mirabellen, Kirschen, Kiwis, Erd-, Brom-, Him-, Stachel-, Blau- und Johannesbeeren gibt es jeweils ausreichend viele leckere Sorten, die keine Spritzung benötigen, auch nicht mit Kupfervitriol. Und leckeres Obst zu vergären, das finde ich keine Veredelung.

Auch wurde klar gesagt, daß die überwiegende Menge von Kupferpräparaten nicht von den Biowinzern, sondern im konventionellen Anbau eingesetzt wird. Dies scheint mir eine sehr wichtige Information zu sein, wurde doch gerade auch in vorangegangenen Diskussionen in diesem Medium der Kupfereinsatz zum Schüren von Biolandbauphobien ausgiebig genutzt. Kupfer ist also nicht ein nur Bioproblem, sondern generell ein Problem in der Landwirtschaft. Diese Erkenntnis hilft vielleicht auch einigen, ihre Emotionalität zu diesem Thema zu versachlichen.
Was meinst Du mit versachlichen -- Mittelwege suchen?

Zu den Aussagen von Stefan hätte ich gern gewußt, wo ich nachlesen kann, daß moderne Fungizide weniger ökotoxisch sind als Kupfer, Den Einsatz von Bioziden, und seien es Fungizide, finde ich ziemlich unbio. Auch Pyrethrum-Auszüge sind bei weitem nicht harmlos; viele Pflanzen vertragen sie auch gar nicht.
und wie die Ökotoxität gemessen wird, um so einen Vergleich wie z.B. 3 Kg Kupfer auf einen ha sind  weniger ökotoxisch sind als 3 Kg Roundup auf 1 ha nachlesen bzw. anstellen zu können  bzw. ob Du uns allen die Quelle, aus der Du Deine Argumentation ableitest, zur Verfügung stellen kannst.

Diese Informationen halte ich für eine Positionierung dazu für unumgänglich.

gruß
thomas
Oder habe ich bei der Abgrenzung von "bio" und "unbio" etwas nicht mitbekommen, was sich in den vergangenen Jahrzehnten an der Lehrmeinung geändert hat? Ich will durchaus für meine Fortbildung noch etwas tun.

Grüße, Detlef



Am 03.04.2012 06:49, schrieb Detlef Lindenthal:
Tjaaa -- das ist ein Argument. Das Argument ist so kraftvoll, daß man damit schon ziemlich gut den ganzen Chemielandbau rechtfertigen könnte: na klar sind die neueren Spritzmittel ein bißchen flinker abbaubar und haben einige zuvorige Nebenwirkungen weniger. 
Die Erörterung von DDT, Lindan, Dieldrin und 2,4,5-T habe ich in meiner Jugend miterlebt. Und Glyphosat ist ja sooo viel harmloser und abbaubarer.
Deshalb fresse ich dem noch lange nicht aus der Hand, und ich glaube nicht, daß das massenweise Einatmen der (immerhin zielgerichtet bioziden, also lebentötenden) Sprühnebel durch die Bauern gesund ist. Ich finde solche Pflanzen"pflege" einfach ekelhaft. Vielleicht sollte man einen Kampagne gegen "Biowein" lostreten; ein Stoff, der allein schon durch den Äthanol-Gehalt toxisch ist, ist nicht "bio" (lebensfördernd), sondern ist Gift.
Allen Alkanhängern wünsche ich einen erfolgreichen Entzug, der viel mehr zur Lebensfreude beiträgt als eine alkoholdumpfe Birne.
Morgens mit klarem Kopf aufwachen ist viel besser für das Lebensgefühl.

Allen einen schönen Tag!
Detlef


Am 02.04.12 23:20, schrieb Stephan Verbücheln:
Der Irrsinn ist doch, dass die modernen Fungizide abbaubar und weniger
ökotoxisch sind, aber die Biobauern sie nicht einsetzen dürfen, weil sie
"synthetisch" sind.

Gruß

           




Archiv bereitgestellt durch MHonArc 2.6.19.

Seitenanfang