nrw-rheinisch-bergischer-kreis AT lists.piratenpartei.de
Betreff: Mailingliste des Rheinisch-Bergischen Kreis in NRW
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Re: [NRW-Rheinisch-Bergischer-Kreis] Kleiner Erfolgsgeschichte der Kommunalpolitik
Chronologisch Thread
- From: "be.van.aaken" <be.van.aaken AT piratenpartei-nrw.de>
- To: Mailingliste des Rheinisch-Bergischen Kreis in NRW <nrw-rheinisch-bergischer-kreis AT lists.piratenpartei.de>
- Subject: Re: [NRW-Rheinisch-Bergischer-Kreis] Kleiner Erfolgsgeschichte der Kommunalpolitik
- Date: Wed, 20 Jun 2012 17:50:02 +0200 (CEST)
- Importance: Medium
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-rheinisch-bergischer-kreis>
- List-id: Mailingliste des Rheinisch-Bergischen Kreis in NRW <nrw-rheinisch-bergischer-kreis.lists.piratenpartei.de>
Ahoi Klaus,
vielen Dank für die Lektion. :) Sie ist gelernt.
Piratige Grüße
Benedikt van Aaken
(Be van A)
http://wiki.piratenpartei.de/NRW:Rheinisch-Bergischer_Kreis/Stammtisch/Bergisch_Gladbach
http://wiki.piratenpartei.de/AG_Verteiltes_Rechnen
KlausGraf <KlausGraf AT news.piratenpartei.de> hat am 20. Juni 2012 um 14:52
geschrieben:
>
> Ahoi zusammen,
> ich habe mal einen kleinen Text geschrieben zu der wunderbaren Geschichte,
> die Mike in Wermelskirchen so klasse begleitete.
>
> Ich habe mit kerpirat kommuniziert und sie findet die Geschichte auch toll
> und würde sie gerne in der AG Wahlen verwenden, tweeten und rund gehen
> lassen, als Beispiel für gelungene Kommunalarbeit.
>
> Unser Vorschlag wäre: Den Text durch JollyTheRoger in unserem design auf
> einer unverlinkten Unterseite der Webseiten von WK und BGL zu posten.
> Dieser Link könnte dann über Mailinglisten und Twitter verteilt werden,
> aber es kämen nicht einfach Leute zufällig drauf.
>
> Dies ist sozusagen ein Mini Liquid-Feedback nur im RBK. Euer Meinungsbild
> ist gefragt :-) Findet ihr die Idee gut oder nicht?
>
> Hier also der Text:
> "Viele Piraten, darunter auch ich, sind in Bezug auf Kommunalpolitik
> sicherlich weitgehend unerfahren. Vor diesem Hintergrund halte ich es für
> sehr wichtig uns auszutauschen und voneinander zu lernen. Vor Kurzem trug
> sich in Wermelskirchen eine kleine Geschichte zu, die ich sehr lehrreich
> finde.
>
> Denn die Welt, die wir verbessern wollen, beginnt direkt vor unserer
> Haustür.
>
> *Lektion 1 Gelegenheiten erkennen*
>
> Artikel im Remscheider General-Anzeiger vom 6.6.2012, gekürzt
>
> Jugendamt bremst Grenzgänger aus
> Bei den Kleinen Strolchen soll sich Clara einmal wohlfühlen. Ab dem
> Sommer möchten sie ihre Eltern in dem Burscheider Kindergarten anmelden.
> Doch was sich für die Wermelskirchener Familie bei Claras älterer
> Schwester Hanna bewährt hat, verweigert die Stadt Wermelskirchen der
> Zweitgeborenen von Anika und Daniel Möller. Die Eltern stecken in der
> Zwickmühle.
> Daniel (28 – Foto) ist zwar bis Oktober in der Elternteilzeit, wird aber
> danach als Maurer- und Betonbaumeister zu seinem Wermelskirchener
> Arbeitgeber zurückkehren. “Morgens um 7 Uhr muss ich schon auf der
> Baustelle sein.” Anika (29 – Foto) studiert in Wuppertal auf Lehramt
> und hat überdies eine 20-%-Stelle an der hiesigen Hauptschule in der
> Übermittag-Betreuung.
> “Zwei verschiedene Kindergärten anzufahren, ist für uns beide zeitlich
> nicht machbar”, sagt sie. Dabei haben die Möllers Glück, dass die
> Elterninitiative bereits um 7.15 Uhr öffnet. Die Familie lebt in
> Neuenhaus bei Hilgen, an der Stadtgrenze zu Burscheid.
> Die Kleine Strolche e.V. an der Witzheldener Straße ist für die Möllers
> die nächstgelegene Einrichtung, keinen Kilometer von ihrer Wohnung im
> Kirchweg entfernt. Hanna durfte dorthin, weil sie schon zwei Jahre alt war.
> Für das zehn Monate alte Geschwisterkind untersagt das Jugendamt jedoch
> die Zustimmung. Die Behörde beruft sich kategorisch auf einen
> Ratsbeschluss: Die U-2-Betreuung in Wermelskirchen decken Tagesmütter ab.
> Einen Präzedenzfall, auf den sich andere Familien berufen können, will
> Bürgermeister Eric Weik auf keinen Fall schaffen. Dies teilte er dem
> Landtagsabgeordneten Rainer Deppe in einem Schreiben mit. Die Möllers
> hatten sich in ihrer Not an den Parlamentarier gewandt.
> Deppe steht hinter ihrem Anliegen: “Seit einigen Jahren setze ich mich
> dafür ein, dass sich die Wahl der geeigneten Kindertagesstätte an den
> Bedürfnissen der Kinder und Eltern und nicht der Kommunalverwaltungen
> orientiert.”
> Die Möllers lehnen Aufsichtspersonen zwar nicht prinzipiell ab, möchten
> aber ihre Clara nicht an eine Person gewöhnen, um sie dann nach einem
> Jahr in das Burscheider Familienzentrum zu geben. Bis auf die Stadt
> Wermelskirchen wird das Ansinnen wohlwollend gesehen.
> Ulrike Kreffter, Leiterin der Kleinen Strolche, warb bei der Stadt
> Wermelskirchen, Vernunft walten zu lassen: “Die Familie kennt unsere
> Einrichtung und vertraut den Mitarbeiterinnen. Dieses Vertrauen ist
> wichtig, erst recht, wenn es sich um so junge Kinder handelt. Eine
> «fremde» Betreuerin bedeutet Verunsicherung und zusätzlich
> Eingewöhnungsaufwand, der nicht notwendig wäre.”
> Auch der stellvertretende Bürgermeister Dirk Wartmann, dessen
> Sprechstunde die Möllers aufgesucht hatten, sprach von einem
> “Härtefall”. Einsichtig sei auch das für Burscheid zuständige
> Jugendamt Bergisch Gladbach gewesen. “Wenn Wermelskirchen zustimmt,
> haben wir kein Problem”, geben die Möllers ein weiteres von vielen
> positiven Signal wieder.
>
> *Lektion 2 Position beziehen*
>
> Pressemeldung Wermelskirchen, den 08.06.2012
>
> Stellungnahme der PIRATEN in Wermelskirchen zum Onlineartikel des
> Remscheider General-Anzeigers mit dem Titel „Jugendamt bremst
> Grenzgänger aus“.
> Die PIRATEN lehnen das bürokratische Vorgehen der Stadtverwaltung
> Wermelskirchen im Fall der Familie Möller ab.
> “Es kann nicht sein, dass eine Familie ihre Kinder in zwei Kindergärten
> unterbringen und doppelte Fahrwege in Kauf nehmen soll, nur weil eines der
> Kinder noch nicht das vom Amt vorgegebene Alter hat und obwohl der
> betreffende Kindergarten selbst kein Problem darin sieht, sondern nur
> Vorteile für Kinder und Eltern”, so Mike Galow, einer der
> Direktkandidaten der Piratenpartei für den Rheinisch-Bergischen-Kreis bei
> der
> vergangenen Landtagswahl.
> Wie Bürgermeister Eric Weik schriftlich dem CDU-Landtagsabgeordneten
> Rainer Deppe erklärte, möchte er keinen Präzedenzfall schaffen.
> Die PIRATEN in Wermelskirchen müssen sich nun fragen, ob es bereits
> weitere Familien in ähnlicher Situation gibt und so die Sorge des
> Bürgermeisters vor einem Präzedenzfall erklärt.
> Die PIRATEN fordern eine bürgernahe und unbürokratische Lösung im Sinne
> der Familie Möller und aller anderen Familien, die sich vielleicht in
> ähnlicher Lage befinden. Sollte die Stadtverwaltung, insbesondere das
> Jugendamt, sich hier konsequent auf einen Ratsbeschluss beziehen, so muss
> der Rat der Stadt Wermelskirchen sich umgehend mit diesem Problem
> beschäftigen, die Sinnlosigkeit und Bürgerferne der
> angewendeten Praxis erkennen und korrigierend eingreifen.
>
> *Lektion 3 Sich freuen
> *
> Artikel im Remscheider General-Anzeiger vom 15.6.2012, gekürzt
>
> Stadt erteilt Ausnahmegenehmigung im Fall Clara
> Nun darf Clara Möller doch über die Stadtgrenzen hinaus die
> Kindertagesstätte Kleine Strolche in Burscheid besuchen.
> Gestern erhielten Anika und Daniel Möller ein Schreiben aus dem Rathaus,
> in dem Weik “nach nochmaliger Prüfung des Antrages” und der
> “besonderen Situation der Familie” bereit ist, eine
> Ausnahmegenehmigung zum 1. Oktober zu erteilen. Clara wohnt mit ihren
> Eltern im Kirchweg in Hilgen-Neuenhaus gegenüber dem
> Stephanus-Gemeindezentrum.
> Während die kleine evangelische Gemeinde intensiv stadtübergreifend
> kooperiert, hatte das Wermelskirchener Rathaus der zehn Monate alten Clara
> im ersten Anlauf verweigert, in die für sie und ihre Eltern
> nahegelegendste Einrichtung aufgenommen zu werden, in die auch ihre
> Schwester Hanna (4) geht. Die Stadt hatte ihr Veto zunächst damit
> begründet, dass Wermelskirchen für U2-Kinder nur Tagesmütter vorsehe.
> Anika und Daniel Möller, beide berufstätig, hätten es sich aber morgens
> zeitlich nicht erlauben können, ihre Töchter in unterschiedliche
> Einrichtungen zu bringen.
>
> *Lektion 4 Sich öffentlich freuen*
>
> Leider haben wir in Wermelskirchen die Gelegenheit verstreichen lassen,
> die Ausnahmegenehmigung durch eine weitere PM zu kommentieren und den
> Bürgern zu zeigen „Hey, die sagen nicht nur, das was falsch läuft….
> die erzielen auch Resultate.“
> Wir haben ein ehernes Marketing-Gesetz missachtet „Tue Gutes und sprich
> darüber“
>
> Soll nicht wieder vorkommen.:-)
>
> Klarmachen zum Ändern!
> --
> NRW-Rheinisch-Bergischer-Kreis mailing list
> NRW-Rheinisch-Bergischer-Kreis AT lists.piratenpartei.de
> https://service.piratenpartei.de/listinfo/nrw-rheinisch-bergischer-kreis
- [NRW-Rheinisch-Bergischer-Kreis] Kleiner Erfolgsgeschichte der Kommunalpolitik, KlausGraf, 20.06.2012
- Re: [NRW-Rheinisch-Bergischer-Kreis] Kleiner Erfolgsgeschichte der Kommunalpolitik, Lichti, 20.06.2012
- Re: [NRW-Rheinisch-Bergischer-Kreis] Kleiner Erfolgsgeschichte der Kommunalpolitik, wkmiga, 20.06.2012
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- Re: [NRW-Rheinisch-Bergischer-Kreis] Kleiner Erfolgsgeschichte der Kommunalpolitik, NeuPirat, 20.06.2012
- Re: [NRW-Rheinisch-Bergischer-Kreis] Kleiner Erfolgsgeschichte der Kommunalpolitik, be.van.aaken, 20.06.2012
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