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nrw-ak-drogen - Re: [NRW-AK-Drogen] Medizinisches Cannabis

nrw-ak-drogen AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Nrw-ak-drogen mailing list

Listenarchiv

Re: [NRW-AK-Drogen] Medizinisches Cannabis


Chronologisch Thread 
  • From: Martin Köster <Martin.Koester AT uni-duesseldorf.de>
  • To: jl AT iridis.de, NRW AK Drogen <nrw-ak-drogen AT lists.piratenpartei.de>
  • Subject: Re: [NRW-AK-Drogen] Medizinisches Cannabis
  • Date: Sat, 28 Nov 2009 17:45:56 +0100
  • List-archive: <http://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-ak-drogen>
  • List-id: <nrw-ak-drogen.lists.piratenpartei.de>


J. Löblein schrieb:
An die Mailingliste: Wenn euch dass zuviel wird können wir da auch ins
private verlagern.

Hallo Martin,

On 27.11.2009, at 10:40 , Martin Köster wrote:
Für jedes Medikament müssen vor seiner Zulassung Studien durchgeführt werden,
die nicht nur die Unbedenklichkeit des Medikament klären, sondern auch und
gerade die Wirksamkeit.
Auf der einen Seite ist das sehr wichtig um Wunderheiler und Scharlatane aus
dem Markt zu halten, auf der anderen Seite macht es unser System sehr träge.

Off Label ist mir durchaus ein Begriff, aber wir reden von zwei verschiedenen Dingen. Nehmen wir das Beispiel Cannabis. Cannabis ist kein Medikament, es ist eine Droge die auch medizinisch verwendet werden kann. Mann sollte diese Substanzen nicht mit denselben strengen Regeln wie Medikamente belegen, zumindest für die Übergangszeit bis die Wissenschaft aufgeholt hat.
Wenn Ich es als medizinisches Cannabis nutzen möchte muss natütlich die Kriterien für Medikamente ansetzen. Das fängt bei klar abgegrenzten Anwendungen an und geht bis zu klar definierten Stoffen und Mengen. Wenn man damit auch nur etwas Gehöhr finden möchte unter Medizinern muss das Studiendesign klar sein.
Scharlatane sind ein Problem, aber angesichts der aktuellen Lage sollte im Zweifelsfall der Arzt bzw. der Patient selbst entscheiden können wie er damit umgeht und dies sollte für die Einführung von Cannabis in der Medizin auch entsprechend festgeschrieben werden.
Wenn der Patient es objektiv entscheiden kann bin ich natürlich dafür ihm die Wahl der Therapie zu überlassen. Nur auf der Liste standen z.B. anwendungen bei Autismus, etc....
Und wie will man denn Marihuana überhaupt doppelblind testen? Stell ich mir
lustig vor.
Wo ist das Problem? Einfach in ne Kapsel füllen und in die Placebokapsel z.B. Faserhanf. Du willst doch nicht ernsthaft rauchen als Einnahmemethode für ein Arzneimittel vorschlagen oder ? Es wäre schon arg zynisch allen Krebspatient die Gefahren des Rauchens vorzubeten und gleichzeitig zu sagen "Rauchen Sie davon täglich 2x 0,5g mit dem Tabak Ihrer Wahl.". Gerade für die medizinischen Anwendungen wäre die Inhalation eh vollkommen ungeeignet, da weder der Kick am Anfang noch die kurze Wirkdauer erwünscht sind.
Ich sehe diese Einordnungen eher wie Grammatik: eine beobachtende
Wissenschaft, aber kein Zwang. Als Partei sind wir eh nicht in der Position
solche Abwägungen zu treffen, unsere Taktik sollte da eher sein die ganz
klaren Fälle herauszustellen und damit die Tür auch für andere Anwendungen zu
öffnen, uns aber ansonsten nicht zu weit vorzuwagen.
Ich denke gerade wir als eine Partei von wissenschaftlich geprägten Menschen ohne religiöse Dogmen sollten hier einen konsequenten Ansatz fahren, der über "legalize it" hinausgeht.
Liebe Grüsse, Jochen/Access - AG Drogen - Piratenpartei.

schönes Wochenende
martin




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