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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Bandbreitenmodell (Fortsetzung Aktive HH)

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Bandbreitenmodell (Fortsetzung Aktive HH)


Chronologisch Thread 
  • From: JoergGastmann <JoergGastmann AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Bandbreitenmodell (Fortsetzung Aktive HH)
  • Date: Sat, 22 Oct 2011 15:42:19 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


aloa5 schrieb:
...steht nach intensivster Suche von Gegnern neuer Ideen nur 1 einziges Gegenargument im Raum: Die Produkte könnten sich verteuern, weil der Vorsteuerabzug entfällt und die Lohnkosten höher seien.

Es steht nach wie vor im Raum:
- ohne Vorsteuerabzug erhöhen sich die Preise...
Und es ist hinzu zu fügen das es innerhalb eine Gemeinschaftswährung so oder so nicht umsetzbar wäre. Selbst /wenn/ es trotz der o.g. Punkte Sinn machen würde liegt der reelle praktische Wert aktuell also bei 0,0. Dann ist es als intellektuelle Gedankenspielerei ganz nett wie so vieles. Für eine Partei welche womöglich in Landtagen und einen Bundestag kommt ist es jedoch wenig ratsam sich ein Anti-Euro, Anti-Europa, Einigel-Konzept auf die Fahnen zu schreiben dessen Funktionswert von vornherein nicht hoch ist.
Und nochmals das Angebot: Wir können das BBM gerne mit anderen Unternehmen durchrechnen.
Können wir nicht, und schon gar nicht anhand des Registers. Ich war 4 Jahre im Steuerbüro tätig, meine Frau 10 Jahre und wir haben einiges gesehen. Friseure, Architekten, Blumengroßhändler, Drogerien, Spielwarenhandel, Online-Erotik, Journalisten, Drehereien, Wirtschaften. Ich betreue immer noch zwei Buchhaltungen, mache Jahresabschlüsse, meine Frau erstellt in einer kleinen 120 Mann Klinik Buchhaltung und Löhne. Ich kenne reelle Werte im Detail welche anhand der Daten im Register nicht zu ersehen sind. Allerdings kann auch dabei niemand sagen was der Einkauf kosten würde, da bereits die Fertigungsstufen für ganz normales Material nicht absehbar sind. Man könnte höchstens die Löhne aus dem Status quo heraus berechnen. Wir benötigen für eine rein hypothetische, vereinfachte Überlegung ggfs. erst einmal keine Daten. Da reicht auch Deine Excel-Tabelle. Nur wie ich bereits geschrieben hatte musst Du aus dem status quo heraus zuerst einmal ausschließlich die Löhne verändern und nicht die Produktmenge oder anderen Preise. Von dort ausgehend geht es dann weiter.

Noch immer ist also der fehlende Vorsteuerabzug das einzige "Gegenargument", weil dadurch angeblich die Preise stiegen würden.

Wenn Du diese Behauptung belegen willst, dann lege doch mal ein Gegenstück zu meiner Excel-Tabelle aus http://www.bandbreitenmodell.de/faq , Frage 15 vor.

Wie hoch ist denn Deiner Meinung nach der durchschnittliche Vorsteuerabzug eines mittelständischen Industrieunternehmens? 19% auf eingekaufte Vorprodukte die... wieviel % der Gesamtkalkulation ausmachen? In meiner Excel-Tabelle gehe ich zu ungunsten des BBM von hohen 45% Vorprodukteinkauf aus. Davon 19% Vorsteuer sind 8,6% der Gesamtkalkulation.

Dein Gegenargument ist also, wenn ich es richtig verstehe, daß die Preise durch das BBM explodieren würden, weil man diese 8,6% nicht mehr absetzen könnte.

Im BBM sind jedoch folgende preissenkende Faktoren zu berücksichtigen:
- Gewinne sind steuerfrei, es gibt keinerlei Steuern für Unternehmen
- Steuerberatungsaufwand entfällt völlig
- Lonnhsteuerbuchhaltung entfällt völlig
- Lohnnebenkosten entfallen völlig
- Zinskosten sinken durch den steuerfreien Aufbau von Eigenkapital und die Beseitigung des Anreizes zur Kreditfinanzierung
- die Umsätze sind weitaus höher bei gleichbleibenden Fixkosten
- höhere Umsätze ermöglichen höhere Einkaufsvolumina und günstigere Stückpreise
- Investitionen und Amortisationsplanungen können Sie nach betrieblichen Bedürfnissen ausrichten - und nicht mehr unter dem Zwang der Steueroptimierung

Siehe auch http://www.bandbreitenmodell.de/unternehmer. Das alles wiegt den Vorsteuerverlust und die höheren netto-Lohnkosten (im BBM = Bruttolohnkosten) auf.

Dadurch können (in einem kompetitiven Markt wie dem deutschen) trotz einer höheren Umsatzsteuer und zusätzlicher Mitarbeiter die Preise gleich bleiben.

Dem Vorwurf von aloa5, mit dem BBM würden die Löhne drastisch steigen, stimme ich zu: Das ist ja der Sinn der Sache! Und welch ein Vorwurf soll es sein, daß unser aller Einkommen mit dem BBM steigen würden?

Einfach mal das alte Dogma möglichst bniedriger Personalkosten loslassen!

Die Schwierigkeiten liegen nicht in den neuen Gedanken,
sondern darin, den alten zu entkommen.
(John Maynard Keynes)

@andena: Kommt denn noch ein Argument, das etwas mit der Sache zu tun hat?




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