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Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft
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[Ag-soziale_marktwirtschaft] Finanzierung des Gesundheitsfonds aus Steuermitteln
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- Subject: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Finanzierung des Gesundheitsfonds aus Steuermitteln
- Date: Sat, 22 Oct 2011 15:32:58 +0000
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In zwei threads wurde bereits über eine Umstellung der Sozialversicherungssysteme auf eine Steuerfinanzierung diskutiert.
Hierbei hat sich für mich herausgestellt, dass es eigentlichnin Bezug auf die einzelnen Versicherungszweige (RV,KV,PV,ALV) unterschiedliche Gründe für einen Änderungsbedarf und unterschiedliche Herausforderungen bei der Umsetzung gibt. So ist bei der RV das Problem (für mich) eher, dass die Rentabilität der Pflichtversicherung schlecht ist und dass es zuviele nicht oder nur sehr niedrig versicherte Bürger gibt. Grundsätzlich ist aber ein Zusammenhang zwischen Beitragszahlung und zukünftigen Leistungen gegeben. insbesondere wirkt sich die Beitragsbemessungsgrenze auch auf die späteren Rentenansprüche aus. Ähnliches ist für die ALV festzustellen. Eine Steuerfinanzierung löst dabei gleichzeitig umfangreiche zusätzliche Ansprüche auch von Personen aus, die bereits hinreichend privat abgesichert sind, dies stellt allerdings allenfalls ein Finanzierungsproblem dar, eine Auszahlung der Ansprüche ist grundsätzlich technisch einfach.
Bei der KV besteht ein Hauptproblem darin, dass die eventuellen Leistungen nicht von den Einzahlungen abhängen, sondern vom Bedarf. Zusätzlich ist problematisch, dass für Bezieher hoher Einkommen, also potentiell gute Beitragszahler, die Möglichkeit besteht sich privat zu versichern, allerdings nur wenn sie beim Wechsel keine gesundheitlichen Probleme haben. Gerade Schwerkranke, bei denen auch hohe Beiträge nicht die Aufwendungen decken bleiben somit im gesetzlichen System versichert. Die Umstellung des Systems auf eine Steuerfinanzierung führt dazu, dass auch die privat Versicherten in das gesetzliche System einzahlen. Da die bestehenden Verträge nicht auflösbar sind muss hier eine andere Lösung gefunden werden.
Ich habe daher nochmals einen neuen Antrag formuliert, der sich ausschließlich auf das m.E. Nach dringendste Problem der Krankenversicherung konzentriert.
Für die anderen Sozialversicherungen sind separate Lösungen zu finden.
beschlossen werden soll:
Die Finanzierung des Gesundheitsfonds muss in vollen Umfang aus dem Steueraufkommen erfolgen. Die Finanzierung erfolgt aus einer zu erhöhenden Einkommensteuer und durch eine Umwandlung der bisherigen Arbeitgeberbeiträge bzw. Arbeitgeberzuschüsse zur Krankenversicherung in eine Krankenversicherungssteuer in gleicher Höhe, die von allen Arbeitgebern zu zahlen ist.
Der Wegfall der Arbeitnehmerbeiträge zur Krankenversicherung ermöglicht es, das Aufkommen der Einkommensteuer zu erhöhen und trotzdem für die unteren Einkommensgruppen eine Entlastung zu erreichen, gleichzeitig wird auf diesem Wege eine Einbeziehung aller Einkünfte in die Bemessungsgrundlage erreicht.
Die Einbeziehung aller Steuerpflichtigen in die Finanzierung des Gesundheitsfonds erfordert gleichzeitig Veränderungen bei der Zweiteilung in private und gesetzliche Krankenvollversicherung.
Im Sinne eines wirtschaftlichen Wettbewerbs soll dabei am grundsätzlichen Angebot einer privaten Krankenvollversicherung festgehalten werden. Hierbei wird aber für Neuverträge der Kontrahierungszwang der gesetzlichen Krankenkassen auf die privaten Versicherungen ausgedehnt. Der Abschluss oder die Änderung eines Krankenversicherungsvertrags darf nicht von einer Gesundheitsüberprüfung abhängig gemacht werden. Private Zusatzversicherungen, die ausschließlich Leistungen anbieten, die über den Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenkassen hinausgehen unterliegen nicht dem Kontrahierungszwang. Altersrückstellungen dürfen nur für die Versicherung solcher zusätzlichen Leistungsangebote gebildet oder verwendet werden. Dies gilt auch für Alt-Verträge und im Falle von Verragswechseln.
Jeder Bürger ist verpflichtet eine Krankenversicherung abzuschließen. Er kann frei zwischen privaten Anbietern oder den gesetzlichen Krankenkassen wählen. Entsprechend erhalten auch die privaten Versicherungen für ihre Versicherten Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds in identischer Höhe. Die privaten Versicherungen müssen die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds offen von den Beiträgen der Versicherten absetzen.
- [Ag-soziale_marktwirtschaft] Finanzierung des Gesundheitsfonds aus Steuermitteln, Anhalter, 22.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Finanzierung des Gesundheitsfonds aus Steuermitteln, aloa5, 23.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Finanzierung des Gesundheitsfonds aus Steuermitteln, Anhalter, 23.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Finanzierung des Gesundheitsfonds aus Steuermitteln, CAP (Christian), 23.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Finanzierung des Gesundheitsfonds aus Steuermitteln, Anhalter, 23.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Finanzierung des Gesundheitsfonds aus Steuermitteln, CAP (Christian), 23.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Finanzierung des Gesundheitsfonds aus Steuermitteln, CAP (Christian), 23.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Finanzierung des Gesundheitsfonds aus Steuermitteln, CAP (Christian), 23.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Finanzierung des Gesundheitsfonds aus Steuermitteln, Anhalter, 23.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Finanzierung des Gesundheitsfonds aus Steuermitteln, CAP (Christian), 23.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Finanzierung des Gesundheitsfonds aus Steuermitteln, Meier, 25.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Finanzierung des Gesundheitsfonds aus Steuermitteln, Klugscheißer, 29.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Finanzierung des Gesundheitsfonds aus Steuermitteln, aloa5, 23.10.2011
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