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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Spitzensteuersatz

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Spitzensteuersatz


Chronologisch Thread 
  • From: auflauf <auflauf AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Spitzensteuersatz
  • Date: Sun, 09 Oct 2011 18:56:48 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


Mantikor schrieb:
auflauf schrieb:
Ich profitiere auch von der Pendlerpauschale, aber warum mir der Staat (also alle) den Arbeitsweg finanzieren will ist mir vollkommen schleierhaft. Ist doch mein Bier ob ich nah bei oder weit entfernt wohne, oder?

Nein, ist es nicht. Es ist ist Ausdruck einer Siedlungspolitik, die den Lebensraum der Menschen betrifft, hinsichtlich Verkehr, Lärm, Mietpreise, Einzelhandel, Bildung von Ballungszentren usw.. Pendlerpauschale ist u.a. eine Subvention, um Landflucht und Überlaufen von Zentren zu verhindern.

Warum sollte jemand Steuern zahlen für ein Einkommen, über das er letztendlich gar keine Verwendungsgewalt hat z.B.?
Fändest du es fair als Unterhaltspflichtiger auch deinen Unterhaltsbeitrag zunächst *voll* versteuern zu müssen? Oder als Behinderter gleich von der Einkommenssteuer betroffen zu sein wie jemand mit gleichem Einkommen, der aber viel weniger Zwängen hinsichtlich seines Konsums und seiner gesellschaftlichen Entfaltungsmöglichkeiten unterliegt? Diese Beispiele lassen sich fortführen. Dies ist eine gezielte Förderung zugunsten von Bedürftigen und vieles davon hat meines Erachtens nach auch seine Berechtigung in einer modernen Gesellschaft. (Nicht alles, siehe u.a. Kapitaleinkünfte und bestimmte Sondereinkünfte).
Die Grundaussage, dass bei gleichen Einnahmen ein zugeschnittenes Steuersystem mehr zu sozialer Balance beiträgt als ein pauschales leitet sich direkt daraus ab.

Diese "Steuersubventionen" fördern übrigens vor allem den Mittelstand, nicht die Spitzenverdiener, siehe Statistik (klick mich) http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/01/ESt_Statistik_D_Eink%C3%BCnfte_Steuers%C3%A4tze_Grundtabelle_2004.png/800px-ESt_Statistik_D_Eink%C3%BCnfte_Steuers%C3%A4tze_Grundtabelle_2004.png.

Vielleicht geht es hier zu weit, über jede einzelne Steuersubvention zu diskutieren, die Beispiele sind ja endlos. Am Ende ist doch jeder einzelne Teil einer Anspruchsgruppe, die in den Genuss von Steuersubventionen kommt (siehe oben verlinkte Statistik). Hat dies nicht zwei Folgen:
(1) Um die ganzen Steuersubventionen zu finanzieren, müssen die Steuern insgesamt erhöht werden, was wiederum die eingesparten Steuern wieder auffrisst.
(2) Die um das gesamte Steuerrecht wuchernde Bürokratie muss mit finanziert werden (schaut euch mal die Größe eures örtlichen Finanzamtes an). Zudem sind dann noch alle Steuerberater und Lobbyisten zu finanzieren... Der Netto-Effekt dieser Subventionen wäre somit sogar negativ.

Heute noch habe ich ein Zitat von Warren Buffet gelesen, wo er angibt aufgrund der Struktur seiner Einnahmen und der entsprechenden Steuereinsparungen wäre sein persönlicher Steuersatz geringer als der seiner Sekretärin. Ich gehe mal davon aus, dass es in Deutschland ähnlich verhält.

Ein Einheitssteuersatz auf alle Einkünfte wäre demnach doch sowohl gerechter als auch gesamtwirtschaftlich günstiger.

(Eine Anmerkung noch zu der oben genannten Statistik. Wenn ich das richtig sehe, wird hier das zu versteuernde Einkommen betrachtet, nicht jedoch die letztendlich bezahlten Steuern in Bezug gesetzt und es ist nur eine Einkommensart erfasst)




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