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ag-liquid-democracy - Re: [AG Liquid Democracy] Fw: [PPH]Neues Tool zur Unterstützung eines transparenten, basisdemokratischen Meinungsbildungsprozesses

ag-liquid-democracy AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Liquid Democracy in der Piratenpartei

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Re: [AG Liquid Democracy] Fw: [PPH]Neues Tool zur Unterstützung eines transparenten, basisdemokratischen Meinungsbildungsprozesses


Chronologisch Thread 
  • From: bvdb_pp AT kanka.de
  • To: Marc <marc AT merkstduwas.de>, LD Entscheidungs- und Diskussionsplattformen in der Piratenpartei <ag-liquid-democracy AT lists.piratenpartei.de>
  • Subject: Re: [AG Liquid Democracy] Fw: [PPH]Neues Tool zur Unterstützung eines transparenten, basisdemokratischen Meinungsbildungsprozesses
  • Date: Mon, 31 Oct 2011 16:05:37 +0100
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-liquid-democracy>
  • List-id: LD Entscheidungs- und Diskussionsplattformen in der Piratenpartei <ag-liquid-democracy.lists.piratenpartei.de>

Hallo,

On 31.10.2011 14:55, Marc wrote:
...
Eher b). Bzw. wie das Meinungsbild in der Partei entstanden ist. Über LQFB
wird dieses Meinungsbild abgefragt und der Vorstand kann das bei seiner
Beschlussfassung mit einbeziehen.

Bei LQFT gehen ja noch - zumindest ist das mein letzter Stand von vor 1 Jahr - die "Delegationen" mit ein, und die wurden da nicht gesondert ausgewiesen; ich finde diesen Aspekt des Tools überhaupt völlig widersinnig und undemokratisch ("Wir wählen einen Anführer, dem wir Vertrauen schenken, egal worum es geht...").

Aber der Prozess der Meinungsbildung, also
bevor über LQFB das Meinungsbild erfasst wird, ist chaotisch. Dieser findet in
Foren, Mailinglisten, Telkos, Stammtischen und Hinterzimmern statt.

Was willst du tun? - Die Telkos, Hinterzimmer und Foren verbieten?

"Nachvollziehbar" ...
Hm, ich würde hier andere Worte wählen. "Beweisbar" ist in meinen Augen nicht
unbedingt ein piratiger Begriff.

Klar, ist ein Sch..begriff, aber so wurde doch bei Liquit argumentiert: "Die Stimmabgabe muss nachvollziehbar sein, also muss alles aufgezeichnet werden und für immer bleiben, sonst kann ich nach x Jahren nicht beweisen, wie die Stimmen zustande kamen."
Dieser Fundamentalismus hat die ganze (deutsche) Liquid Democracy Bewegung gespalten und IMO das Konzept vor die Wand gefahren; dies nur am Rande.

Ich wäre gerne in der Lage, einen Entscheidungsprozess rückverfolgen zu
können.

Auf die Personen? Oder die Argumente?
In die Köpfe kannst du am Ende doch nicht hinein schauen (neuronales Netz
...).

.. wenn jemand seine Haltung ändert ..

Grundsätzlich sollte jeder, der an der Meinungsbildung mitwirkt und
Bewertungen abgibt diese begründen müssen.

Aber die Gründe sind ja meist schon formuliert (sei es von jemand anders), nur die Gewichtung unterscheidet sich - willst du dann solche Erklärungen lesen wie?:
"Ich habe gestern beim Joggen noch einmal nachgedacht und möchte den Aspekt "Quote bedeutet Zwang" statt bisher mit 42% nunmehr nur noch mit 37% bewerten, somit meine Stimme sich zu der Position U3 verschiebt."

Grundsätzlich: Menschen denken nicht in Sprache und Logik, sie kommunizieren nur so.
Verstehen und Einsicht kann man nicht jedesmal auch noch erklären; bzw. ist das dann aufwändig(er).
Das funktioniert auch ökonomisch nicht, zumal wenn du auf ehrenamtliche Mitarbeit (aka politische Teilhabe) angewiesen bist.

Im Sinne der Transparenz ginge dies nicht anonym.

Das Konzept Transparenz ist auf Organisationen und (deren) Entscheidungen anzuwenden, nicht auf Individuen. Siehe oben "Menschen denken nicht in ...".

Es liegt in der Natur der Sache, dass das kaum funktioniert, denn niemand
gibt (von sich aus) gerne zu, dass er seine Meinung änderte ...

Puh, das mag allgemein richtig sein, ich empfinde das aber als ziemlich 'Old
School'.

Du kannst aber "new school" nicht den Leuten zusammen mit der neuen Tool-Version einfach einprogrammieren. Wenn es überhaupt ginge.

Pirat sein bedeutet für mich gemeinsam zu lernen und zu wachsen. Wer
es sich da leisten möchte auf verlorenem Posten zu verharren bekommt meines
Erachtens grundsätzliche Probleme in der Partei, oder?

Genau mein Reden, deswegen sollte man den Leuten Positionswechsel nicht dadurch erschweren, dass man alles, was sie früher sagten und dachten, festhält, und bei jeder Änderung eine Selbst-Erklärung einfordert.

... Freiheit (welche
Tools benutzt werden) und Übersichtlichkeit gehen nicht gleichzeitig. Was
ist dir wichtiger?

Im Endeffekt befriedigen Tools persönliche Vorlieben - Information, Übersicht,
Reproduzierbarkeit und Konsens hingegen sind mMn elementar!

:-) Sehr gut, nur dass die Leute ihre Tools jeweils als genau darin überlegen sehen.
ZB habe ich eine zeitlang Foren als geniales Tool gesehen, und habe versucht ein solches im CCC einzuführen .. das hat da bei einigen Leuten ganz heftige Reaktionen ausgelöst ..
Es ist so, der eine kann am besten in Foren, der andere in Wikis, der nächste in einem strenger geregelten (Anwendung wie LQ), und wieder andere wollen dauernd reden (telefonieren, skypen) usw.
Das kriegst du durch kein noch so geniales Prozedere eingedampft.

Bei Liquit sah dann die "Lösung" so aus, dass mit allen möglichen
Machtspielchen und intransparenten Strukturen ein Tool durchgedrückt wurde,
nach dem Motto "der Zweck heiligt die Mittel".

Meinst Du mit "Liquid" jetzt LQFB? Die Idee ist gut und richtig! Über die
Umsetzung kann ich nix sagen...

Die Umsetzung ist technisch/ergonomisch auch ok, was ich meinte war die Strategie, wie dieses Tool in der Partei eingeführt wurde.

schlußendlich auch den Bürger vollständig in den Meinungsbildungsprozess mit
integrieren könnte. ...

Wenn der Bürger daran interessiert wäre...

Naja, mit dieser Argumentation könnte ich dann ja gleich meine Sachen packen
und gehen.

Nein, nur mit weniger zufrieden sein.

Gut, dann formuliere ich um und Frage: "Passt das Thema auf die Liste 'AG
Liquid Democracy'

Jawoll, IMO.

und gibt es Interessenten für eine gemeinsame Projektgruppe?

Also ich habe keine Zeit, aber mach doch mal Werbung für diese AG (oder wie das dann immer organisiert ist) auf der "aktive ML" und verweise auf diese ML.
Bei AGs wiederum scheinen mir Telkos ein guter Kompromiss zwischen Aufwand und Verbindlichkeit (da man sich meist aus Kostengründen nicht persönlich treffen kann).

Gruß /
--
- Bernd Brincken -
- http://public-process.de -




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