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wahlprogramm - Re: [Wahlprogramm] Battle Cards

wahlprogramm AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wahlprogramm mailing list

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Re: [Wahlprogramm] Battle Cards


Chronologisch Thread 
  • From: "Moritz Richter" <mmarichter AT aol.com>
  • To: <wahlprogramm AT lists.piratenpartei.de>, <christophe.chanhin AT gmail.com>, <energie_und_infrastruktur AT lists.piratenpartei.de>
  • Subject: Re: [Wahlprogramm] Battle Cards
  • Date: Thu, 3 Apr 2014 17:35:46 +0200
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/wahlprogramm>
  • List-id: <wahlprogramm.lists.piratenpartei.de>

Hallo Kathie, hallo Christophe,
hallo zusammen,

ich kann nachvollziehen, dass es enorm schwierig ist, den Inhalt des
Wahlprogramms auf wenige konkrete Forderungen einzudampfen und ich kann auch
nachvollziehen, dass ein Ergebnis niemals jeden zufrieden stellen wird.
Mir ist auch klar, dass Aussagen verkürzt und plakativ gefasst werden müssen.

Aber:

grade deshalb kann man sich doch Hilfe holen (bei Menschen, die im Zweifel
nur zu gerne ihre Hilfe anbieten würden):

1. Bei Leuten, von denen man weiß, dass sie vom Thema Ahnung haben, also den
Themenbeauftragten und entsprechenden AGs.
2. Den Antragstellern, bzw. den Menschen, die die Anträge geschrieben haben.
Die wissen sicher im Zweifelsfall am besten, wie sie etwas gemeint haben und
wie nicht und was gegebenenfalls wichtig ist und was eher nicht.

Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass das irgendwo in anderen
Parteien oder Unternehmen anders läuft.

Wie das geschieht, ob man sie zu Treffen einlädt, sie am Ende drüberlesen
lässt, oder sie erst einmal selbst formulieren lässt, ist ja erstmal egal.
Zumindest werden grobe Schnitzer durch das Feedback unwahrscheinlicher.

Zudem sehe ich es als wirklich schlechte Idee an, passagenweise aus einem
unterlegenen Antrag zu zitieren.
Zum einen ist man eben nicht in den Gedanken am Wahlprogramm, sondern fängt
womöglich an, Dinge ins Wahlprogramm zu interpretieren, die da nicht
drinstehen, weil der Text so gut klingt.
Zum anderen muss es doch klar sein, dass das auch innerparteilich als
Provokation ankommen kann, oder nicht?
(sollte doch mittlerweile angekommen sein, dass wir alle zartbesaitet sind
und hinter jeder Aktion eine von langer Hand geplante Verschwörung sehen) ;-)


Aus diesen beiden Gründen ist eine Neuformulierung sicher sinnvoll.

Am Ende sollte aber keinesfalls etwas auf dem Flyer stehen, was eben nicht
mit dem Wahlprogramm kompatibel und ein schlechtes Licht (inner- und
außerparteilich) auf uns wirft.

Am Beispiel: "Alles was brennt, muss weg!" wird das oben gesagte deutlich:

Hättet ihr mal ein paar Leute, Themenbeauftragte, AG, Antragsteller gefragt,
hättet ihr sicherlich spätestens bei der zweiten Person ein Veto bekommen.

Der Satz ist eigentlich sogar auf mindestens 2 Ebenen falsch, da ja wie jetzt
schon angeklungen, auch im Zusammenhang mit erneuerbarer Energieerzeugung
Dinge verbrannt werden können.

Man kann jetzt doch nicht vom Piraten am Stand, der Flyer verteilt, erwarten,
dass er das Programm genug kennt, um auf eine Nachfrage, wie das genau
gemeint ist, eine sinnige Antwort zu geben. Am Flyerstand stehen doch keine
schlagfertigen Doktoren, die an den unwissenden Pöbel Flyer verteilen.

Aber noch nicht einmal, "Alles was fossil ist, muss weg" wäre vom
EU-Wahlprogramm gedeckt. Wir fordern eben nicht für die nächste Wahlperiode,
Kohle, Öl und Gas zu verbieten. Wäre auch töricht.
Ich würde eine Partei, die das fordert (und ein Flyer ist dann eine
Forderung) auch nicht wählen. Sorry, so eine Partei sind naive Spinner, die
nicht genug (wirtschaftlichen) Sachverstand in ihren Reihen hat.
Im Zweifel gehe ich bei einer 1%-Partei eher davon aus, dass das naive
Spinner sind, als dass sich da zunächst Menschen mit wirklichen
Themenkenntnissen und danach mit X-Jahren Medienerfahrung stundenlang schlaue
Gedanken gemacht haben.



Und was mir wirklich am Herzen liegt und was ich ständig und immer wieder aus
allen Richtungen erlebe:

Ich weiß, dass ich hier stänkere und leider die freiwillige unbezahlte Arbeit
von anderen runtermachen muss.
Das ist demotivierend! Es gibt auch genausooft dieses indirekt demotivierende
Verhalten, das durch dieses, "weil ich das mache, bestimme ich!" geschieht.

So ist es mit großer Sicherheit für einen Antragsteller demotivierend, dass
er am Ende einen Flyer lesen muss, in dem sein eigener und vom BPT als gut
befundener Antrag so verwurstelt wurde, dass er ihn selbst nicht mehr
mittragen mag.
Oder für einen Piraten, der Wahlkampf machen möchte, der einen Flyer mit
Passagen aus einem abgelehnten Antrag zu lesen bekommt (die er extrem doof
findet).

Ich finde, wir sollten hier auch in Zukunft den Antragsstellern und der
demokratischen Entscheidung der Basis mehr Respekt zollen. Damit sie
motiviert bleiben und damit dann auch ab und zu eine Respektbekundung
zurückkommt.

Schöne Grüße

Moritz


> Hallo ihr Lieben,
>
> ich habe es gerade schon auf die Vorständeliste geschrieben: Ich habe ja an
> den Texten für den Flyer mit gebastelt, und die Aussage "Alles was brennt,
> muss weg", die nun kritisiert wird, habe ich da eingefügt.
> Das von uns abgestimmte Europawahlprogramm sieht zum Thema
> Energiepolitik folgende Punkte vor: Schonung von Ressourcen,
> Nachhaltigkeit und Förderung erneuerbarer Energie. Kurz gefasst: Alles was
> brennt, muss weg, Der Satz stammt zwar aus dem Kurzwahlprogramm,
> gegen das wir gestimmt haben, aber er trifft den Kern dessen, was wir
> wollen. Und deshalb fand ich, dass man ihn benutzen kann, zumal es eine
> sehr plakative Aussage ist, die zum Weiterlesen einlädt.
>
> Es ist unglaublich schwierig, 50 Seiten Wahlprogramm in einen Flyer zu
> verpacken - und das möglichst auch noch so, dass die Menschen es auch
> lesen. Wir haben uns deshalb in vielen Stunden und Tagen Arbeit bemüht,
> die wichtigsten Punkte hervorzuheben und das Ganze so zu schreiben, dass
> es auch der letzte Depp versteht.
> Widersprüche zum Wahlprogramm sollten dabei natürlich nicht entstehen....
>
> Gruß
> Kathie
>
>
>
> --
> Wahlprogramm mailing list
> Wahlprogramm AT lists.piratenpartei.de
> https://service.piratenpartei.de/listinfo/wahlprogramm





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