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nrw-duisburg - [NRW-Duisburg] Luxusgut Sterben

nrw-duisburg AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Infos für Duisburger Piraten

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[NRW-Duisburg] Luxusgut Sterben


Chronologisch Thread 
  • From: luisa-privat AT web.de
  • To: nrw-duisburg AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: [NRW-Duisburg] Luxusgut Sterben
  • Date: Wed, 25 Jul 2012 22:27:51 +0200 (CEST)
  • Importance: normal
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-duisburg>
  • List-id: Infos für Duisburger Piraten <nrw-duisburg.lists.piratenpartei.de>
  • Sensitivity: Normal

Ist Sterben zum Luxusgut geworden?
Vor 1989 war die Höhe des Sterbegeldes dynamisch und richtete sich nach dem Einkommen. Ein Mindestbetrag war festgelegt. Diese Leistung war an das Durchschnittseinkommen gekoppelt und wurde in der Regel jährlich erhöht. Der Höchstbetrag lag 1988 bei etwas über DM 6.000,00, Familienversicherten stand jeweils die Hälfte zu..

Im Zuge der Gesundheitsreform 1988/1989 wurde das Sterbegeld auf DM 2.100,00 gekürzt Es wurde beschlossen, das Sterbegeld der Krankenkassen langfristig abzuschaffen. Es wurde nur noch für Personen gezahlt, die am 1. 1. 1989 einer gesetzlichen Krankenkasse oder Ersatzkasse angehörten. Für Personen, die nach dem 1. 1. 1989 geboren wurden oder z. B. damals privat versichert waren oder deren Krankenkosten durch das Sozialamt übernommen wurden, wurde kein Sterbegeld gezahlt. Dadurch sollte im Laufeder Zeit diese Leistung langsam auslaufen.Am 1. 1. 2003 wurde es auf Eur 1.050,00

Im Jahr 2003 kam die nächste Gesundheitsreform. Seit dem 1. 1. 2004 wird  von den gesetzlichen Krankenkassen oder Ersatzkassen kein Sterbegeld mehr gezahlt. Auffälliger Weise gab es eine Riesendiskussion zur Einführung der Praxisgebühr. Dass die Entfernung der Sterbegeldauszahlung aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen zeitgleich eingeführt wurde, fand kaum oder wenig Beachtung.

1. Einführung Praxisgebühr – kann bis zu 120,00 € Zusatzausgabe für den einzelnen bedeuten – ergab jede Menge Aufregung beim Bundesbürger. Wurde aber am 01.01.2004 eingeführt.

2. Wegfall des Sterbegeldes – betrifft jeden der krankenversichert ist (ausser ein paar andersversicherte) .
Sich mit der eigenen Endlichkeit zu beschäftigen fällt vielen Menschen schwer. Dieses Thema wird weitestgehend vermieden. Nur so kann ich mir die fehlende Resonanz zur Einführung dieses Gesetzes erklären.
Wurde auch am 01.01.2004 eingeführt.
Wer profitiert von dieser Einsparung?
Woher kam die Lobby für diese Gesetzesänderung? Sterbegeldversicherungen vielleicht?
Was ist mit den Menschen, die sich eine solche Versicherung nicht leisten können?
Reicht der Obolus des Sozialamtes für eine würdevolle Beerdigung und Grabstätte in Deutschland?
Die Krankenkassen sparen eine Menge Geld an jedem der stirbt! Schließlich sind es gerade die Kranken und Alten, die viel Geld der Krankenkassen verbrauchen.
Wenn ich jetzt mal sarkastisch bin, könnte man doch sagen, dass die Krankenkassen jedem der keine Kosten mehr verursacht, dankeshalber etwas von dem zurückerstatten müssen, was eingezahlt aber nicht mehr ausgegeben wird.

Der Umgang mit dem Tod muss aus der Tabuzone. Jeder sollte sich zu Lebzeiten damit beschäftigen, damit ein würdevoller Abschied finanziell gesichert ist.
Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen „entsorgt“ und vergessen werden. Dass die Trauerkultur in Deutschland aus finanziellen Gründen stirbt. Dass der Ort des Friedens, der Trauer und der Erinnerung – der Friedhof – aus Kostengründen zur anonymisierten Totenablagestelle wird.

"Die Größe der Kultur eines Volkes erkennt man daran, wie es seiner Toten gedenkt und wie es mit seinen Toten umgeht."
Zitat von Franz Josef Strauß

Ich finde, dieses Gesetz muss unbedingt revidiert werden.
Das Sterbegeld muss wieder eingeführt werden!
Und wir, die Piraten, sollten uns dafür einsetzen.

Wie seht Ihr das?

Beste Grüße

Luisa





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