nrw-ag-presse-dortmund AT lists.piratenpartei.de
Betreff: Liste der Pressepiraten in Dortmund
Listenarchiv
- From: Claudia Behlau <cbehlau AT stadtdo.de>
- To: evorstand AT dielinke-dortmund.de
- Subject: [AG ÖA Dortmund] Stellungnahme zu TTIP
- Date: Fri, 28 Nov 2014 12:19:01 +0100
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-ag-presse-dortmund>
- List-id: Liste der Pressepiraten in Dortmund <nrw-ag-presse-dortmund.lists.piratenpartei.de>
(See attached file: TTIP.doc)
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Bundestag wurde in dieser Woche heftig über die geplanten
Freihandelsabkommen mit den USA (TTIP) und Kanada (Ceta) diskutiert.
Das Thema betrifft aber auch massiv die Kommunen.
Aus diesem Grunde übersenden wir Ihnen eine Stellungnahme der Fraktion DIE
LINKE & PIRATEN im Dortmunder Rat mit der Bitte um Kenntnisnahme und
Veröffentlichung.
Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
Claudia Behlau
Fraktion DIE LINKE & PIRATEN
Geschäftsstelle
Friedensplatz 1, 44135 Dortmund
Tel.: (0231 ) 50-27241
Stellungnahme der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN
Finanzausschuss beschließt Resolution gegen TTIP
Rot-Rot-Grüne Mehrheit überstimmt CDU, FDP/Bürgerliste und AfD
„Fast eine Million Unterschriften wurden bereits gegen TTIP gesammelt. Wir
sind froh, dass sich jetzt auch endlich die Mehrheit des Dortmunder Rates
gegen das Transatlantische Freihandelsabkommen ausgesprochen hat“, sagt
Wolf Stammnitz, sachkundiger Bürger für die Fraktion DIE LINKE & PIRATEN im
Wirtschaftsausschuss. Zuvor hatte der Rat die Entscheidung über den Antrag
der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN an den Finanzausschuss übertragen. Auch
ein Antrag der Grünen gegen das Abkommen TISA erhielt eine Rot-Rot-Grüne
Mehrheit.
Gegen TTIP und TISA Front zu machen gibt es viele Gründe: die erlaubten
Einschnitte bei Verbraucherschutz, Datenschutz, Umwelt- und Tierschutz
ebenso wie die drohende Aushebelung des von der früheren Landtagsfraktion
der LINKEN durchgesetzten Tariftreuegesetzes in NRW.
Auch die Stadt Dortmund ist betroffen
Auch die Stadt Dortmund und ihre Bürger wären durch TTIP massiv betroffen,
betont Stammnitz. „Durch diese Abkommen würde die kommunale Daseinsfürsorge
gefährdet“, sagt er. „Wasserversorgung und -entsorgung, der Öffentliche
Personennahverkehr, Krankenhäuser, Kultur oder sogar Schulen wären nach
einer TTIP-Umsetzung als öffentliche Leistung in ihrer Existenz bedroht.“
Und man dürfe davon ausgehen, dass es durchaus Interessenten gebe, die sich
bei Ausschreibungen durch Sozial- und Umweltschutz-Dumping Vorteile
verschaffen würden.
Auch die Entscheidungsfreiheit der Kommunen würde durch TTIP stark
eingeschränkt. Sollten Entscheidungen getroffen werden, die die Gewinne und
Erträge von Unternehmen schmälern, können diese dagegen klagen. „Man muss
sich das mal vorstellen. Wenn der Verbraucher- oder Umweltschutz erhöht
oder eine Umweltauflage erteilt wird, könnte sich die betroffene Firma den
Verlust bei der Stadt Dortmund wiederholen und Schadensersatz fordern“,
sagt Utz Kowalewski, Sprecher der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN.
„Das TTIP-Abkommen würde das Ende für die kommunale Selbstverwaltung
bedeuten“, sagt Stammnitz. „Nehmen wir nur das Beispiel der
Energieversorgung. Nach der Privatisierung einzelner Bereiche könnten diese
niemals mehr rekommunalisiert werden.“
„Bei TTIP wird ganz klar in Kauf gekommen, dass die Daseinsfürsorge
hintenüber fällt und nicht mehr als öffentliche Leistungen angeboten wird“,
kritisiert Kowalewski. Und es gebe noch viel mehr skandalöse Punkte, gegen
die man sich auflehnen müsste, etwa die angedachte Schiedsgerichtsbarkeit.
Gegen die Umsetzung des
Transatlantic-Trade-and-Investment-Partnership-Abkommens laufen deshalb
längst nicht nur die Linken & Piraten Sturm. Europaweite Bürgerinitiativen
haben sich gegründet. Und auch die kommunalen Spitzenverbände in
Deutschland (Städtetag, Landkreistag, Städte- und Gemeindebund, Verband
kommunaler Unternehmen) fordern, dass TTIP und allen weiteren
Freihandelsabkommen nicht auf die kommunale Daseinsvorsorge angewendet
werden dürfen.
Die derzeit auch durch die EU garantierte umfassende Organisationsfreiheit
der Kommunen bei Entscheidungen zur Daseinsvorsorge müsse uneingeschränkt
erhalten bleiben und dürfe nicht durch falsch verstandenen Wettbewerb
eingeschränkt werden, lautet eine Forderung dieser Spitzenverbände.
Dieser Forderung hat sich nun die Mehrheit der Dortmunder Politiker
angeschlossen. Grüne, Linke & Piraten sowie die SPD unterstützen
„ausdrücklich den Beschluss und die Begründung des Hauptausschusses des
Deutschen Städtetages zu den Auswirkungen weltweiter Handelsabkommen auf
die kommunale Daseinsfürsorge.“ Die Dortmunder Politiker fordern die
Bundesregierung auf, sich mit Nachdruck bei der EU-Kommission für die in
dem Beschluss genannten Punkte einzusetzen.
„Bildung, Gesundheit, Wasser, Energie oder Verkehr dürfen nicht
privatisiert werden. Sie müssen für alle zugänglich sein und hohen
qualitativen, sozialen und umweltpolitischen Standards genügen“, zitiert
Stammnitz aus dem Positionspapier deutscher Nichtregierungsorganisationen.
Attachment:
TTIP.doc
Description: MS-Word document
- [AG ÖA Dortmund] Stellungnahme zu TTIP, Claudia Behlau, 28.11.2014
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