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crew-hauptmann-von-koepenick - Re: [Crew-Hauptmann-von-Koepenick] NPD-Debatte und die Gesprächskultur

crew-hauptmann-von-koepenick AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Crew-hauptmann-von-koepenick mailing list

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Re: [Crew-Hauptmann-von-Koepenick] NPD-Debatte und die Gesprächskultur


Chronologisch Thread 
  • From: Pirate Pier <piratepier AT googlemail.com>
  • To: crew-hauptmann-von-koepenick AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Crew-Hauptmann-von-Koepenick] NPD-Debatte und die Gesprächskultur
  • Date: Fri, 14 Oct 2011 16:46:10 +0200
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/crew-hauptmann-von-koepenick>
  • List-id: <crew-hauptmann-von-koepenick.lists.piratenpartei.de>

On 14.10.2011, at 15:47, Corny wrote:

> So sieht's aus.


Das angebliche Lippenbekenntnis finde ich zwar zahnlos, aber schon einmal
richtungsweisend:

http://vorstand.piratenpartei.de/2011/10/12/erklarung-der-piratenpartei-zu-fruheren-mitgliedern-der-npd/

"Wer keine Möglichkeit zur Rehabilitation sieht, ist gefährdet, in den Fängen
rechtsextremer Parteien und Organisationen zu verbleiben. Den
Herausforderungen und Gefahren, die darin liegen, Aussteiger als
Parteimitglieder aufzunehmen, sind wir uns bewusst. Wir begegnen ihnen mit
dem Bewusstsein, dass jeder Mensch eine zweite Chance verdient hat - aber
auch mit einem sehr wachsamen Auge und der Bereitschaft, gegebenenfalls
Konsequenzen zu ziehen. Wir erwarten im Gegenzug von Piraten, dass sie die
Basis und die Öffentlichkeit vorbehaltlos und umfassend über ihre politische
Vergangenheit informieren, wenn sie für ein Amt oder Mandat kandidieren."

Damit unterlässt es der Vorstand leider, irgendwelche "Verhaltensregeln" zu
geben, wie auf Unterlassungen oder offene Lügen reagiert werden soll und
überlässt die Verantwortung den entsprechenden Landesverbänden. Das ist
bedauerlich, wenn auch verständlich, denn sonst würden die Landesverbände
wieder Sturm laufen, dass ihnen von oben herab irgendwas vorgegeben wird:

http://tarzun.de/archives/390-Piraten-verweigern-jede-Stellungnahme.html

"Ich schwör's dir: Wenn der BuVor sich in meinen Landesangelegenheiten
einmischt gibt's Saures. Öffentlich. Ich habe mich als LaVor ganz genau, ganz
gezielt und gewollt NICHT in die Angelegenheiten des KV und der Basis
eingemischt. Ich habe mich als Beauftragten des BuVors ganz genau, ganz
gezielt und gewollt NICHT in die Angelegenheiten des LV MV und deren Basis
eingemischt. Bei uns gelten Subsidiaritätsprinzip und Basisdemokratie. Und
wer daran rüttelt, noch mehr in einer Vorstandsposition, kriegt mich zu
hören. Überdeutlich."


Die Reaktionen sind deshalb umso unterschiedlicher:

Bei Bahner:

http://piratenpartei-mv.de/piratenpartei-mecklenburg-vorpommern-matthias-bahner-zurückgetreten

"Gleichzeitig wird in dieser Zeit via Liquid Feedback und auf einem Parteitag
den Mitgliedern des Kreisverbandes die Vertrauensfrage gestellt. Matthias
Bahner erklärte sich bereit, das Kreistagsmandat an einen Nachrücker
abzugeben, wenn er das Vertrauen der Basis nicht erhalten sollte."


Bei Seipt:

http://www.endstation-rechts.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=6538:piratenpartei&Itemid=840

"sei das ehemalige NPD-Mitglied noch am Abend nach der Sitzung
zurückgetreten. Andreas Witte, stellvertretender Piratenchef aus Oberbayern
hoffe jedoch, dass sich Seipt weiter „einbringen wird“. "



Letzteres ist inkonsequent. Man tritt jemanden zurück und hofft, dass sich
derjenige weiter einbringen wird klingt schon beim Lesen unerträglich.
Kommunizierbar ist diese Inkonsequenz im Grunde nicht und bietet somit eine
breite Angriffsfläche.

Den Weg der "Vertrauensfrage" finde ich deutlich ehrlicher, denn er macht den
Weg frei für ein unbelastetes Weitergehen oder einen kompletten Bruch, je
nach Entscheid von Basis/Parteitag.



On 14.10.2011, at 16:21, Johannes Oschlies wrote:

> Wer ´ne NPD Mitgliedschaft ernsthaft als "Jugendsünde" bezeichnet muss
> sich da wohl nicht wundern...

http://www.welt.de/politik/deutschland/article13659394/Jugendliche-Naivitaet-muss-man-auch-verzeihen.html

Anstelle sich auf die Formulierungen des obigen Vorstands-Posts zu berufen
fällt er auf die Fragestellung der Welt herein, welche die aktuellen
Vorkommnisse in eine allgemeine Frage münden lässt. Er antwortet mit einer
allgemeinen Formulierung auf die aktuellen Ereignisse und bietet damit eine
ohne Kontext verwendbare Steilvorlage:

Welt Online: "Ein Kreischef der Piraten trat zurück, weil herauskam, dass er
einmal NPD-Vizechef im Kreis Freising war. In Mecklenburg-Vorpommern gestand
jemand aus dem Landesvorstand, den Rechtsextremen angehört zu haben. Sind
Menschen mit brauner Vergangenheit bei Ihnen willkommen?"

Nerz: "Es gibt einige, die in jugendlicher Naivität in die NPD eingetreten
sind und deren rechtsextreme Politik nicht wirklich durchschaut hatten. Wenn
so jemand nach einem Jahr austritt, dann muss man solche Jugendsünden auch
verzeihen. Doch dann müssen diese Menschen auch offen zu ihren Fehlern
stehen."

Bislang ist ihm das auch noch nicht aufgefallen:
https://skitch.com/lightning/gy3xf/sebastian-nerz-tirsales-auf-twitter


Ciao,
Oliver

--
http://wiki.piratenpartei.de/Benutzer:Pirate_Pier





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