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crew-hauptmann-von-koepenick - Re: [Crew-Hauptmann-von-Koepenick] NPD-Debatte und die Gesprächskultur

crew-hauptmann-von-koepenick AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Crew-hauptmann-von-koepenick mailing list

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Re: [Crew-Hauptmann-von-Koepenick] NPD-Debatte und die Gesprächskultur


Chronologisch Thread 
  • From: Pirate Pier <piratepier AT googlemail.com>
  • To: crew-hauptmann-von-koepenick AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Crew-Hauptmann-von-Koepenick] NPD-Debatte und die Gesprächskultur
  • Date: Wed, 12 Oct 2011 14:54:12 +0200
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/crew-hauptmann-von-koepenick>
  • List-id: <crew-hauptmann-von-koepenick.lists.piratenpartei.de>

On 12.10.2011, at 14:30, Pirat René wrote:

> Die Gedanken sind frei! Du weißt nie, wie jemand im Kopf wirklich tickt.
> Ganz gleich, ob er früher mal in der NPD war oder nur damit sympatisiert
> hat. Man sieht auch nicht jedem Extrem-Rechts-Denkenden seine Haltung an.
> Nach dieser Logik müßte man jedem grundsätzlich mißtrauen. Ob wir uns
> damit nun wirklich helfen, mag ich zu bezweifeln.

Eben. Darauf läuft das aber hinaus. Wenn ich erfasse, in welchen Parteien
oder Verbänden jemand vor den Piraten aktiv war, dann muss auch klar sein,
dass es nicht dabei endet, sondern das es weitere Fragen nach sich zieht und
weitere Reaktionen.

Viele Teile der Diskussion drehen sich momentan darum, dass Informationen nur
schleppend bzw. verfälschend herauskommen. Das kann ich nachvollziehen.
Weshalb eine frühere NPD-Mitgliedschaft aber relevant sein soll, ohne dass
klar ist, wie darauf reagiert wird, leuchtet mir nicht ein.

Nehmen wir mal an, jemand trägt ein, er war früher bei der NPD. Was soll dann
damit geschehen? Laut Satzung darf nur jemand Mitglied werden, der die
Prinzipien der Partei, wie sie auch in der Satzung stehen, unterstützt. Diese
sind aber unvereinbar z.B. mit den Prinzipien der NPD. Durch diese
"Bekanntmachung" hat man also nur die Information erhalten, dass er da früher
mal irgendwas gemacht hat. Man weiß nicht was. Man weiß nicht weshalb. Man
weiß nicht wie lange. Man weiß nicht, weshalb jetzt nicht mehr. Man weiß
nicht, warum er zu den Piraten will. Usw. Vor allen Dinge weiß man nicht, ob
derjenige überhaupt, wenn er darauf angesprochen wird, die Wahrheit sagt.

Letztlich ist die Frage doch: Soll die Piratenpartei Mitglieder aufnehmen,
die früher in der NPD waren, in der SED, in der NSDAP oder nicht? Wenn ja,
beruft man sich auf die Satzung und geht davon aus, dass er unsere Prinzipien
unterstützt? Dann ist die Frage aber egal. Oder geht man davon aus, dass man
von dieser Person prinzipiell belogen wird? Dann stellen sich alle im
vorherigen Absatz gestellten Fragen. Offen bleibt der mittlere Bereich, wo
z.B. die Presse rumstochert und in der Vergangenheit eines Kandidaten die NPD
findet. Vermutlich für die Gegenwart komplett irrelevant, aber für die
Boulevard-Presse ein gerne verwendetes Thema.

Was ich mir z.B. vorstellen könnte wäre eine Abfrage der Zugehörigkeiten am
Mitgliedsantrag, was dann zunächst überhaupt keine Rolle spielt. Erst bei der
Kandidatur für Ämter werden dann die Informationen hervor geholt und bei den
"internen" Wahlen z.B. für Fragen verwendet. Damit wäre ein offener Umgang
möglich, ohne im Vorfeld zu diffamieren und eine Form von Gesinnungsprüfungen
einzuführen. Und die beiden jetzigen Vorfälle hätten nicht entstehen können.

Wie machen andere Parteien das?


Ciao,
Oliver

--
http://wiki.piratenpartei.de/Benutzer:Pirate_Pier





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