ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft
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- From: Ralle002 <Ralle002 AT news.piratenpartei.de>
- To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
- Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Tragen einer Gemeinlast oder Regelungswahn?
- Date: Fri, 14 Nov 2014 08:06:56 +0000
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- List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
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HumanEconomy schrieb:
Die Verbrauchssteuer ist degressiv, die mit den geringsten Einkommen zahlen den höchsten realen Steuersatz weil sie 100% ihres Einkommens für Konsum ausgeben,
Die reichstrn geben weniger sls 1% ihres Einkommens für Konsum aus und würden quasi keine Steuer bezahlen.
Damit würde für die Vermögensfehlverteilung der Turbo eingeschaltet.
Konsumsteuer ist keine Lösung, Vermögenssteuer (mit großem Freibetrag) schon. Siehe Ausarbeitung von Picketty.
Christoph, per mobiltelefon gesendet.
Ralle002 schrieb:
Hier ein im Internet gefundener Vorschlag, dass auf eine Einkommensteuer verzichtet wird und stattdessen eine Konsumsteuer eingeführt wird.
http://konsumsteuer.blogspot.de/
Dann seien die eigenen Produkte im Ausland wettbewerbsfähiger.
Meine Meinung:
Die Sozialabgaben sollten nicht mehr an den Arbeitslohn angedockt werden.
Zudem werden diese durch mehr Selbstbestimmung gesenkt.
Jeder zahlt beispielsweise seine Gesundheitsausgaben selbst oder sucht sich vor allem für besonders hohe Risiken eine günstige Versicherung aus.
Wer noch eine zweite Einkunftsart hat, für den braucht nicht doppelt und dreifach abgerechnet werden.
Die Lohn- und Gehaltsabrechnung ist nicht nur sinnlos. Vielmehr ist
sie extrem kompliziert, weil für die Abrechnung eine bestimmte Abfolge vorgeschrieben ist.
Dies begünstigt die großen Wettbewerber, weil kleine Wettbewerber sich einen Steuerberater oft gar nicht leisten können.
Wir haben jetzt also wie bei "Kaisers neue Kleider" einige unsichtbare Kleider genäht.
Und weil wir jetzt plötzlich mit der Tätigkeit von Steuerberatern und Rechtsanwälten plötzlich so reich geworden sind, können wir das Euro-Ausland "retten".
*Lösung*
Anstatt dem Gerechtigkeitswahn zu erliegen und Vor- und Umsatzsteuer in unzähligen Gängen bei jeder Produktionsstufe hin- und her zu verrechnen, wird ganz einfach nur das Endprodukt besteuert. Jeder Verbrauchermarkt oder Selbsthersteller packt ca. 20 % auf den Endpreis drauf und das war 's.
Zwischen Privat und Betrieblich wird nicht mehr unterschieden.
Also: die Vorsteuer gibt es dann ganz einfach nicht mehr
Das gesamte Konsumsteueraufkommen der EU wird dann wie auch immer verwendet oder mit einem Verteilungsschlüssel an die Länder aufgeteilt.
Was nicht immer gerecht ist:
Leistungen von privaten Tauschgemeinschaften wie Tauschringen oder private Nachbarschaftshilfe in größerem Umfang können nicht besteuert werden.
Privater Handel bei Internet-Auktionsbörsen wird sehr oft gar nicht besteuert.
Mir ist es auch nicht bekannt, wie gut die Steuerfahndung in diesem Bereich arbeitet.
*warum einfach - wenn es auch kompliziert geht?*
--
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Einkommensteuer und Umsatzsteuer haben Vor- und Nachteile.
Falls man nur eine Umsatzsteuer erhebt, würde die internationale Wettbewerbsfähigkeit steigen.
Wie du es korrekt bemerkst, würde ein Sparer fast gar keine Steuern bezahlen.
Wettbewerb nützt grundsätzlich dem Endverbraucher.
*Wettbewerb zwischen den Staaten* nützt den Plutokraten.
_Der Wettbewerb zwischen den Staaten erfolgt durch Steuergeschenke an Konzerne._
Wenn die Kanzlerin einen Großauftrag von China bekommt, dann ist dies nicht ohne Zugeständnisse möglich.
Der Staat hält sich mit Mühe und Not finanziell über Wasser und nimmt dafür eine massiv ansteigende Einkommensungleichverteilung in Kauf.
Der Wähler merkt dies erst mal nicht.
Besser wäre es, wenn sich die internationale Staatengemeinschaft auf eine einheitliche Besteuerung einigt.
Und so ein Mist wie das UStG wäre ganz sicher nicht konsensfähig.
Ich hatte auch noch die Idee mit dem sog. 3-Konten-System für jeden.
Konto I = Konsumgeldkonto
Konto II = soziales Vermögenskonto
Konto III = Gesamtvermögenskonto
Wer mit seinem Konto I unter das Existenzminimum sinkt, der bekommt einen monatlichen Kredit. Der Kredit wird sowohl dem Konto II als auch dem Konto III angelastet.
Wer außergewöhnliche Belastungen hat, dem wird nur das Konto III belastet.
Aber wer nicht arbeitet, der bekommt durchaus auf Konto II eine Belastung.
Es gibt keine Vermögenssteuer. Stattdessen wird ein Geldvermögen, das eine Höchstgrenze überschreitet, automatisch in eine Forderung an den Staat umgewandelt.
Wer also zu reich ist, der darf sein Geld zwar behalten, kann es aber nicht mehr (verzinslich) verleihen.
Wer ein negatives Vermögenskonto II hat, der bekommt entsprechend höhere Abzüge auf seine Geldzuflüsse.
Wer ein negatives Vermögenskonto III hat, der bekommt nur in begrenztem Umfang (zusätzliche) Abzüge.
Dieses System hat den Vorteil, dass sich auch für Leistungsempfänger der Hinzuverdienst lohnt.
Der Effekt "Verluste sozialisieren - Gewinne privatisieren" wird vermindert.
Man könnte vielleicht sogar auf Arbeitsagenturen und Sozialgerichte verzichten.
Alle haben wieder mehr Kaufkraft.
- [Ag-soziale_marktwirtschaft] Tragen einer Gemeinlast oder Regelungswahn?, Ralle002, 13.11.2014
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Tragen einer Gemeinlast oder Regelungswahn?, Ralle002, 13.11.2014
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Tragen einer Gemeinlast oder Regelungswahn?, Christoph Ulrich Mayer, 14.11.2014
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Tragen einer Gemeinlast oder Regelungswahn?, Ralle002, 14.11.2014
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Tragen einer Gemeinlast oder Regelungswahn?, Christoph Ulrich Mayer, 14.11.2014
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Tragen einer Gemeinlast oder Regelungswahn?, Ralle002, 14.11.2014
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Tragen einer Gemeinlast oder Regelungswahn?, Ralle002, 14.11.2014
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Tragen einer Gemeinlast oder Regelungswahn?, Ralle002, 13.11.2014
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