ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft
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- From: Gunnar Kaestle <gunnar.kaestle AT gmx.net>
- To: Mailingliste der AG Energiepolitk <energie_und_infrastruktur AT lists.piratenpartei.de>
- Cc: AG Wirtschaft <ag-wirtschaft AT lists.piratenpartei.de>, AG Soz-Markt <ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de>
- Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] [Energiepolitik] LQFB: Antrag Schulterschluss
- Date: Thu, 04 Oct 2012 13:34:20 +0200
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
- List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
Bernd schrieb:
Und es sind nicht nur alte Leute die mit ihrer Rente gerade mal Strom
und sonstige Fixkosten zahlen können, und mit Angebauten ihres Garten
ihre Kosten drücken...
Auch junge Menschen, die für 4,5 brutto die Stunde oft 12 h am Tag
arbeiten aber nur 8 bezahlt bekommen, wenn überhaupt... und dafür oft
noch einiges an Fahrtkosten haben.. und manchmal sogar noch ne Familie
und Kids haben.. und im alten, zb geerbten Haus leben..
Da kann die "Frucht" noch so niedrig hängen, wenn sie nicht erreichbar
ist...
Ich finde eine solche Argumentation höchst albern. Wenn man dann sagt, na gut, lassen wir es dabei, legen die Hände in den Schoß und lassen alles so wie es ist -
Dann bleibt es aber nicht so wie es ist. Lies mal Andreas Eschbach "Ausgebrannt". Da erfüllt sich eine Familien den Herzenswunsch mit einem großzügigen Traumhaus mitten in der Pampa und tollem Blick über ein Tal in der Schwäbischen Alp (im Winter kalt und windig, zudem Bausubstanz aus den 70ern). Das Heizöl wird immer teuerer, der Mann verliert den Job und man zieht in nahegelegende Dorf, wo die Frau einen kleinen Krämerladen betreibt. Problem gelöst.
Nein, für die sozialen Härtefälle brauchen wir eine vernünftige Sozialpolitik und mit der Energiepolitik muss ein ein solides Fundament bauen, auf dessen Basis man sich eine solche Solzialpolitik leisten kann. Für die nicht-Härtefälle gilt, dass angesichts der abnehmenden Verfügbarkeit der klassischen fossilen Energien Anreize zum Energiesparen geschaffen werden müssen.
Was sollen wir denn als maschinenbaustarke Nation in 10 Jahren exportieren, wenn sich in Zukunft keiner mehr die üblichen Energiefresser leisten kann. Beim Öl liegt die aktuelle Grenze bei 4-5% vom BIP. Wenn man mehr ausgibt, dann schmiert die Wirtschaft in eine Rezession ab. Und nebenbei bemerkt, als ehemaligen Exportweltmeister mit hohem Importbedarf macht es ebenfalls keinen Spass, wenn man selbst nicht direkt getroffen wird, aber alle Handelspartner zusammenklappen.
Damit es zu solch Worst Case Szenarien eben nicht kommt, muss man was tun. Es gibt kein Substitut für Energie außer Energie. Auch der technische Fortschritt kann keine Energie aus der Luft ziehen und es wird keinen energetischen Rettungsschirm geben, der im Finanzsektor temporär gewirkt haben mag.
Gruß,
Gunnar
PS. Peak Oil ist das eine aber Peak Coal steht auch vor der Tür.
http://www.its.caltech.edu/~rutledge/DavidRutledgeCoalGeology.pdf
-> URR-Schätzung von 680 Gt, Förderleistung bei 7 Gt/a, kumulierte Förderung 309, ergo: Halbzeit steht bald vor der Tür.
Bei der Kohle (Brennstoff für die Stromerzeugung) hat man im Gegensatz um Öl schon großtechnisch verfügbare Substitute wie Wind und Solar, dass muss man nur weiter hochrampen. Allerdings sind die Zeitkostanten mit 40 Jahren Lebensdauer für ein Kohlekraftwerk deutlich größer, d.h. man sollte früh genug damit anfangen.
--
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- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] [Energiepolitik] LQFB: Antrag Schulterschluss, Gunnar Kaestle, 04.10.2012
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