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Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft
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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Pakt für den Euro - ESM und anderes (Entwurf / Fragen)
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- Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Pakt für den Euro - ESM und anderes (Entwurf / Fragen)
- Date: Sat, 16 Jun 2012 16:06:31 +0000
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- List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
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aloa5 schrieb:
Christian schrieb:
sollte. Ich weiß mitlerweile, warum Du das Gefühl hast, in einer Diskussion nie eines besseren belehrt worden zu sein.Ich auch. Gegenüber gehen hin und möchten das ich ein Buch kaufe.
Du erklärst mir einfach warum eine Verlagerung von 20% an Rentenversicherung in die MwSt, damit Senkung der Lohnkosten um rd 100Mrd Euro und ansteigen der MwSt um 12% nicht zu einem verteuern von Importwaren führt und ansteigen der Exporttätigkeit.
Das kann wenn Du so auftrittst so schwer nicht sein Christian das ich dafür ein Buch lesen müsste.
Otmar,
warum sollte jemand Deine Hirnergüsse lesen, wenn Du die von anderen nicht liest?
Warum sollte jemand mit Dir hier diskutieren, wo er genau weiß, dass man einem Volkswirt in drei Sätzen den Gedanken übermitteln kann und dann über die Wirkung und Variation der Annahmen diskutieren kann?
Und da es Dir offenbar ein großes Bedürfnis mit der Mwst ist, erkläre ich es hier noch mal kurz. Andre hab ich es übrigens auch persönlich beim Mittagessen so dargestellt und er hat es offensichtlich nicht in seine Dis übernommen.
Betrachten wir zunächst den Fall einer ausgeglichen Handelsbilanz.
Das Markteinkommen der Arbeitnehmer sollte aufgrund der Verhandlungsstärke der Arbeitnehmerseite einen guten Teil seiner Produktivität ausmachen.
Das verfügbare Haushaltseinkommen liegt irgendwo zwischen dem Markteinkommen und dem Güterwert vor Steuern, den man sich mit dem Haushaltseinkommen kaufen kann.
Es gibt also drei Ebenen: Markteinkommen, Einkommensverwendung und Gütermarkt.
Die Positionierung des Haushaltseinkommens zwischen Markteinkommen und Gütermarkt erfolgt durch die Abgaben und Steuern auf der einen Seite und die Mehrwertsteuer auf der anderen Seite.
Angenommen die Steuer- und Abgabensätze verändern sich, warum soll die Arbeitnehmerseite deswegen auf Anteile an der Produktivität verzichten? Wenn die Preise auf Ebene der Haushaltsebene steigen, ist eher davon auszugehen, dass sie ihre Lohnforderungen erhöhen. Ein sinken der Markteinkommen und damit der Lohnstückkosten ist sehr unwahrscheinlich, da sie an der Produktivität orientiert sind.
Auch im Bezug auf den Güterhandel ist es völlig gleich, ob ich nun im Inland ein inländisches oder ein ausländisches Produkt verkaufe. Auf dem Gütermarkt haben beide das Weltmarktpreisniveau, ansonsten wären sie nicht konkurrenzfähig und würden verschwinden. Wenn ich nun die Mwst zugunsten der Abgaben zwischen Markteinkommen und Haushaltseinkommen vergrößere, dann führt das ersteinmal zur Entwertung von Nominalvermögen der Haushalte. Es hat aber keinen Einfluss darauf, wieviel Produkte ich mir mit einer Einheit Markteinkommen kaufen kann.
Da wir unter der Annahme einer ausgeglichen Handelsbilanz sind, ist es auch völlig gleich wie hoch der absolte Import ist, weil das gleiche auch exportiert wird. Wollen wir die Besteuerung / Abgaben zwischen Markteinkommen und Güterpreisniveau auf die Güter verteilen, was im Prinzip keinen Sinn macht, so würde folgendes passieren:
Je höher wir die Mehrwertsteuer zugunsten der Steuern und Abgaben zwischen Markteinkommen und Haushaltseinkommen hoch ziehen, desto größer wird der Aufkommensanteil zwischen Markteinkommen und Güterpreisniveau der Mehrwertsteuer sein. Die dicke des Kuchenstückes vom Importprodukt zwischen Markteinkommen und Güterpreisniveau ändert sich aber im Vergleich zu den im Inland produzierten Waren im Konsumkorb der Inländer aber nicht.
Ein wenig anders sieht es aus, wenn wir annehmen, dass die Handelsbilanz im Ungleichgewicht ist.
Importieren wir mehr, als wir exportieren, so müssen die Konsumenten einen Kredit aufnehmen, um ihren Importsaldo zu konsumieren. Da sie aber nicht auf Güterpreisniveau sondern auf Haushaltseinkommensniveau konsumieren und die Verwendung ihres zukünftigen Einkommens zeitlich vor ziehen, müssen sie die Mehrwertsteuer schon vor der Erzielung des Einkommens finanzieren. Da aber der Güterpreis samt Zinsen linear abhängig ist von dem mit Mehrwertsteuer versteuerten Güterpreis samt Zinsen, verändert sich die Lage nicht gegenüber einer anderen Höhe der Mehrwertsteuer. Lediglich das Kreditvolumen nimmt zu, was in einem Staat mit problematischem Kreditmarkt die Situation verschärfen kann.
Exportieren wir hingegen mehr so gilt das Gegenteil. Das Steueraufkommen durch die Mehrwertsteuer bleibt um den Sparanteil zurück.
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Pakt für den Euro - ESM und anderes (Entwurf / Fragen), (fortgesetzt)
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Pakt für den Euro - ESM und anderes (Entwurf / Fragen), CAP (Christian), 16.06.2012
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