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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Cross-Post: Stimmrechte von Aktien

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Cross-Post: Stimmrechte von Aktien


Chronologisch Thread 
  • From: "Daniel " <ppdaniel71 AT googlemail.com>
  • To: "'ag-soziale_marktwirtschaft'" <ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de>, "'Christian Schmidt'" <csc AT schmifu.de>, "'Christoph \"Pluto\" Puppe'" <piraten AT stderr.de>
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Cross-Post: Stimmrechte von Aktien
  • Date: Tue, 1 May 2012 10:42:11 +0200
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>

Meines Erachtens wäre eine aktivere Ausübung des Stimmrechtes durch die
Eigentümer sehr sinnvoll. Aktuell ist es so, dass bei den meisten
börsengehandelten Aktiengesellschaften doch die großen institutionellen
Investoren (Mutual Funds, Versicherer, Pensionsfonds etc.) den mit Abstand
größten Stimmrechtsanteil haben und somit in 99% aller Fälle auch alles
abnicken. Es gibt nur eine kleine Minderheit von aktiven Investoren (seien
es Private mit wenigen Aktien, gewisse Ethic Fonds aber auch Hedge Fonds),
die sich eben aktiv auch wirklich in die Unternehmensstrategie einbringen
wollen und ihre Mitsprachemöglichkeiten ausschöpfen (auch nicht immer zum
Guten). Dies pervetiert oft den eigentlichen Gedanken der Gesellschaftsform
und erlaubt es dem Management, sehr frei schalten und walten zu können. Die
eigentlichen Eigentümer haben dann bei anonymisierten Eigentümerstrukturen
fast nichts mehr zu sagen. Sehr gut hat man dies auch im vergangenen
Jahrzehnt z.B. bei Thema Compensation gesehen.
Ich denke somit, dass die Idee in die richtige Richtung geht. Praktisch gibt
es natürlich hier schon ein paar Probleme, die es gilt zu überwinden:
- wie teilt man z.B. bei Lebensversicheren die eigentlichen Eigentümer zu?
- wie soll es für die Privaten möglich sein, sich eine wirklich fundierte
Meinung zu bilden (ein großer Fonds hat schnell mehrere hundert verschiedene
Aktien)
Evtl. müsste man mit generellen Weisungen arbeiten können.

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von:
ag-soziale_marktwirtschaft-bounces+ppdaniel71=googlemail.com AT lists.piratenpa
rtei.de
[mailto:ag-soziale_marktwirtschaft-bounces+ppdaniel71=googlemail.com AT lists.p
iratenpartei.de] Im Auftrag von Christian Schmidt
Gesendet: Dienstag, 1. Mai 2012 09:44
An: Christoph "Pluto" Puppe
Cc: ag-soziale_marktwirtschaft
Betreff: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Cross-Post: Stimmrechte von Aktien

Am Dienstag, den 01.05.2012, 01:39 +0200 schrieb Christoph "Pluto"
Puppe:
[...]
> > Ich habe manchmal den Eindruck, das die Partei die weniger
> > Bürokratie, mehr Sachlichkeit und Transparenz möchten, auf den m. E.
> > verkehrten Kurs gerät, ein Bürger Rundherum Sorglos Paket zu bauen,
> > was im Endeffekt noch bürokratischer gerät.
>
> Transparenz ist oft mehr Arbeit. Stimmt.

Transparenz = Es gibt eine Regel die besagt das etwas offen gelegt werden
muss, deren Umsetzung neutral kontrolliert wird und die verhindert das
"Macht" unsichtbar ausgeübt wird.

Transparenz ist ungleich Mitbestimmung und "Macht" ist analog zu "Geld"
und einem "Messer" nicht automatisch etwas "böses". Es kommt halt immer
darauf an, wofür etwas eingesetzt wird.

> > Es wäre an diese Stelle für jeden Möglich sein Risiko analog eines
> > Fonds in verschiedene Aktien zu investieren und selber zu verwalten.
> > Das daraus resultierende Stimmrecht, naja vergessen wir das mal...
>
> Jeder ein bisschen. Das ist Demokratie. Und die Funktioniert nur, wenn
> die Bürger sich beteiligen. Was Du ja jetzt schon getan hast :)
>

Wie geschrieben, m. E. schmeißt Du hier Transparenz, Mitbestimmung und
Demokratie gehörig durcheinander.

> > Was machst Du mit Vorzugsaktien ohne Stimmrecht ?
>
> Die sind egal, weil die Macht über die Firma, haben nur die Aktien mit
> Stimmrecht.
>
> > Es gibt Unmengen (offener) Fonds, bei denen die Ausrichtung
> > (ökologisch, konservativ, Heuschrecke, etc. ) vorab bekannt sind,
> > bei geschlossenen mag es an der ein oder anderen Stelle einen
> > solchen Rat (in ähnlicher
> > Form) bereits geben.
>
> Die Kunden-Demokratie, wenn jeder Grüne Fonds oder Grüne
> Rentenversicherungen zeichnen würde ... oder nur noch Bio kauft :)
>
> Also ja, hier zu sagen: ich setzte mich für eine Regelung ein, die für
> alle Fonds / REntentöpfe etc gilt, dann ist das ein Eingriff in die
> Freiheit des Marktes und ich finde das gut.
>

Ein Fondsmanager nimmt in etwa die Stelle eines Geschäftsführers ein und
muss sich analog an die grundsätzlichen Ausrichtung (vorher bekannt) halten.

> > Gefährlicher halte ich da dieser Stelle Unternehmen, die diverse
> > Fonds auflegen und in jedem 1-2% einer bestimmten Aktie halten. Bei
> > 10 Fonds wären dann schon 10-20% Stimmanteil vorhanden. Da könnte
> > ich mir zumindest Meldepflichten (wenn nicht sogar schon vorhanden)
vorstellen.
>
> Auch nen spannendes Thema.
>
> > Das heißt: Drüber austauschen -> gerne, Dein Lösungsansatz -> nein
> > Danke
>
> Findest Du es gut, dass die Institutionellen Anleger die Stimmrechte
> haben? Was ist Dein Ansatz?

Freiheit statt Angst ;-)

Nur weil es wie in jeder gesellschaftlichen Gruppe(bestimmt auch bei den
Piraten ;-) ) auch "schwarze Schafe" im Finanzsektor gibt, möchte ich analog
zu Datenschutz, Überwachung und Freiheit in der Gesellschaft, es auch in
diesem Sektor vermeiden einen Überwachungsstaat aufzubauen.

Ich habe auch schon heute die Wahl selber in Aktien zu machen, wenn ich
Stimmrechte möchte, möchte ich mehr Stimmrechte steht es mir frei einen
Investment Club zu gründen und mich mit anderen zusammen zu tun.

Möchte ich das nicht, kann ich einen Geschäftsführer (Fondsmanager)
einsetzen und dann halt auch "Rechte" übertragen.

Wie bei anderen "Geschäften" gibt es es da halt Gute, weniger Gute,
Schlechte, Katastrophale und, und, ....

Die PP kann (und sollte) meines Erachtens nicht versuchen darauf Einfluss zu
nehmen das es "scheinbar" nur noch "gute" Geschäfte gibt.

Sie kann (und sollte) aber darauf hinwirken, das mehr Dinge transparent
werden, "schwarze Schafe" auch an den Pranger gestellt werden dürfen und
keine Produkte (außerhalb von seit Jahrhunderten bewährten Aktien und
Fonds) auf den Markt kommen, die der Herausgeber selber nicht versteht oder
nur das Ziel haben, Verluste zu solidarisieren...

>
> > Basisdemokratie gehört in die Gesellschaft, nicht in alle Dinge auf
> > diesem Planeten, auf die man zusätzlich auch noch verzichten kann...
>
> Die Macht über die Konzerne, in Form des Stimmrechts auf die Aktien
> ist ein wie ich finde, sehr wichtiger Anteil an der Mitbestimmung. Du
> magst das anders sehen.
>

Wie geschrieben, ich finde Transparenz wichtig, nicht die Sozialisierung und
scheinbare Simplifizierung aller Geschäfte. Das hat schon des öfteren nicht
geklappt, wenngleich in Kuba das Wetter schöner ist ;-)


Just my 2 cents

Christian

--
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https://service.piratenpartei.de/listinfo/ag-soziale_marktwirtschaft





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