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Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft
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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Das Elend der Rechthaberei oder der Ansatz für eine Piratenstrategie
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- Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Das Elend der Rechthaberei oder der Ansatz für eine Piratenstrategie
- Date: Sat, 16 Jul 2011 15:04:25 +0200
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Diese Crossposts [AG Wirtschaft] [Ag-sozialpolitik] [Ag-soziale_marktwirtschaft] finde ich überflüssig.
Wieso diskutieren wir das Thema nicht auf der aktiven?! F'up ...
Daniel geht es wohl eher darum seinen consenser.org ins Spiel zu bringen. Und in der politischen Diskussion zu erproben. Darüber möchte er "eine Piratenstrategie" entwickeln.
Ich halte jedoch die "eine Piratenstrategie" für unsinning. Im Archiv der ML AG Wirtschaft findet sich seit Juni die Diskussion dazu.
https://service.piratenpartei.de/private/ag-wirtschaft/2011-June/thread.html
Ich möchte mir die wiederholte Erklärungen sparen, jedoch ein kurzer Abstract meiner Kritik:
Insbesondere halte ich die Schnittmengenbildung von Meinungen als /kollektive Intelligenz/ strukturell für totalitär. Konsens ist eben nicht Schnittmenge sondern vielschichtige Übereinstimmung in verschiedensten bestimmten und unbestimmten Standpunkten / Argumentationen / ... / Emotionen.
Es ist auch klar, daß es immer Menschen gibt, die nicht übereinstimmen. Diese werden von der Schnittmenge "kollektive Intelligenz" ausgeschlossen, bzw. es wird statistisch mit erzeugter Mehrheit uber sie bestimmt. Bezug von Politik sind dann nicht mehr der individuelle freie Mensch (Bürger), sondern der Machtanspruch, der die Menschen in Fragmente zerteilt, die Mehrheit als dividuelle Masse erzeugt.
Diese erzeugte dividuelle Masse wird dann als Schwarm bzw. Kollektiv bezeichnet, und man schreibt ihr Intelligenz zu. obwohl diese Masse willkürlich von den einzelnen Rulern (Regelmachern) geschaffen wird.
Hier geht es mir im wesentlichen darum aufzuzeigen, daß der Machtanspruch einzelner dazu führt, daß nicht eine Übereinstimmung von individuellen Menschen festgestellt wird, sondern eine Mehrheit zu dividuellen Meinungen aktiv geschaffen wird. Diese Mehrheitsbildung wird aus dem Menschen willkürlich herausgeschnitten. Das Individuum Bürger wird paradoxer Weise politisch inhaltlich mehrheitsbildend aufgeteilt bzw. teilt sich selbst auf.
Die Autorität des Rulers wird jedoch nicht durch die Inhalte bestimmt, sondern durch das Mitspielen der Menschen nach seinen Regeln.
Klar kann man privatgesellschaftlich sagen: "Geht doch, wenn es nicht paßt!" Jedoch sind gesellschaftliche Ausgrenzungen durch Schnittmengenbildung in einer Partei von Mitgliedern, die beim Aufbau und Ausbau eines demokratischen Rechtsstaates und einer modernen freiheitlichen Gesellschaftsordnung geprägt vom Geiste sozialer Gerechtigkeit mitwirken wollen, politisch unsinnig.
Ebenso unsinnig ist das Titeln: "Das Elend der Rechthaberei" ... Man bedenke, das in einem freiheitlichen Rechtsstaat, das Recht auf Recht den Bürger ausmacht. "Das Elend der Respektlosigkeit" muß ich leider der Kollektiven Intelligenz Daniels zurufen, da genau diese die Individualität der Menschen ignoriert wie ihre Individuelle Freiheit.
Im gleichen Kontext möchte ich hier auf einen Vortrag über /Das Dividuelle Begehren/ der Kontrollgesellschaften verweisen:
http://classic.skor.nl/artefact-4826-nl.html
Zitate:
"Die Individuen sind dividuell geworden, und die Massen Stichproben, Daten, Märkte oder ‚Banken’" ...
"Es muss nicht erst eine Gemeinschaft entstehen, um die Neuzusammensetzung von vorher getrennten Individuen zu erreichen, sondern die Verkettung und die Singularitäten sind co-emergent, als Condividualität von Condividuen."
On 07/12/2011 05:18 PM, Daniel Juling wrote:
Ein Lösungsansatz ist EIN gemeinsames
Bewertungssystem zu schaffen.
Ich hatte zwei Ansätze vorgestellt, Du
hast das pragmatisch Bewertungssystem herausgegriffen: Satz "x" ist
wahr für eine Gruppe von Personen genau dann,
wenn die Anerkennung von "x" nützlich ist für die Realisierung von
Zielen der Gruppe.
Meines Erachtens wird so eine Gruppe als Bund geschnürt zusammengehalten durch eine dem Menschen übergeordnete totalitäre Ethik: Wahr ist nur, was der Gruppe nutzt. - Eine faschistische Bestrebung! Siehe auch:
http://wiki.piratenpartei.de/Benutzer:Wigbold/Whitepapers/Satzung_1_1_A#Begriffsdefinition_.22faschistisch.22
Die Ziele /der Gruppe/ sind für eine freiheitliche Politik nicht maßgeblich! Sondern es ist maßgeblich für eine freiheitliche Politik, daß der Einzelne mit oder ohne Gruppe Recht auf Recht hat, unabhängig von der Gruppe und zwar im Maße wie eine Gruppe (Dividuum) oder jeder andere Bürger/Mensch auch. - Ein Recht auf die eigene Wahrheit.
Das die /Kollektive Intelligenz/ großartige kollektive Ziele entwickelt, um ihre totalitären Grundannahmen als Wahrheit manifestieren zu können, ist ebenso verständlich.
=> ZIEL: Überleben: Wie erhöhen wir die Überlebens-Wahrscheinlichkeit
der Menschheit?
Nun Daniel, das ist leicht zu beantworten: Erhöhe einfach _Deine_ Überlebens-Wahrscheinlichkeit! - Jedoch mit Rücksicht auf den Anderen, der dasselbe oder auch was anderes tut als Du, um sein Überleben zu sichern.
Man kann ein Messer zum Töten verwenden oder zum Brot teilen.
Na und?! - Man kann so ziemlich alles benutzen ... auch ein ZIEL sowie eine Rhetorische Frage, - oder auch Menschen.
Das Ziel des republikanischen, demokratischen und sozialen Rechtsstaates ist implizit klar gesetzt: Bürger als freie Menschen.
- Und darauf muß sich Politik beziehen!
UND für eine Freiheitliche Gesellschaftsordnung ist die Individuelle Freiheit des Menschen die Normative.
Die /kollektive/ Rettung der Menschheit mittels eines Bewertungssystems umgesetzt durch Politik und Staatsgewalt muß ich entschieden ablehnen.
Die PIRATEN sollten sich auf ihren Rechtsraum beschränken und Politik für die Bürger der Bundesrepublik Deutschland und ihrer Länder machen.
Und das mit vielfältigen (individuellen) Bewertungssystemen, ebenso vielfältigen Weltanschauungen und insbesondere mit Rücksicht auf Andere.
~wigbold
Nun der Vollständigkeit halber ein FullQuote:
On 07/12/2011 05:18 PM, Daniel Juling wrote:
Danke Otmar für Deine Antwort. Ich werde versuchen mich kurz zu
halten:
Ob es eine absolute Wahrheit gibt oder nicht und was jeder darunter
versteht, sollten wir lieber mal im Mumble besprechen.
Gut finde ich, dass Du mit mir die Meinung teilst, dass Experten aus
verschieden Fachbereichen unterschiedliche Wahrheiten haben und das
unterschiedliche Weltbilder dafür in Verantwortung zu ziehen sind. =>
Auf der Openmind werde ich über das entstehen dieser Weltbilder
referieren.
Der Knackpunkt ist das es wahre Aussagen nur innerhalb einer Theorie
gibt, doch kann keine Theorie an sich beanspruchen wahr zu sein, doch
kann eine Theorie sinnvoll für einen bestimmten Kontext sein. Man
kann WILLKÜRLICH eine Theorie schaffen, innerhalb derer es wahre
Aussagen gibt, bzw. innerhalb eines bestimmten Kontext kann diese
Theorie das Leben vereinfachen. Das Problem mit den vielen
verschiedenen Bewertungssystemen (Theorien) ist der Streit, welche
Theorie wann anzuwenden ist. Ein Lösungsansatz ist EIN gemeinsames
Bewertungssystem zu schaffen. Ich hatte zwei Ansätze vorgestellt, Du
hast das pragmatisch Bewertungssystem herausgegriffen: Satz "x" ist
wahr für eine Gruppe von Personen genau dann,
wenn die Anerkennung von "x" nützlich ist für die Realisierung von
Zielen der Gruppe.
Du hast vollkommen Recht, das es viele Mrd. Menschen auf der Welt
gibt. Deshalb setze ich auf der Openmind für den Platzhalter
"Gruppe" "Menschheit" ein => ZIEL: Überleben: Wie erhöhen wir die
Überlebens-Wahrscheinlichkeit der Menschheit?
Man kann ein Messer zum Töten verwenden oder zum Brot teilen.
Saludos, Schnittmenge
- [Ag-soziale_marktwirtschaft] Das Elend der Rechthaberei oder der Ansatz für eine Piratenstrategie, Daniel Juling, 11.07.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Das Elend der Rechthaberei oder der Ansatz für eine Piratenstrategie, aloa5, 11.07.2011
- <Mögliche Wiederholung(en)>
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Das Elend der Rechthaberei oder der Ansatz für eine Piratenstrategie, Wigbold, 16.07.2011
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