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ag-liquid-democracy - Re: [AG Liquid Democracy] [AG Demokratie] Thinking Beyond Liquid Democracy

ag-liquid-democracy AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Liquid Democracy in der Piratenpartei

Listenarchiv

Re: [AG Liquid Democracy] [AG Demokratie] Thinking Beyond Liquid Democracy


Chronologisch Thread 
  • From: Andreas Veltens <ahhrrrr AT googlemail.com>
  • To: Dinu Gherman <gherman AT darwin.in-berlin.de>, LD Entscheidungs- und Diskussionsplattformen in der Piratenpartei <ag-liquid-democracy AT lists.piratenpartei.de>
  • Subject: Re: [AG Liquid Democracy] [AG Demokratie] Thinking Beyond Liquid Democracy
  • Date: Wed, 07 Mar 2012 12:47:00 +0100
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-liquid-democracy>
  • List-id: Liquid Democracy in der Piratenpartei <ag-liquid-democracy.lists.piratenpartei.de>

Hallo Dinu,

sorry für die späte Antwort, hatte mir deine Mail markiert um sie später zu beantworten, hat nicht wirklich funktioniert.
Vielen Dank erstmal, bei deinem Feedback musste ich einige Male schmunzeln (Stichwort "Buzzword-Bingo" -- das Gefühl kenn ich).
Mir ist jetzt dank deiner und der Kritik von Alex & Semon sehr viel klarer, worauf ich in nächster Zeit hinarbeiten muss (Verständlichkeit, Anschaulichkeit, ausführlichere Begründungen). Es geht mir ja auch überhaupt nicht um eine "wissenschaftliche" Ausarbeitung (als solche war das Paper auch nicht gedacht) eines Konzeptes, sondern um politische Praxis, Action, Bewegung etc.
Ich denke das Problem ist darin begründet, dass ich persönlich das alles absolut einleuchtend finde und nicht nachvollziehen kann, weshalb z.B. niemand eine unabhängige Stiftung fordert, um einem technisch vermittelten demokratischen Diskurs ein solides Fundament zu geben. Ich habe das Gefühl, dass es doch eigentlich nur 3 Stichworte bräuchte, um den Rest des Landes von der Sinnhaftigkeit so einer Aktion zu überzeugen, aber wie ich jetzt gesehen habe kann das Gefühl trügen.

Also, ich werde jetzt ab April vermutlich erstmal eine Weile schreiben, zeichnen, ordnen, nachdenken, Diagramme erstellen usw., und dann wiederkommen. Solange nicht wirklich jeder versteht was ich will muss ich einfach weiterarbeiten.und/oder besser werden.


Am 03.03.2012 20:44, schrieb Dinu Gherman:
Am 26.02.2012 um 11:52 schrieb Andreas Veltens:

Liebe Leute,

ich habe mal ein achtseitiges Paper erstellt, in dem versuche zu erläutern,
weshalb das revolutionäre Potential von Liquid Democracy sehr viel geringer
ist als es sein könnte (Abstract unten):
https://docs.google.com/open?id=0B3Z5GduJGRlRdjMxSGtnMWpSdnlIODV1ZDJEaUpaZw

Sollte da jemand reingucken: Für Feedback welcher Art auch immer wäre ich
sehr dankbar, um mein zukünftiges Vorgehen besser planen zu können. (Es
reicht auch ein Satz.)
Hallo Andreas,

ich habe mich mal durch Deine zehn Seiten gemüht, und gebe mal einen kurzen Kommentar ab wie
gewünscht. Ich denke, der Text muss auf die meisten Leser sehr konfus und bisweilen
widersprüchlich wirken. Er stellt sehr viele Aussagen ohne jede Begründung in den Raum bzw.
stellt sie als negativ dar, ohne den Hauch einer Begründung zu geben, z.B. was die
"theoretischen Grundlagen" von Liquid Democracy angeht, oder wenn Du behauptest
"Behörden und Unternehmen seien auf lange Zeit nicht demokratisierbar". Und Du wirfst
gern mit Begriffen wie Resilienz um Dich, ohne Dich wirklich inhaltlich mit diesen
auseinanderzusetzen, wozu Dein Text aber vielleicht auch zu kurz ist. So hat man leider den
Eindruck, dass sie aus einer Art Buzzword-Bingo stammen.

Insgesamt macht der Text den Eindruck, einmal eine Studienarbeit in einem
politikwissenschaftlichen Seminar werden zu wollen, die aber noch in oder am
Anfang der Pubertät steht. Wie gesagt, zu wenig konkrete Aussagen, zu viel
eigene, nicht nachvollziehbare Beurteilung, zu viel Durcheinander, zu wenig
Zusammenhang.

Übrigens war ich am Anfang von den Ideen hinter LQFB sehr angetan, aber ich gebe Dir z.T. Recht,
falls Du sagst, dass es weniger "toll" ist als es sein könnte (leider wurde es auch von
SQL-Hackern implementiert, die nebenbei einige Räder unbedingt neu erfinden mussten). Aber es ist
schlimmer als dass, denn es wird sowohl von den eigenen Basismitgliedern als auch den
Parteifunktionären zu wenig akzeptiert, und nicht nur, weil es nicht "schön" genug ist.

Inzwischen denke ich, dass Tools wie LQFB das falsche Problem lösen (wollen),
nämlich, mehr und effizientere Demokratie zu schaffen, in einer Zeit, in der
sich immer mehr herausstellt, dass die Demokratie selbst, verstanden als das
Regieren (und Re-Gieren) von Mehrheiten über Minderheiten, als das Problem
selbst herausstellt, zumindest in einer komplexen, dynamischen,
globalisierten Welt, in der alles von allem abhängig ist. Das war es
natürlich immer schon, aber anscheinend macht erst das selbstzerstörerische
Handeln des Menschen ihm das wirklich bewusst.

Daher suche ich nicht mehr nach noch "effizienteren" Demokratien, weil ich denke, dass
sich ihr Scheitern schon ausreichend gezeigt hat, nicht zuletzt auch, weil "Demokratie"
ein sehr dehnbarer Begriff ist, siehe z.B. die Wahl morgen in Russland. Als Alternative
fasziniert mich seit einer Weile Soziokratie, was in der ansonsten recht toten AG Demokratie
(sic!) vor 1-2 Monaten diskutiert wurde, wenn auch mit den üblichen stereotypen Gegenargumenten,
ganz ähnlich wie beim BGE. Aber warum sollten Piraten auch aufgeschlossener sein für irgendetwas
anderes als Mitglieder anderer Parteien? Hier also nochmal der Link:
https://wiki.piratenpartei.de/Soziokratie

Gruß,

Dinu






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