Hey Semon,
danke für die ausführliche Antwort! Wenn wir alle nur halb so aktiv
sind wie du ist die Sache ja bald erledigt. ;-)
Wenn es für theoretische Diskussionen eine Wiki-Seite gibt finde ich
das sehr gut, ich hatte nur noch im Kopf das es eine Seite für konkrete
Verbesserungen/Anforderungen zu LQFB gibt (hätte ich wohl vorher mal
gründlicher gucken sollen..!). Ich hab ehrlich gesagt auch noch
nicht so die Erfahrung was die Diskussionen in Wiki's angeht,
deswegen hab ich ein Forum vorgeschlagen... aber wenn das in Wikis
auch gut funktioniert würd ich mich deinem Vorschlag anschließen,
dass wir die Diskussionen in's Wiki verlagern, ich finde das hier
schon wieder alles super unübersichtlich...
Zu A)
Mit 17 LQFB's meinte ich die für 16 Bundesländer + das bundesweite
LQFB; ich würde eine Integration begrüßen und die Trennung (z.B. wer
ist abstimmungsberechtigt) innerhalb der Plattform ziehen, allein
weil mich mal interessieren würde was die Leute z.B. in BaWü und RLP
so machen (aber das ist nur ein kleiner Nebenaspekt).
Der Satz "Wenn man mehr als eine Entscheidungsplattform einführt -
wie soll das gehen?" verwirrt mich, weil ich ja genau das Gegenteil
wollte (eine bundesweite Plattform in der Meinungsbildung und
Entscheidungsfindung ineinander übergehen).
Mit "Kein Top-Down" meinte ich, dass unser Ziel sein sollte
1. bundesweit politisch Mehrheiten dafür zu suchen, die
doppelte Kleinstaaterei (entlang zich regionaler Grenzen + zich
Diskussionsplattformen) zu beenden -- was nicht unbedingt leicht
sein wird, weil eine anti-zentralistische Einstellung in vielen
Köpfen (überall sonst übrigens auch bei mir....) verwurzelt ist, und
Einigkeit nicht gerade eine Tugend der Linken ist... (die es hier ja
auch ab und an geben soll)
2. technisch diese Plattform so großartig zu machen, das
alle Piraten nach dem ersten Login vor Freude weinen (.. zumindest
in die Richtung sollt's gehen ;-)
Zu B)
Zu 1.1) Ich meinte bei "Themenbereiche" vs. "Tagging" nicht,
Themen in Themenbereichen mit Tags zu versehen, sondern
Themenbereiche als Ordnungsinstanz generell zu verwerfen. Das wäre
ein sehr ehrgeiziges Projekt, weil es alles auf den Kopf stellt und
vieles schwieriger macht, dafür aber auch essentielle Vorteile
bietet. Ich werde dazu in nächster Zeit etwas ausarbeiten, um diesen
Standpunkt näher zu erläutern.
Zu 3) Wenn wir alles schon da haben, okay, kein Problem. Ich denke
nur, dass das Experiment einer technisch vermittelten Demokratie
immens wichtig und einer der Grundpfeiler dieser Partei ist, die ja
überdies vielleicht irgendwann mal in den BT einziehen könnte... Und
wir da nicht an der falschen Ecke sparen sollten, wenn uns
angestellte Experten irgendwo vielleicht ein gutes Stück
weiterbringen könnten.
Viele Grüße,
Andreas
Am 18.01.2012 20:48, schrieb Semon:
Hallo Andreas,
leider kann ich Dir heute nicht mit Links auf die entsprechenden
Seiten im AG Liquid Democracy Wiki antworten.
Also:
Am 18.01.2012 00:26, schrieb Andreas Veltens:
Hallo zusammen,
nach meiner Erfahrung in der AG Demokratie würde ich jetzt mal
folgenden Vorschlag machen, um effektiv(er) zu Ergebnissen zu
kommen:
1. Identifikation von zentralen Problemen &
Herausforderungen
Dazu habe ich bereits eine Wiki-Seite angelegt, auf der zunächst
die Argumente (z.B. pro/contra Delegationen) gesammelt und
geordnet werden sollen.
2. Arbeitsteilung anhand dieser Probleme (neue Räume für die
Probleme um Info-Overkill in der Liste zu vermeiden, z.B. ein
Forum)
Was meinst du mit neuen Räumen ? Könntest du das bitte etwas
präziser formulieren ? Warum kann man nicht alle Informationen im
Wiki sammeln ? Ich begreife wirklich nicht warum Informationen und
Diskussionen immer in irgendwelchen PADs versteckt werden.
3.
(Vorstellung der Ergebnisse im Gesamtplenum?)
Wenn man alle Infos gleich im Wiki ordnet, kann jeder selber die
Ergebnisse lesen. Was genau ist das "Gesamtplenum" ?
Es geht mir jetzt nicht um konkrete Verbesserungen an LQFB,
sondern um eine allgemeinere Betrachtung des Ganzen.
Zu Punkt 1 würd ich dann gleich mal was in den Raum werfen:
Das ist in der Tat auch mein Ziel in der AG Liquid Democracy: Ich
finde LQFB einen wichtigen Schritt um die LD-Idee praktisch zu
erproben. Gerade diese Erprobung hat einige Schwächen der
ursprünglichen Idee in der Praxis gezeigt.
A: Grundsätzliche Richtung der Entwicklung: Diskussionen
unter Piraten transparent einbinden
Ich glaube dass ein großer Teil der Piraten gerne eine offene
Diskussionsplattform hätte (siehe die "Soziokratie"-Diskussion
in der AG Demokratie bzw. die AG Meinungsfindungstool), und LQFB
diesbezüglich den Anforderungen nicht gerecht wird. In erster
Linie, weil es überhaupt keine Diskussionsräume gibt, weder bei
den Initiativen, noch bei den Anregungen. Mit Diskussionsraum
meine ich die Möglichkeit, unverbindlich und unkompliziert seine
Meinung zu irgendwas rauszuhauen (und Feedback zu bekommen,
Stichwort: Interaktivität), und damit insbesondere die
Möglichkeit, "nicht-konstruktive" Kritik zu üben (was ich sehr
wichtig finde). Ich denke auch, dass das bei Adhocracy sehr viel
besser gelöst ist.
Es gibt im Moment den Plan, soweit ich das verstanden habe, dem
durch die Entwicklung eines Meinungsfindungstools
entgegenzuarbeiten. Ich halte das nicht für sonderlich sinnvoll.
Mein Gegenvorschlag wäre die (langfristige) Entwicklung einer
Plattform, in der sukzessive aus Diskussionen verschiedene
Positionen erarbeitet und diese dann zur Abstimmung gestellt
werden, weil ich das wesentlich besser fände, als 17 LQFB- und
17 Meinungsfindungsplattformen, unzähligen Listen, Foren, Pads
und Hinterraum-Diskussionen.
Ja es gibt zu viele Plattformen für die Diskussion. Zum Glück gibt
es aber aktuell nur 1 Plattform für die Entscheidungsfindung (auch
wenn die Entscheidungen aktuell - zu Recht - noch nicht
verbindlich sind).
Auch wenn ich für die Integration der Tools bin: Es gibt einen
entscheidenden Unterschied zwischen Meinungsfindungsplattform und
Entscheidungsplattform: Es kann parallel mehrere
Meinungsfindungsplattformen geben, welche erprobt werden. Zum
Beispiel in dem man für verschiedene Themenbereiche
unterschiedliche Plattformen nutzt. Wenn man mehr als eine
Entscheidungsplattform einführt - wie soll das gehen? Es erfordert
jetzt schon sehr viel Disziplin und Ausdauer regelmäßig die EINE
Plattform die wir haben zu nutzen. Das kann man deutlich an den
Nutzerzahlen ablesen. Also lasst uns bitte die Plattform die wir
haben WEITERENTWICKELN. Ich würde mir hier etwas mehr Pragmatismus
wünschen.
Natürlich können auch mehrere Tools durch einen Single-Login und
einfache Links miteinander verknüpft werden.
1. Es könnte sehr viel transparenter sein (sollte evident sein)
2. Es erleichtert den nicht so Technikbegabten unter uns, sehr
viel leichter zu partizipieren, weil es eine zentrale,
übersichtliche Anlaufstelle gäbe
3. Im Moment läuft unsere Arbeitsteilung oft nicht anhand der
Themen und ihrer themenspezifischen Vertiefungen, sondern
entlang regionaler Grenzen. Man hat keine Ahnung, wer wo auf
welchen Listen gerade zu den gleichen Dingen arbeitet, während
man selbst im eigenen Landesverband zu dem eigenen (ganz
speziellen) Aspekt keinen findet, den's interessiert. Listen
machen einen ob ihrer Unorganisiertheit (bzw. dem Overkill an
Infos die einen nicht interessieren) kirre, Foren werden nicht
genutzt... Kurz: Mit einer attraktiven Plattform würde
Arbeitskraft gebündelt, die Gesamtproduktivität erhöht.
Ja. Ich gebe Dir Recht: Diese ganzen Plattformen machen nerven
mich auch.
Natürlich muss Transparenz einer der Grundpfeiler
dieser Plattform sein, außerdem läuft das Ganze natürlich nicht
Top-Down, sondern indem es so attraktiv gemacht wird, das alle
Konkurrenzräume freiwillig verlassen werden. Was meint ihr dazu?
Was verstehst du unter Top-Down. Ist der Ansatz alle Anforderungen
zu sammeln und zu ordnen. Dann bei Konflikten abzustimmen und
danach ein passendes Tool zu suchen und implementieren für dich
Top-Down ? Wenn wieder jeder mit seinem Lieblingstool komm, so
geht es keinen Schritt voran. NRW entscheidet sich für Adhocracy,
Bayern für Bayhocracy, Hessen für Hessocracy, tralala.
Nun werde ich mal versuchen aus deinem folgenden Text die
Anforderungen für die Entscheidungssoftware herauszulesen, die du
siehst:
B: Theoretische Grundlagen der Technikgenese explizieren
Viele Entscheidungen, die Programmierer einer Meinungsbildungs-
oder Entscheidungsplattform treffen, sind hoch politisch. Wir
müssen in der Lage sein, diesen technischen Eingriffen einige
Prämissen vorauszusetzen, an denen sich die weitere Entwicklung
orientieren sollte. Dazu fällt mir ein:
1. Code is law -- aber was ist unsere Verfassung?
Keine Anforderung erkennbar.
1.1. Reflexionen über Vor- und Nachteile von Ordnungssystemen
(Themenbereiche (gesetzt) vs. Tags (emergent)); wer definiert
Kategorien, wer darf weshalb Sprecher sein, wenn Aufmerksamkeit
ein knappes Gut ist?,
A) Vorschlag eines Tagging-Systems. bei dem jeder den Themen Tags
geben kann, Tags zum Filtern verwendet werden, zu Vernetzung usw.
Habe ich auch als Anforderung auf meiner privaten Liste. =>
wird aufgenommen.
B) Themenbereiche sind eine aktuelle Eigenschaft von LQFB und sind
damit erstmal in der Anforderungliste drin.
Nach der Anfoderungsaufnahme würde ich nun den/die Authoren der
Anforderungen fragen, ob sie einen Konflikt zwischen den
Anforderungen A + B sehen. Wenn ja muss zwischen den Anforderungen
durch Abstimmung/Umfrage entschieden werden.
1.2. Wollen wir überhaupt das Delegationssystem wie es jetzt
ist? Wie gehen wir mit (einer enormen Konzentration von) Macht
um?
Ich sehe hier keine Anforderung. Es gibt eine ganze Reihe von
konkreten Anforderungen zur Modifikation des Delegationssystems,
die bereits im Wiki dokumentiert sind. Reicht das oder stellst du
die Anforderung Delegation komplett zu verbieten ? Für dieses
Thema braucht es eine ausführliche Debatte => Das ist einer der
Task der AG Liquid Democracy eine solche Debatte vorzubereiten und
dann dazu einzuladen.
1.3. An was soll sich die Entscheidungsfindung orientieren?
(dazu kam mal über die Liste der Vorschlag, das Ganze zu
entschleunigen, indem man z.B. nur alle 2 Wochen Abstimmungen
durchführt -- find ich sehr sinnvoll)
Diese Anforderung habe ich bereits aufgenommen.
2. Möglichst neutrale Prüfung, auf welcher bestehenden Plattform
unsere theoretischen Anforderungen am besten erfüllt werden
können und wo man weiter entwickelt (LQFB/Adhocracy)
Genau. Ich sage Dir aber jetzt schon. Es gibt keine Plattform, die
alle unsere Anforderungen erfüllt. Die müssen die Piraten sich
selber bauen. Ich bin da gern dabei - aber erst nachdem wir uns
auf die Anforderungen geeinigt haben. Diese Vorgehen hat sich in
vielen Softwareprojekten sehr bewährt. Ich kann nur dringend
empfehlen das wir die Praxis auch bei uns einführen.
3. Wieviele Ressourcen können und wollen wir für die Entwicklung
von Liquid Democracy mobilisieren?
3.1. ProgrammiererInnen einstellen
3.2. Externe ExpertInnen heranziehen (Usability, Entwicklung
einer mobile App etc.)
Wir sind irgendwo um die 19.000 Mitglieder, von denen
wahrscheinlich die Hälfte in der IT tätig ist. Ich meine wir
brauchen keine externen Experten, wir haben genug interne
Experten. Nur das die meisten von denen von dem unkonstruktiven
GELABER bisher abgeschreckt werden.
1. Anforderungen klären und Abstimmen
2. Entwicklungsplattform bereitstellen
3. Arbeit aufteilen
4. Implementieren
5. Fertig.
Soweit erstmal meine Ideen für Themen, über die wir sprechen
sollten.
Viele Grüße,
Andreas
Andreas ich Danke Dir sehr für deinen Input würde mich freuen,
dich auf der Mitgliederliste der AG begrüßen zu können und hoffe
auf weitere konstruktive Diskussion
Semon
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