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ag-liquid-democracy - Re: [AG Liquid Democracy] Vorschlag zum weiteren Vorgehen: Arbeitsteilung

ag-liquid-democracy AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Liquid Democracy in der Piratenpartei

Listenarchiv

Re: [AG Liquid Democracy] Vorschlag zum weiteren Vorgehen: Arbeitsteilung


Chronologisch Thread 
  • From: Semon <semon3496 AT arcor.de>
  • To: Liquid Democracy in der Piratenpartei <ag-liquid-democracy AT lists.piratenpartei.de>
  • Subject: Re: [AG Liquid Democracy] Vorschlag zum weiteren Vorgehen: Arbeitsteilung
  • Date: Wed, 18 Jan 2012 20:48:52 +0100
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-liquid-democracy>
  • List-id: Liquid Democracy in der Piratenpartei <ag-liquid-democracy.lists.piratenpartei.de>

Hallo Andreas,
leider kann ich Dir heute nicht mit Links auf die entsprechenden Seiten im AG Liquid Democracy Wiki antworten.
Also:
Am 18.01.2012 00:26, schrieb Andreas Veltens:
Hallo  zusammen,

nach meiner Erfahrung in der AG Demokratie würde ich jetzt mal folgenden Vorschlag machen, um effektiv(er) zu Ergebnissen zu kommen:

1. Identifikation von zentralen Problemen & Herausforderungen
Dazu habe ich bereits eine Wiki-Seite angelegt, auf der zunächst die Argumente (z.B. pro/contra Delegationen) gesammelt und geordnet werden sollen.
2. Arbeitsteilung anhand dieser Probleme (neue Räume für die Probleme um Info-Overkill in der Liste zu vermeiden, z.B. ein Forum)
Was meinst du mit neuen Räumen ? Könntest du das bitte etwas präziser formulieren ? Warum kann man nicht alle Informationen im Wiki sammeln ? Ich begreife wirklich nicht warum Informationen und Diskussionen immer in irgendwelchen PADs versteckt werden.

3. (Vorstellung der Ergebnisse im Gesamtplenum?)
Wenn man alle Infos gleich im Wiki ordnet, kann jeder selber die Ergebnisse lesen. Was genau ist das "Gesamtplenum" ?


Es geht mir jetzt nicht um konkrete Verbesserungen an LQFB, sondern um eine allgemeinere Betrachtung des Ganzen.
Zu Punkt 1 würd ich dann gleich mal was in den Raum werfen:
Das ist in der Tat auch mein Ziel in der AG Liquid Democracy: Ich finde LQFB einen wichtigen Schritt um die LD-Idee praktisch zu erproben. Gerade diese Erprobung hat einige Schwächen der ursprünglichen Idee in der Praxis gezeigt.

A: Grundsätzliche Richtung der Entwicklung: Diskussionen unter Piraten transparent einbinden

Ich glaube dass ein großer Teil der Piraten gerne eine offene Diskussionsplattform hätte (siehe die "Soziokratie"-Diskussion in der AG Demokratie bzw. die AG Meinungsfindungstool), und LQFB diesbezüglich den Anforderungen nicht gerecht wird. In erster Linie, weil es überhaupt keine Diskussionsräume gibt, weder bei den Initiativen, noch bei den Anregungen. Mit Diskussionsraum meine ich die Möglichkeit, unverbindlich und unkompliziert seine Meinung zu irgendwas rauszuhauen (und Feedback zu bekommen, Stichwort: Interaktivität), und damit insbesondere die Möglichkeit, "nicht-konstruktive" Kritik zu üben (was ich sehr wichtig finde). Ich denke auch, dass das bei Adhocracy sehr viel besser gelöst ist.

Es gibt im Moment den Plan, soweit ich das verstanden habe, dem durch die Entwicklung eines Meinungsfindungstools entgegenzuarbeiten. Ich halte das nicht für sonderlich sinnvoll. Mein Gegenvorschlag wäre die (langfristige) Entwicklung einer Plattform, in der sukzessive aus Diskussionen verschiedene Positionen erarbeitet und diese dann zur Abstimmung gestellt werden, weil ich das wesentlich besser fände, als 17 LQFB- und 17 Meinungsfindungsplattformen, unzähligen Listen, Foren, Pads und Hinterraum-Diskussionen.
Ja es gibt zu viele Plattformen für die Diskussion. Zum Glück gibt es aber aktuell nur 1 Plattform für die Entscheidungsfindung (auch wenn die Entscheidungen aktuell - zu Recht - noch nicht verbindlich sind).

Auch wenn ich für die Integration der Tools bin: Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen Meinungsfindungsplattform und Entscheidungsplattform: Es kann parallel mehrere Meinungsfindungsplattformen geben, welche erprobt werden. Zum Beispiel in dem man für verschiedene Themenbereiche unterschiedliche Plattformen nutzt. Wenn man mehr als eine Entscheidungsplattform einführt - wie soll das gehen? Es erfordert jetzt schon sehr viel Disziplin und Ausdauer regelmäßig die EINE Plattform die wir haben zu nutzen. Das kann man deutlich an den Nutzerzahlen ablesen. Also lasst uns bitte die Plattform die wir haben WEITERENTWICKELN. Ich würde mir hier etwas mehr Pragmatismus wünschen.

Natürlich können auch mehrere Tools durch einen Single-Login und einfache Links miteinander verknüpft werden.
1. Es könnte sehr viel transparenter sein (sollte evident sein)
2. Es erleichtert den nicht so Technikbegabten unter uns, sehr viel leichter zu partizipieren, weil es eine zentrale, übersichtliche Anlaufstelle gäbe
3. Im Moment läuft unsere Arbeitsteilung oft nicht anhand der Themen und ihrer themenspezifischen Vertiefungen, sondern entlang regionaler Grenzen. Man hat keine Ahnung, wer wo auf welchen Listen gerade zu den gleichen Dingen arbeitet, während man selbst im eigenen Landesverband zu dem eigenen (ganz speziellen) Aspekt keinen findet, den's interessiert. Listen machen einen ob ihrer Unorganisiertheit (bzw. dem Overkill an Infos die einen nicht interessieren) kirre, Foren werden nicht genutzt... Kurz: Mit einer attraktiven Plattform würde Arbeitskraft  gebündelt, die Gesamtproduktivität erhöht.
Ja. Ich gebe Dir Recht: Diese ganzen Plattformen machen nerven mich auch.
Natürlich muss Transparenz einer der Grundpfeiler dieser Plattform sein, außerdem läuft das Ganze natürlich nicht Top-Down, sondern indem es so attraktiv gemacht wird, das alle Konkurrenzräume freiwillig verlassen werden. Was meint ihr dazu?
Was verstehst du unter Top-Down. Ist der Ansatz alle Anforderungen zu sammeln und zu ordnen. Dann bei Konflikten abzustimmen und danach ein passendes Tool zu suchen und implementieren für dich Top-Down ? Wenn wieder jeder mit seinem Lieblingstool komm, so geht es keinen Schritt voran. NRW entscheidet sich für Adhocracy, Bayern für Bayhocracy, Hessen für Hessocracy, tralala.

Nun werde ich mal versuchen aus deinem folgenden Text die Anforderungen für die Entscheidungssoftware herauszulesen, die du siehst:

B: Theoretische Grundlagen der Technikgenese explizieren
 
Viele Entscheidungen, die Programmierer einer Meinungsbildungs- oder Entscheidungsplattform treffen, sind hoch politisch. Wir müssen in der Lage sein, diesen technischen Eingriffen einige Prämissen vorauszusetzen, an denen sich die weitere Entwicklung orientieren sollte. Dazu fällt mir ein:

1. Code is law -- aber was ist unsere Verfassung?
Keine Anforderung erkennbar.
1.1. Reflexionen über Vor- und Nachteile von Ordnungssystemen (Themenbereiche (gesetzt) vs. Tags (emergent)); wer definiert Kategorien, wer darf weshalb Sprecher sein, wenn Aufmerksamkeit ein knappes Gut ist?,
A) Vorschlag eines Tagging-Systems. bei dem jeder den Themen Tags geben kann, Tags zum Filtern verwendet werden, zu Vernetzung usw. Habe ich auch als Anforderung auf meiner privaten Liste. => wird aufgenommen.
B) Themenbereiche sind eine aktuelle Eigenschaft von LQFB und sind damit erstmal in der Anforderungliste drin.

Nach der Anfoderungsaufnahme würde ich nun den/die Authoren der Anforderungen fragen, ob sie einen Konflikt zwischen den Anforderungen A + B sehen. Wenn ja muss zwischen den Anforderungen durch Abstimmung/Umfrage entschieden werden.

1.2. Wollen wir überhaupt das Delegationssystem wie es jetzt ist? Wie gehen wir mit (einer enormen Konzentration von) Macht um?
Ich sehe hier keine Anforderung. Es gibt eine ganze Reihe von konkreten Anforderungen zur Modifikation des Delegationssystems, die bereits im Wiki dokumentiert sind. Reicht das oder stellst du die Anforderung Delegation komplett zu verbieten ?  Für dieses Thema braucht es eine ausführliche Debatte => Das ist einer der Task der AG Liquid Democracy eine solche Debatte vorzubereiten und dann dazu einzuladen.

1.3. An was soll sich die Entscheidungsfindung orientieren? (dazu kam mal über die Liste der Vorschlag, das Ganze zu entschleunigen, indem man z.B. nur alle 2 Wochen Abstimmungen durchführt -- find ich sehr sinnvoll)
Diese Anforderung habe ich bereits aufgenommen.
2. Möglichst neutrale Prüfung, auf welcher bestehenden Plattform unsere theoretischen Anforderungen am besten erfüllt werden können und wo man weiter entwickelt (LQFB/Adhocracy)
Genau. Ich sage Dir aber jetzt schon. Es gibt keine Plattform, die alle unsere Anforderungen erfüllt. Die müssen die Piraten sich selber bauen. Ich bin da gern dabei - aber erst nachdem wir uns auf die Anforderungen geeinigt haben. Diese Vorgehen hat sich in vielen Softwareprojekten sehr bewährt. Ich kann nur dringend empfehlen das wir die Praxis auch bei uns einführen.
3. Wieviele Ressourcen können und wollen wir für die Entwicklung von Liquid Democracy mobilisieren?
3.1. ProgrammiererInnen einstellen
3.2. Externe ExpertInnen heranziehen (Usability, Entwicklung einer mobile App etc.)
Wir sind irgendwo um die 19.000 Mitglieder, von denen wahrscheinlich die Hälfte in der IT tätig ist. Ich meine wir brauchen keine externen Experten, wir haben genug interne Experten. Nur das die meisten von denen von dem unkonstruktiven GELABER bisher abgeschreckt werden.
1. Anforderungen klären und Abstimmen
2. Entwicklungsplattform bereitstellen
3. Arbeit aufteilen
4. Implementieren
5. Fertig.

Soweit erstmal meine Ideen für Themen, über die wir sprechen sollten.
Viele Grüße,

Andreas
Andreas ich Danke Dir sehr für deinen Input würde mich freuen, dich auf der Mitgliederliste der AG begrüßen zu können und hoffe auf weitere konstruktive Diskussion
Semon





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