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ag-landwirtschaft - Re: [Ag-landwirtschaft] Krebs durch Genmais

ag-landwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Mailingliste der AG Landwirtschaft

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Re: [Ag-landwirtschaft] Krebs durch Genmais


Chronologisch Thread 
  • From: Detmar Kleensang <detmar AT gmx.de>
  • To: ag-landwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-landwirtschaft] Krebs durch Genmais
  • Date: Mon, 1 Oct 2012 16:06:24 +0200
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-landwirtschaft>
  • List-id: <ag-landwirtschaft.lists.piratenpartei.de>

Besten Dank, Wolfgang!!!

Man sieht in dem Originaltext des Artikels auch mal wieder sehr schön, wie
sich Monsanto in seiner Argumentation windet wie ein Aal an der Angel. Wäre
es nicht so traurig könnt ich mich schlapp lachen.

Einzig: Um ganz sicher zu gehen, dass Séralini's Studie absolut wasserdicht
ist, müsste man noch wissen, wie er das RoundUp verfüttert hat. Dazu sagt der
Artikel leider sehr wenig. Und es macht einen erheblichen Unterschied, ob
RoundUp überhaupt nachweisbar als am Mais anhaftender Spritzmittelrückstand
in die Fütterung einfloss oder ob es extra zugegeben wurde. Falls letzteres,
dann in welcher Form? Im Futter oder per Injektion? Der Artikel lässt auf
Futter schliessen, aber ganz sicher kann ich mir nicht sein. Falls RoundUp
bewusst zugesetzt wurde, dann in welcher Konzentration/Menge? Und welchen
Einfluss hatte diese RoundUp-Dosis für die Gesundheitsschäden?

Wenn diese Studie tatsächlich unter ansonsten gleichen Vorgaben wie die
Zulassungs-Studie durchgeführt wurde, nur über einen längeren Zeitpunkt, und
sie dann wirklich wasserdicht wäre, dann hätte man endlich mal was in der
Hand. Ob es jetzt gegen die grüne Gentechnik ist oder gegen RoundUp oder
gegen beides. Aber dieses ganze Hin und Her mit Studie und Gegenstudie und
überall sind Lücken drin, das bringt uns ja leider nicht weiter.

Immerhin wurde schon mal ein großer Teil aufgeklärt und Séralini's Studie hat
eindeutig an Gewicht gewonnen!

Gruß, Detmar



Am 01.10.2012 um 15:50 schrieb Pirat Wolfgang:

> Hallo zusammen,
>
> habe da gerade ein Interview mit Prof. Séralini gefunden in dem er die
> Vorwürfe gegen seine Studie m. A. schlüssig widerlegt.
>
> 1. auch die Studie zur Zulassung des Mais NK603 wurde mit nur 10 Ratten
> durchgeführt.
>
> 2. Prof. Séralini hat den gleichen Rattenstamm verwendet der auch für die
> Zulassungsstudie verwendet worden ist.
>
> 3. Der Unterschied zwischen beiden Studien liegt vor allem offenbar darin
> das die von Prof. Séralini über 2 Jahre lief. Die vorherigen Studien, die
> die Unbedenklichkeit beweisen sollten, jedoch nur 90 Tage. Das in 90 Tagen
> keine Erkrankungen auftreten können die sich erst über einen längeren
> Zeitraum entwickeln müssen ist m. A. völlig logisch.
>
> Ich bin kein Wissenschaftler. Die anderen hier, die die Studie anzweifeln,
> jedoch auch nicht. Daher sollten wir doch lieber auf die Fachleute hören.
> Wie ich hier bereits am 19.09. postete ist die Studie ist im Fachblatt „Food
> and Chemical Toxicology“ veröffentlicht worden. Das ist ein seriöses
> wissenschaftliches Blatt die nichts veröffentlichen was ihnen zweifelhaft
> erscheint.
>
> Die Gesundheit der Menschen und Tiere sollte uns im Zweifel allemal
> wichtiger sein als der Profit von Monsanto. Das ist meine Meinung dazu. Von
> mir aus soll man weitere Studien machen. Jedoch als aussagefähige
> Langzeitstudien und nicht nur über 90 Tage. Und vor allem nicht an lebenden
> Tieren sondern an Zellkulturen. Und solange die Unbedenklichkeit von NK603
> nicht über alle Zweifel erwiesen ist gehört das Zeug verboten.
>
> LG
>
> Wolfgang
>
>
> Krebs durch Genmais
> Monsanto unter Druck
>
> Die Kritiker hätten die Studie wohl nicht gelesen: Der Molekularbiologe
> Séralini verteidigt seine Untersuchungen, bei denen er Ratten mit Genmais
> fütterte. von Jost Maurin
>
> BERLIN taz | Tumore, kaputte Nieren und Lebern bei Laborratten – die
> Ergebnisse einer neuen Langzeitstudie zu gentechnisch verändertem Mais
> klingen alarmierend. Binnen Stunden nach Veröffentlichung der Untersuchung
> aus Frankreich warfen Wissenschaftler den Verfassern fehlerhafte Methoden
> vor. Hauptautor Gilles-Eric Séralini von der Universität Caen weist die
> Kritik im taz-Gespräch zurück.
>
> Die Untersuchung könnte für die Industrie gefährlich werden, weil die
> Autoren so lange und detailliert wie kaum eine andere Forschergruppe eine
> Gentechpflanze an Versuchstieren getestet haben. Sie verfütterten den Mais
> NK603 des US-Herstellers Monsanto an Ratten während deren gesamten
> Lebensdauer von etwa zwei Jahren. Einige Tiere bekamen mit dem Mais auch das
> Monsanto-Pestizid RoundUp, gegen das die Pflanze durch Genveränderung
> widerstandsfähig gemacht wurde.
>
> Frühere, meist nur 90 Tage dauernde Studien hatten entweder keine Gefahren
> nachgewiesen oder werden selbst von Kritikern der Technologie skeptisch
> gesehen. Nun erklärte die französische Regierung, sie erwäge, den für den
> Import in die EU zugelassenen Gentechmais zu verbieten. In Russland
> verhängte die staatliche Verbraucherschutzagentur einen Importstopp des
> Genmaises, bis die Vorwürfe der Studie geklärt seien.
>
> Gentech-Befürworter bemängeln, dass Séralini nur zehn Ratten in der
> Kontrollgruppe gehalten habe, die konventionell gefüttert wurde. Diese Zahl
> sei zu niedrig, um zufällige Ergebnisse auszuschließen. „Der NK603-Mais
> wurde mit 10 Ratten genehmigt“, entgegnet Séralini, „das ist zu wenig für
> eine Krebsstudie. Aber eine Krebsstudie mit 50 Ratten kostet 20 Millionen
> Euro. Niemand hat das bisher gemacht mit Gentech-Pflanzen und RoundUp.“
> Krebsanfälliger Rattenstamm
>
> Allerdings habe er seine Tumorergebnisse kombiniert, etwa mit biochemischen
> Analysen, für die zehn Tiere ausreichten. Demnach litten die mit Genmais
> gefütterten Ratten besonders häufig auch an Nierenkrankheiten. Kritiker
> werfen Séralini auch vor, dass er den Rattenstamm „Sprague-Dawley“ benutzt
> hat, der natürlicherweise sehr anfällig für Krebserkrankungen ist.
>
> „Sie haben den gleichen Stamm benutzt, um den NK603-Mais zu genehmigen“,
> antwortet der Molekularbiologe. Außerdem gehörten Séralini zufolge sämtliche
> Tiere in seinem Versuch diesem Stamm an. Alle entwickelten Tumoren, aber die
> Ratten mit Genmais und/oder RoundUp im Futter „hatten zwei- bis dreimal mehr
> – und sogar fünfmal mehr in einigen Gruppen“, sagt Séralini.
>
> Monsanto wehrt sich unter anderem mithilfe von David Spiegelhalter,
> Statistiker an der Universität Cambridge. „Die Nur-Mais-Ernährung der Ratten
> ist zweifelhaft und unrealistisch“, kommentierte er die Studie laut einer
> Pressemitteilung des Unternehmens.
>
> Ausgewogenes Standardfutter
>
> Séralini kontert: „Wir haben ein ausgewogenes Standardfutter für
> Laborratten benutzt.“ Geliefert von dem Hersteller Safe, tauschten die
> Forscher den enthaltenen konventionellen Mais teilweise oder komplett gegen
> den transgenen Mais aus.
>
> Monsanto kritisierte in einer Stellungnahme zudem: „Es ist unklar, ob alle
> Testfuttermittel die gleiche Menge Mais enthielten“. Falls die Ratten
> unterschiedlich viel Mais bekommen hätten, könnte das der Grund für die
> unterschiedlichen Symptome der Tiere sein.
>
> „Jede Ratte hat die gleiche Menge Mais gefressen, und das reguläre Futter
> einer Ratte darf maximal 33 Prozent Mais enthalten“, stellt Séralini fest.
> In der Studie selbst heißt es, dass die Futtermittel „substantiell
> gleichwertig seien – mit Ausnahme des veränderten Gens“ in dem
> Monsanto-Mais. „Wer uns nun kritisiert, ist mit der Biotechnologie-Lobby
> verbunden. In Frankreich sind es auch die Leute, die den transgenen Mais
> NK603 genehmigt haben“, so Séralini.
>
>
> Quelle:
> http://www.taz.de/Krebs-durch-Genmais/!102352/?utm_medium=email&utm_source=N
> ewsletter&utm_term=Taz-Artikel+Genmais&utm_campaign=Standard+Kampagne
>
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> Ag-landwirtschaft mailing list
> Ag-landwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
> https://service.piratenpartei.de/listinfo/ag-landwirtschaft





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