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ag-drogen - Re: [AG-Drogen] Diskussion Jugendschutz

ag-drogen AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Mailingliste der AG Drogen- und Suchtpolitik

Listenarchiv

Re: [AG-Drogen] Diskussion Jugendschutz


Chronologisch Thread 
  • From: Chris Lüders <chlueders AT googlemail.com>
  • To: Mailingliste der AG Drogen <ag-drogen AT lists.piratenpartei.de>
  • Subject: Re: [AG-Drogen] Diskussion Jugendschutz
  • Date: Wed, 26 Oct 2011 09:23:39 +0200
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-drogen>
  • List-id: Mailingliste der AG Drogen <ag-drogen.lists.piratenpartei.de>

Im Elternhaus wird auch nicht offen damit umgegangen – sich zuhause treffen und trinken – no way!!! Folge war dass alle am Wochenende mit dem Auto (Führerschein ab 16) rausgefahren sind, im Auto Party gefeiert und getrunken haben. Folge war eine hohe Zahl von richtig schlimmen Unfällen.

Sehr gutes Argument!
Aber genau diesen Effekt gibt es eben auch bei anderen Drogen. Ich werde zum Beispiel meine Kinder den Umgang mit Cannabis genauso vorleben, wie es mit dem Alkohol der Fall ist. Es gibt halt eine gewisse Alkohol-Kultur in Deutschland und deshalb wissen die meisten, wie man mit der Droge umzugehen hat. Das gleiche funktioniert mit jeder anderen Droge genauso. Also zum Beispiel: "Es wird nur am Wochenende etwas mehr getrunken/geraucht" "Es wird nicht vor wichtigen Terminen, wie Vorstellungsgesprächen etc. gefeiert" Das sind Sachen, die kann man seinen Kindern ohne Probleme vermitteln und das funktioniert mit allen Drogen, denke ich.

Viele Grüße,
Chris




Am 25. Oktober 2011 20:58 schrieb Christine Zander <christine.zander AT gmx.net>:
Eure Gedanken zu Thema Jugendschutz/Verbote etc. finde ich interessant. Mir fällt auf, wie stark reglementiert der Bereich geworden ist. Sicher auch dadurch, dass alles in der Presse aufgebauscht wird. In meiner Jugend kann ich mich an keine Verbote in Bezug auf Alkohol und Zigaretten erinnern (Es gab immer das Jugendschutzgesetz, wurde aber nicht so extrem geahndet). In meinem Elternhaus war der Umgang mit Alkohol sehr frei und offen. Unsere Eltern hatten das Vertrauen zu uns, dass wir damit umgehen lernen und haben uns nie kontrolliert. Das Vertrauen haben  wir in diesem Punkt immer gespürt. So muss man sich selbst stärker damit auseinandersetzen, was man tut und hinterfragt das eigene Verhalten stärker. Ich glaube das sind auch die Hauptpunkte: Vertrauen  und Selbstvertrauen.

Besonders schlimm habe ich die Situation in den USA in Erinnerung. Die Kids dürfen teilweise (von Staat zu Staat verschieden) erst mit 21 Alkohol trinken. Im Elternhaus wird auch nicht offen damit umgegangen – sich zuhause treffen und trinken – no way!!! Folge war dass alle am Wochenende mit dem Auto (Führerschein ab 16) rausgefahren sind, im Auto Party gefeiert und getrunken haben. Folge war eine hohe Zahl von richtig schlimmen Unfällen.  Viele haben ihre Ausweise gefälscht um Alkohol kaufen zu können – hier kommt wieder die Kriminalisierung ins Spiel.

Besonders negativ in Erinnerung geblieben ist mir die Aufklärung in der Schule über illegale Drogen. Irgendwann entdeckt man, dass doch alles nicht so schwarz-weiss ist, wie einem erzählt wurde. Im Gegenteil, dass mit diesem Thema auch ganz viel Ungerechtigkeit zusammenhängt .. und man fühlt sich nur verarscht.

LG, Christine





Am 25.10.2011 um 18:30 schrieb ag-drogen-request AT lists.piratenpartei.de:

Um E-Mails an die Liste AG-Drogen zu schicken, nutzen Sie bitte die
Adresse

ag-drogen AT lists.piratenpartei.de

Um sich via Web von der Liste zu entfernen oder draufzusetzen:

https://service.piratenpartei.de/listinfo/ag-drogen

oder, via E-Mail, schicken Sie eine E-Mail mit dem Wort 'help' in
Subject/Betreff oder im Text an

ag-drogen-request AT lists.piratenpartei.de

Sie können den Listenverwalter dieser Liste unter der Adresse

ag-drogen-owner AT lists.piratenpartei.de

erreichen

Wenn Sie antworten, bitte editieren Sie die Subject/Betreff auf einen
sinnvollen Inhalt der spezifischer ist als "Re: Contents of AG-Drogen
digest..."


Meldungen des Tages:

  1. Re: Grundpositioniertes Programmgerät (Stefan Blanke)
  2. Re: Grundpositioniertes Programmgerät (Alfred Albert)
  3. Re: Email vom 25.11.2011 (Stefan Blanke)


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Message: 1
Date: Tue, 25 Oct 2011 17:43:23 +0200
From: Stefan Blanke <webmaster AT webmop.de>
To: Mailingliste der AG Drogen <ag-drogen AT lists.piratenpartei.de>
Subject: Re: [AG-Drogen] Grundpositioniertes Programmgerät
Message-ID: <4EA6D91B.5030204 AT webmop.de>
Content-Type: text/plain; charset="utf-8"; Format="flowed"

Es ist kein Wunder das sich an diesem Punkt eine weitere Diskussion
entzündet. Das ist auch gut so, ich muss alledings dazu sagen, dass
dieser Punkt so wie ich ihn aufgeführt habe eher der späten Stunde und
der Menge der Informationen die ich zusammengefasst habe, geschuldet
ist. Dieser Punkt - diese Forderung - ist handwerklich schlecht!

*Zum Komplex:*

Wie ich in meiner ersten Zusammenfassung in der es um Verbote und Regeln
ging, versucht habe herauszuarbeiten ist die Aufstellung von Verboten
immer mit Problemen behaftet.

Ich hatte gehofft, dass Anmerkungen zu meiner Zusammenfassung auftauchen
würden. Sie als allgemeingültig und für unsere Arbeit anerkannt wird,
oder auch nicht. Dies ist leider unterblieben.

Zum Thema Jugendschutz.

Kinder entwickeln sich und reifen idealerweise zu mündigen Bürgern heran.

Diese Entwicklung kann durch Drogen empfindlich gestört werden.

In der Phase der Pubertät findet meist eine Neubewertung der Bindungen
zum Elternhaus statt, die bei den Eltern wahrscheinlich auch instinktiv
vorhandenen Schutzinstinkte verlieren ihre absolute Gültigkeit.

Regeln werden idealer Weise von den Eltern fallen gelassen, neue
Freiräume entstehen. Diese Freiräume müssen jedoch auch teilweise von
den heranwachsenden erobert werden. Nicht alle Freiräume werden gewährt.

Es kann wegen der Regelhaftigkeit einiger Schutzmaßnahmen zu
Abgrenzungen durch Heranwachsenden kommen. Freiheit wird nicht als
Eröffnung neuer Wege gesehen sondern mündet in die dualistische Falle
der Protestaktion/Abgrenzung, die in der Ausprägung Drogenkonsum Schaden
für die Heranwachsenden bedeuten kann.

Es kommt ebenfalls zu Experimenten die die neuen Freiheiten austesten.
Die neuen Freiheiten werden teilweise exzessiv ausgelebt, um eine
Abgrenzung von Elternhaus zu erreichen, oder um die Zugehörigkeit zu
neuen Peergroups fernab des Elternhauses zu demonstrieren oder
herzustellen.

Viele Kinder waren Lügengeschichten ausgesetzt (Weihnachtsmann etc.)
oder Informationen über Vorgänge und Mechanismen wurden ihnen
vorenthalten bzw. in kulturell bedingter Weise verfremdet um ihnen "den
Schrecken" zu nehmen  (Tote kommen in den Himmel etc. Glaube im
Allgemeinen). Hierbei ist es denkbar, dass diese
Lügengeschichten/Mythen/Glaubensinhalte bei Aufdeckung ein
Vertrauensdefizit der Kinder gegenüber ihren Eltern schaffen. Im
Extremfall wird die Kommunikation mit den Eltern behindert, es kommt zu
einer Un-Erreichbarkeit für sinnvolle Warnungen vor Gefahren.

Manche Eltern Kind Beziehung sind von Desinteresse, Überforderung und
Gewalt auf Seiten der Eltern geprägt. Kinder werden unter diesen
Bedingungen neue Beziehungspunkte suchen. Ihre Wahl ist dabei selten
glücklich und führt häufig zu einen Abrutschen in Subkulturen die von
Gewalt, Gesetzesübertretungen und Drogenkonsum geprägt sind, da ihr
Überblick über echte Alternativen fehlt (oder sie schlichtweg nicht
auffindbar sind) und aufgrund von Entwicklungsdefiziten auch weiterhin
nicht entwickelt/aufgefunden werden können.

*Eingedenk dieser Punkte kann Jugendschutz nur bedeuten:*

Realistische, wissenschaftliche Aufklärung über die Gefahren die Kindern
und Heranwachsenden durch Drogenkonsum drohen.

Kontrolle der Lebensumstände von Kindern im Fall von auftretenden
Problemen und sinnvolle Maßnahmen die Lebensumstände zu verbessern.

Möglichst frühes Heranführen von Kindern an Gemeinschaft um den Übergang
aus der Schutzphase in der Familie in die Gesellschaft zu erleichtern.

Möglichst frühe und alters-gerechte Bereitstellung von Informationen
durch möglichst glaubwürdige "Informanten" i.e. z.B. ehemalige Betroffene.

Schaffung und Erhalt von Freizeiteinrichtungen in denen der soziale
Umgang mit Mitmenschen gefördert wird.

Ob Zugangserschwerungen zu Drogen hilfreich sind bleibt zu diskutieren.
Können aber mMn akzeptiert werden.

Ein gesellschaftliches und soziales Umfeld das Verantwortungsbewusst mit
Drogen umgeht und in dem Zusammenhänge ein befriedigende Zusammenleben
ermöglichen wird kaum Probleme mit Drogensucht haben.

Stefan








Am 25.10.2011 09:05, schrieb Maximilian Plenert:
-----BEGIN PGP SIGNED MESSAGE-----
Hash: SHA1

Am 25.10.2011 02:22, schrieb Stefan Blanke:

* Schutz Minderjähriger durch Gesetze.
"Ein mündiger Bürger kann nur durch Drogenbildung und eine sinnvolle
Regulierung des Drogenmarktes unterstützt werden, die Bevormundung entfällt.
Die Debatte ab welchem Alter dies der Fall ist, wäre sicher spannend und noch
zu führen, schließlich fordert die Grüne Jugend ein Wahlalter von 0." -
http://www.alternative-drogenpolitik.de/2011/03/05/neue-wege-in-der-drogenpolitik/

Nur mal als Anregung zum Nachdenken: Schützt man Minderjährige wenn man ihnen
etwas verbietet oder bevormundet man sie? Kann man für ein Wahlalter 0 sein
und gleichzeitig für Altersgrenzen bei Drogen?

lg max

- -----------------------
Aktiv werden! http://hanfverband.de/index.php/aktiv-werden

Deutscher Hanf Verband
Maximilian Plenert
Rykestraße 13
10405 Berlin

Tel: 030-44716653
Fax: 030-44716654
email: max.plenert AT hanfverband.de
-----BEGIN PGP SIGNATURE-----
Version: GnuPG v1.4.10 (GNU/Linux)
Comment: Using GnuPG with Mozilla - http://enigmail.mozdev.org/

iQIcBAEBAgAGBQJOpl+5AAoJEBweUxAXn9NHlUgP/icUNKPi5ey5JD5aVo9KnYSt
g39Fd0bMSHEx0jNqXiNyW4kfjN8/MVnLQW7Hj4kADg9WtRaZf8r0IbEfeGOBOCFr
g5bfQzdxJyjjVfjYtv8qLOp9B5T/x+I+dMhuoAHMqm/1QB2V0EwnuY8dOAzR1Gwa
DV2KWecy3yX0/WJnveQSlTYvCbUU0TLrZ1ZPbdME+fYIl5VCKpRBfl395d1n79/o
oBBCE4dtlAQeb/bIm0fAPsZ/Cyd9hxZFwfIRi5JQ1wzzYXo7jnIeNLkb59P3Dngv
1iP3f2QfarO7+ybHQztrKWOE9jREKE+kGnW/pYEcArtJMrpz9pIPNKkcOt9lmqqd
voJ2Y6hlufflc5QLDqDsKj1U/Yyj7SfKWYVHt2VItSConUeGMDeCdmDeDA1Dygsq
XOcNxBBoqEqe6mxq7E7oHlJn16+Ul4QoRHYPCLl+dH4awfGZp9Am0IzJIyldU04R
Y6C/i8SNvMSNbB9dVOfJem8ieS6W9M+yXMVnI+qlsvyzPwfs5NsuOCFm/BJrOsev
br3jkjI9djQL6u8t0eiqJqwkftxgDeSQeaA/he0vTCH7o7PjAhD0RMeE+2UkD6OA
PwuukmqNW0neTYWkKL7Bzhu2cik5zKXIZCfp07szXE4O/aaSzk6I//KrZsc7dzWC
GVxHZdhfYaZEp4n9hmtg
=UdD0
-----END PGP SIGNATURE-----

-------------- nächster Teil --------------
Ein Dateianhang mit HTML-Daten wurde abgetrennt...
URL: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-drogen/attachments/20111025/ad13b59f/attachment-0001.htm>

------------------------------

Message: 2
Date: Tue, 25 Oct 2011 18:11:13 +0200
From: Alfred Albert <mail AT albert24.com>
To: Mailingliste der AG Drogen <ag-drogen AT lists.piratenpartei.de>
Subject: Re: [AG-Drogen] Grundpositioniertes Programmgerät
Message-ID: <1319559073.1143.59.camel@x-bert-desktop>
Content-Type: text/plain; charset="UTF-8"

Am Dienstag, den 25.10.2011, 17:43 +0200 schrieb Stefan Blanke:
Viele Kinder waren Lügengeschichten ausgesetzt (Weihnachtsmann etc.)

(LOL)



------------------------------

Message: 3
Date: Tue, 25 Oct 2011 18:30:54 +0200
From: Stefan Blanke <webmaster AT webmop.de>
To: Mailingliste der AG Drogen <ag-drogen AT lists.piratenpartei.de>
Subject: Re: [AG-Drogen] Email vom 25.11.2011
Message-ID: <4EA6E43E.6080009 AT webmop.de>
Content-Type: text/plain; charset="utf-8"; Format="flowed"

Am 25.10.2011 16:36, schrieb Georg v. Boroviczeny:

HiGuido, hi alle

zu 1.) ich weiß nicht, ob wir da eine Abstimmung brauchen: wer Lust
und Interesse an einer AG Sucht hat, die gründen einfach eine. Dann
können und werden wir hoffentlich gut neben- und Miteinander am Thema
arbeiten ("ihr macht da, wir machen dies"), wenn's Überschneidungen
gibt, dann jeweils nochmals Absprache/-stimmung

Ich denke noch ein neues eigenes Fass aufzumachen ist kontraproduktiv.  
Die Trennung von Drogen und Sucht kann nur theoretischer Natur sein und
ich denke etwas Bodenständigkeit steht dem Themenkomplex ganz gut, ich
sags mal ganz klar: eine Trennung von Drogen und Sucht kann nur über
Sophismen begründet werden und dafür sind die Probleme definitiv zu
konkret. Eine Trennung bedeutet zudem sicher auch mehr organisatorischer
Aufwand und teilweise doppelte Arbeit die vermieden werden kann.

2.) no comment

zu 3 und ff.:

Vorneweg: es ist schwierig, jetzt noch den Text zu ändern: im Liquid
nicht mehr änderbar, im Antragsbuch schon. Damit würden diese Texte
'auseinanderlaufen', könnt beim BPT dann ziemlich 'Gegenwind' geben
(Piraten mit BPT-Erfahrung: wie sieht ihr das?), nicht unbedingt gut,
aber bitte, -begründete- Meinungen dazu

und

Es ist ein Grundssatzantrag, daher generalisierend, soll noch 'n paar
Jahre 'halten'. Davon können/sollen Einzelpositionen bei Bedarf
abgeleitet werden. Daher stehen auch keine Details drin

und noch: mir fällt hier auf, dass du vieles anders siehst/liest, denn
ich; für mich bemerkens- und nachdenkenswert

Ich denke es ist, ob der schwierigen Umsetzbarkeit/Durchsetzbarkeit der
Forderungen, egal ob ein wirklich guter Antrag zum nächsten oder
übernächsten Parteitag vorhanden ist. Die Positionspapiere sind ja auch
noch nicht fertig und wir sollten uns einen Rückkanal freilassen der
Verbesserungen am Grundsatzantrag ermöglicht.

3a.: da es eine Reihe Stoffe gibt, die nicht von der Substanz her
suchtbildend sind, müsste ein ganze Latte dahin; nicht effektiv; auf
der AG-Seite sind links verzeichent (könnte jemand
aktualisieren/ausbauen), ebenso wäre nützlich, eine Link-Sammlung zu
den jeweiligen Substanzen (als 'Thema' im Konsens) aufzubauen. Gehört
aber mMn nicht in einen Antrag

Sagen wir's doch einfach ganz kurz, der Antrag soll die Metaebene
darstellen und da gibts keine Details. Der Rest gehört ins Wiki, auf
Pads bzw. in Positionspapiere.

3b.:da Jugendliche an legale wie illegale Drogen recht leicht
rankommen, sind die Gesetze eher wenig effektiv; Jugendschutz steht
weiter unten nochmals (zu Konkret siehe oben)

Geld: ein Verurteilter kostet 80- 100 € je Tag, ~2500 - 3000 € Monat
usw.; nicht dabei sind die Kosten der Strafverfolgung durch Polizei,
Staatsanwaltschaft, Gericht... das ist insgesamt schon viel.

3d.:ja, machbar, aber s.o.; kennst du Studien, die den Unterschied
belegen?

Tut er doch nicht, deswegen ja.

3e.:die Forderung an sich beinhaltet eben nicht (s.o.) die konkrete
Ausgestaltung (wäre ein Positionspapier, Wahlkampfprogramm). Es geht
darum, dass die Einteilung bis jetzt von wirtschaftlichen sowie
vorgeblich medizinischen (???) und religiösen Bewertungen/Ansichten
her stammt

Müssen wir denn wirklich (kämpferisch) darauf Bezug nehmen? Reicht es
denn nicht wenn wir klar darstellen warum Prohibition scheitert und
scheitern muss (das dann natürlich in einem Positionspapier)?
Ich denke wenn wir Mehrheiten generieren wollen, müssen wir Einsicht (in
die Fehler der Prohibition) erzeugen und keine Fronten die dann
weiterhin die Aufhebung der Prohibition behindern.

Ich verstehe den Satz übrigens im Sinne einer zu errichtenden
Drogenkultur die durch Forschung und Erfahrungen geprägt ist. Ich
wünschte mir das wäre noch deutlicher erkennbar.

3f.:kontrolliert heißt ja gesellschaftlich/staatlich. Ich/wir haben
bewusst eher Regeln (an anderer Stelle, hier Strukturen), denn Gesetze
geschrieben, um breitere Möglichkeiten zu haben

3g.:Das ist als Aussage gemeint, nicht als Kritik am Bestehenden (hier
tritt die o.g. unterschiedliche Sicht zu Tage); Ausgestaltung ist
wiederum nicht Aussage/Aufgabe eines Grundsatzprogramms

3h.:Die besten Quellen zur Gefahrenbewertung realer
Schwarzmarktangebote wären BKA und LKAs; diese Informationen
(Laborergebnisse) sind nicht greifbar

4. lasseich mal offen; wie oben: Änderungen derzeit fragwürdig; die
'Chance', dass es wieder mal nicht drankommt, ist da, wäre aber mMn
vertane Zeit insgesamt

Nicht aufgeben! Weiter dranrum feilen. Ich wünsche mir übrigens von dir
einen Kommentar zu der Idee die Prohibition in den Zusammenhang
mit dem totalen Staat zu stellen um Aufmerksamkeit bei den Piraten (und
auch anderswo) zu erzeugen.

5. Richtig! Nebenbei: Opium ist eine Naturdroge, Morphium gereinigtes
Opium, LSD dito für Mutterkorn (Auszug, andere Wirkstoffe entfernt)

6. Steht so im Antrag drin; ansonsten hast du recht

Vieles hier auch an Stefan; aber an dich nochmals die Bitte: nicht
persönlich werden! Guido hat das klar gesagt, was er wollte, ohne
irgendjemanden nahezutreten.

Wie jetzt, wem bin ich zu nahe getreten? Ich dachte ich hätte mich an
meine Ankündigung keine Wutmails mehr zu verfassen gehalten?

Georg

------------------------------------------------------------------------

*Von:*ag-drogen-bounces AT lists.piratenpartei.de
[mailto:ag-drogen-bounces AT lists.piratenpartei.de] *Im Auftrag von
*Guido Weyers
*Gesendet:* Dienstag, 25. Oktober 2011 11:37
*An:* ag-drogen-request AT lists.piratenpartei.de;
ag-drogen AT lists.piratenpartei.de
*Betreff:* [AG-Drogen] Email vom 25.11.2011

Hallo nochmal!

Hier ein paar formale und inhaltliche Beiträge von mir.

1. Ich stimme Georg zu zwei AGs zu machen. AG Drogen und AG Sucht. Wir
sollten darüber bald abstimmen.
2. Ich stelle es mir extrem schwer vor in dieser AG konstruktiv zu
arbeiten, wenn 1/3 der Beiträge aus persönlichen Auseinandersetzungen
und deren Regulierung besteht.

3. Stellungnahme zum drogenpolitischen Antrag der AG Drogen
a) Wenn von einschlägigen Studien die Rede ist, dann sollten die auch
entsprechend angegeben/verlinkt werden. Das ist ansonsten unsauber
(siehe mein Beitrag von Sonntag)
b) Wenn von wenig wirksamen Jugendschutz die Rede ist stellt sich mir
zum einen die Frage was konkret damit gemeint ist und was wir
stattdessen anbieten (z.B. mehr Prävention)
Ein konkreter Ansatz wäre z.B. mit suchttherapierten Jugendlichen in
die Schule zu gehen.
c) Wenn von den Milliarden verschwendeter Steuergeldern die Rede ist,
dann sollte man auch das mal versuchen anhand von Fakten / Studien zu
belegen
d) "Wir lehnen die heutige, wissenschaftlich nicht haltbare
Unterscheidung in legale und illegale Stoffe ab" würde ich ändern in
"Wir lehnen die willkürliche Unterscheidung in legale und illegale
Drogen ab", Mir ist nicht bekannt, dass es speziell zu dieser
Fragestellung schon mal eine wissenschaftliche Untersuchung gab.
Wie sollte diese denn auch aussehen?
e)" fordern die objektive Bewertung und Handhabung aller psychoaktiven
Substanzen alleine anhand ihres Gefahrenpotentials." Was ist denn eine
objektive Handhabung??? Um das Gefahrenpotential von Drogen zu
bewerten spielen
bekanntermaüen viele Faktoren eine Rolle. Diese sind letztendlich auch
willkürlich. Was nehme ich da rein und wie gewichte ich es(
z.B.gesundheitliche Risiken, soziale Folgen beim Konsumenten,
gesellschaftliche Folgen usw.)
Darüber habe ich mich auch berets mit Georg unterhalten. Die im Netz
wohl verbreitetste Studien stammt von britischen Forschern aus dem
Jahr 2008.
http://www.hanfjournal.de/hajo-website/artikel/2007/04/s01_0407_titel.php
f) Neben den kontrollierten Erwerbsstrukturen würde ich in jedem Fall
noch die staatliche Kontrolle reinschreiben
g)" Prävention muss ehrlich und sachlich sein, um nachhaltig
überzeugen zu können". Das unterstellt, dass bisher Prävention
unehrlich und unsachlich war. Wie kommt ihr denn bitte schön darauf???
Hier sollte vielmehr stehen das mehr Geld für wissenschaftlich
fundierte Präventionsprogramme wie z.B SKOLL ausgegeben werden sollte.
http://www.skoll.de/
h)" Ein barrierefreier und unzensierter Zugriff auf alle Informationen
auch zu jeglichen Drogen ist jedem Bürger zu gewährleisten." Bitte mal
ein Beispiel, wo dass mal nicht der Fall war. Es gibt so viele
Suchtberatungstellen in Deutschland und auch Möglichkeiten sich im
Internet zu informieren, dass ich diesen Satz nicht verstehe.

4. Die negative Ressonanz auf die Drogenpolitik der Linken sollte uns
eine Warnung sein. Wir sollten kompetenter und vor allem
differenzierter rüberkommen.

5. Kleiner Beitrag zu Naturdrogen. Die sind nicht so harmlos wie man
denkt. In meiner früheren Arbeit hatte ich zum Beispiel mehrere Fälle
in denen Jugendliche Sttechapfel und Trompetenblumen konsumiert haben.
Beide sind auf der Intensivstation gelandet. Das kann lebensgefährlich
sein. Bei Pilzen gibt es vielleicht weniger die Gefahr der
Überdosierung, aber dass mal ein giftiger Pilz dabei ist oder man im
dümmsten Fall eine drogeninduzierte Psychose entwickelt, kann einem
auch schon mal passieren. Deshalb besser sauberes LSD unter
kontrollierten Bedingungen und zum therapeutischen Nutzen, wie das
damals schon Stanislav Grof gemacht hat.

6. Laßt uns mal bitte über das Thema Alkohol diskutieren. 80% der
Beratungen in der Suchtberatung sind mit Alkohol verbunden. Das
persönliche und gesellschaftliche Leid, das mit dieser Substanz
verbunden ist, ist unendlich viel höher als bei allen anderen
Substanzen zusammen. Wenn uns dazu mal was Gutes einfallen würde
(Alleinstellungsmerkmal), dann würden wir uns nicht nur deutlich mehr
von den anderen Parteien abgrenzen, wir würden auch echt was gutes für
die Menschen tun.

Insgesamt finde ich, dass hier einfach viele unbewiesene Behauptungen
drin stehen. Wenn wir glaubwürdig sein wollen, müssen wir da schon ein
wenig seriöser und kompetenter wirken.

Herzliche Grüße,

Guido




-------------- nächster Teil --------------
Ein Dateianhang mit HTML-Daten wurde abgetrennt...
URL: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-drogen/attachments/20111025/79f3c383/attachment.htm>

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Ende AG-Drogen Nachrichtensammlung, Band 25, Eintrag 81
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