nrw-duisburg AT lists.piratenpartei.de
Betreff: Infos für Duisburger Piraten
Listenarchiv
- From: Gerd Ruebenstrunk <bonbini AT gmx.de>
- To: nrw-duisburg AT lists.piratenpartei.de
- Subject: Re: [NRW-Duisburg] Arbeiten für Geld und anderes
- Date: Thu, 13 Oct 2011 16:53:19 +0200
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-duisburg>
- List-id: Infos für Duisburger Piraten <nrw-duisburg.lists.piratenpartei.de>
Ich greife das noch einmal auf, weil die Äußerung zwar von mir stammt, aber in dieser Form nie gefallen, also offenbar missverstanden worden ist:
1. Es geht darum, den Begriff der "Arbeit" vom Begriff der "Lohnarbeit" zu entkoppeln. Es gibt vielfältige gesellschaftlich sinnvolle Tätigkeiten, die nicht entlohnt werden, von Vorlesern in Kindergärten bis zu Blumenbeetpflegern in Großstädten (die Liste ließe sich beliebig erweitern). Auch kreative Arbeiten tragen zur Entwicklung einer Gesellschaft bei, zum Beispiel Malerei, Dichtung, Musik usw., die ebenfalls häufig nicht bezahlt werden.
2. Es gibt also Tätigkeiten (= Arbeit), die gesellschaftlich sinnvoll sind, aber keine Lohnarbeit darstellen.
3. In unserer Gesellschaft werden gesellschaftliche Teilhabe und Transferleistungen aber immer nur über Lohnarbeit definiert. "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen" ist vor allem die Position der SPD und der traditionellen Arbeiterbewegung (= Gewerkschaften), die gesellschaftliches Miteinander über (Lohn-) Arbeit definieren. Deshalb fordern sie auch nicht eine Gesellschaft, in der jeder menschenwürdig leben kann, sondern immer eine Gesellschaft, in der jeder einen (Lohn-) Arbeitsplatz bekommt.
4. Ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) würde jedem Menschen in unserer Gesellschaft (prinzipiell) ermöglichen, einer gesellschaftlich sinnvollen Tätigkeit seiner Wahl nachzugehen, die nicht Lohnarbeit sein muss. Der Gewinn für unsere Gesellschaft wäre unermesslich. Es würde zudem gesellschaftliche Teilhabe anders als über (Lohn-) Arbeit definieren und damit dazu beitragen, diesen fatalen "Arbeits"-Begriff endlich zu demontieren und durch den der "Tätigkeit" zu ersetzen.
5. Das BGE macht eine Gesellschaft möglich, in der sich Musiker auf ihre Musik und Künstler auf ihre Kunst konzentrieren können, in der, wer möchte, in Kindergärten und Altenheimen mithelfen kann und in der eine Umwertung der Werte stattfindet. (Natürlich können alle die, die das nicht wollen, weiterhin ihrer Lohnarbeit oder unternehmerischen bzw. freiberuflichen Tätigkeit nachgehen.)
So war das gemeint. Das hat nichts mit Abschaffung des Geldes zu tun.
Für das BGE plädiert übrigens auch Götz Werner, Chef der dm-Drogeriemarktkette, in seinem Buch "Einkommen für alle". (Es heißt bewusst nicht "Arbeit für alle".) Und allen, die immer noch nicht von dem "Recht auf (Lohn-) Arbeit" lassen wollen, empfehle ich das vor 150 Jahren erschienene Pamphlet "Das Recht auf Faulheit" von Paul Lafargue. Zitat: "Das Recht auf Arbeit ist nur das Recht auf Elend."
Gerd R.
Am 11.10.2011 13:35, schrieb aloa5:
frank.p.engelen schrieb:
hatte gestern nicht jemand von Arbeit für Geld gesprochen und das das gar nicht notwendig ist? So oder ähnlich.Welcher BGEler auch immer das behauptet hat.
Es ist so:
Man kann nur das mit Geld erwerben was jemand anderes gegen Entgelt er- bzw. gearbeitet hat.
Und da beißt niemand an irgend einem Ende ein Stück vom Faden ab. Man muss also erst in dem Moment gar nicht mehr gegen Entgelt arbeiten wenn das niemand mehr muss weil jeder alles für andere umsonst arbeitet. Wenn also die aktuellen 54Mrd Arbeitsstunden gegen Entgelt in Deutschland (das ist ein Stand wie etwa anno 1993 - also 18 Jahre Stillstand) nicht mehr (gegen Cash) verrichtet werden und trotzdem alles erhalten würde hätte man recht.
So lange dem aber so ist wird man von dem was man /gegen Entgelt/ von diesen 54Mrd an Stunden erwerben kann leben. Und insofern ist die Behauptung niemand müsse arbeiten falsch. Wenn niemand mehr gegen Geld arbeitet kann niemand sich etwas für Geld kaufen und derjenige der das behauptet ist der erste der mit 800 Euro in der Tasche tot umfällt und bemerkt das man Geld nicht essen kann. ;)
Grüße
Otmar
--
Gerd Ruebenstrunk
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- [NRW-Duisburg] Arbeiten für Geld und anderes, frank . p . engelen, 11.10.2011
- Re: [NRW-Duisburg] Arbeiten für Geld und anderes, aloa5, 11.10.2011
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- Re: [NRW-Duisburg] Arbeiten für Geld und anderes, Gerd Ruebenstrunk, 18.10.2011
- Re: [NRW-Duisburg] Arbeiten für Geld und anderes, Martin Schröder, 18.10.2011
- Re: [NRW-Duisburg] Arbeiten für Geld und anderes, Gerd Ruebenstrunk, 18.10.2011
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- Re: [NRW-Duisburg] Arbeiten für Geld und anderes, Thorsten Georg, 14.10.2011
- Re: [NRW-Duisburg] Arbeiten für Geld und anderes, Gerd Ruebenstrunk, 14.10.2011
- Re: [NRW-Duisburg] Arbeiten für Geld und anderes, Monika Pieper, 14.10.2011
- Re: [NRW-Duisburg] Arbeiten für Geld und anderes, Gerd Ruebenstrunk, 14.10.2011
- Re: [NRW-Duisburg] Arbeiten für Geld und anderes, aloa5, 11.10.2011
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