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nrw-ak-tierschutz - Re: [nrw-ak-tierschutz] Exotenhaltung

nrw-ak-tierschutz AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Mailingliste des Arbeitskreis Tierschutz NRW

Listenarchiv

Re: [nrw-ak-tierschutz] Exotenhaltung


Chronologisch Thread 
  • From: Andreas Friebe <m4inman AT gmail.com>
  • To: nrw-ak-tierschutz AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [nrw-ak-tierschutz] Exotenhaltung
  • Date: Fri, 08 Jun 2012 19:26:26 +0200
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-ak-tierschutz>
  • List-id: Mailingliste des Arbeitskreis Tierschutz NRW <nrw-ak-tierschutz.lists.piratenpartei.de>

Zu aller erst.
PETA sind Fanatiker. Genauso wie die Kreationisten und andere Spinner
was "christliche Religionen" angeht. Teilweise Greenpeace für den
Umweltschutz oder die Salafisten bei den Muslimen.
Was die schreiben nehme ich von Grund auf erstmal garnicht ernst.

Trotzdem habe ich mir die Müße gegeben und mir das mal durchgelesen.
In diesem Fall kann ich nur bei Punkt 2 was ernstes erkennen.

Aber der Reihe nach. "Gesundheitliche Gefahren für den Menschen"
Wenn man sich den weiteren Link von PETA durchliest, da steht nur das
zwei Salmonellenarten GEFUNDEN wurden. Daraufhin KANN eine Gefahr für
den Menschen bestehen, deshalb soll die Messe nicht mehr stattfinden.
Dann möchte ich hiermit sofort jeglichen Sport, jegliche Arbeit, Auto
fahren, Flugzeuge, die Bahn.
Ich möchte jede Art der Fortbewegung verbieten, denn man kann sich da
JEDE Sekunde potentiell verletzen oder sterben. So viel dazu...
Bin nun auch kein Mediziner oder komme aus dem Gesundheitswesen. Doch
ich glaube Salmonellen sind nur dann gefährlich wenn man sie oral zu
sich nimmt, also wenn sie irgendwie im Essen sind und dieses NICHT bis
zu einem bestimmten Punkt erhitzt wird.
Salmonellenverseuchte Eier, die man kocht kann man dann auch essen.
Also frage ich mich da welchen Zusammenhang dieser Quatsch hat.
Bakterien und Erreger findet man immer und überall, man sollte halt
einfach nicht mit den Pfoten im Mund rumspielen und schon gibts da keine
Bedenken.

"Tierquälerei"
Was die Börsen angeht - insbesondere die Terraristika - muss ich PETA in
gewisser Maßen Recht geben.
Viele Händler sind skrupellos und beachten nichtmal die
Mindestanforderungen die bei dieser Veranstaltung gegeben sind, wie z.
B. das nur eine Seite durchsichtig sein darf, wie ein Fenster.
Ja es gibt auch Berichte von Tieren die teilweise stundenlang tot in
ihren Behältern lagen und die Händler sich dieser nicht "entledigten".
Jedoch hat sich das in der Zeit schon verbessert. Schwarze Schafe gibt
es immer und überall.
Hier gilt es - in Zusammenarbeit mit dem DGHT - wahre Missstände zu
erkennen und diese versuchen zu minimieren. Denn der DGHT ist die
einzige, wirklich absolut einzige Organisation die ich für neutral,
kompetent halte und ich ernst nehme.

"Neozoen"
Hier bezieht sich der US-Bericht wohl eher auf die USA. Vorallem Tokees
(Gekko gecko) sind ein Neozoon in z.B. Florida und Hawaii.
Solche Tiere können bei uns nicht überleben und werden es auch mit
Klimaerwärmung in den nächsten Jahrzehnten nicht.
Unsere heimischen Reptilien überwintern, was diese nicht machen, dadurch
werden sie bei kälteren Temperaturen "einschlafen", spätestens sobald
der Frost kommt.
Dies ist also hanebüchen.
Ich habe zumindest noch nichts von Reptilien als Neozoon in Deutschland
gehört.
Artengruppe Artenzahl etabliert noch nicht etabliert
Status fraglich
Reptilien 14 0 13 1
Amphibien 8 1 7 0
Aus http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Neozoen_in_Deutschland
Auf anderen Seiten komme ich auf das selbe Ergebnis.
Hier bezieht sich die Studie also klar auf ihr Herkunftsgebiet und ist
für Deutschland und West- Mitteleuropa nicht represäntativ.


Fazit
Wie immer nix neues von PETA. Abstruse Pauschalforderungen ohne
wirkliche Argumentation. Das einzige sind die Missstände bei Börsen. Und
damit hat PETA nicht gerade eine "Breaking News" zustande gebracht. Das
weiss man seit Jahren und es wird immer besser. Noch lange nicht gut
bzw. perfekt, aber was ist das schon?


@Julia
Was das Thema angeht.
Man kann für wenige Euro sich dort einen Stand mieten.
Mit diesem Stand hat man das Recht einige Stunden vor der offiziellen
Eröffnung um 10:00 dort zu sein. Viele Geschäfte werden vor Anfang der
Terraristika abgewickelt. Deswegen sieht man auch viele leere Plätze
wenn es losgeht, da diese einen Stand anmelden, nur 1-2 Tiere dabei
haben, diese dann unter den Händlern wechseln (meistens verabredet man
sich im Voraus um Tiere entsprechend vor Beginn zu handeln) und danach
schon wieder verschwinden.

Also ich freue mich auf morgen und hoffe das es ein sehr konstruktives
Treffen wird. Vielleicht können wir Vorreiter für ein entsprechendes
Gesetz nicht nur in NRW, sondern bundesweit sein.


MfG Andreas


Am 08.06.2012 15:52, schrieb Claudia:
> aus dem Tracker zum Thema Terraristikbörsen:
>
> "Sehr geehrte Damen und Herren,
>
> ich schreibe Ihnen im Namen von PETA Deutschland e.V.,
> Schwesterorganisation von
> PETA USA, der mit über 3 Millionen Mitgliedern und Unterstützern weltweit
> größten Tierrechtsorganisation. Ich möchte Sie auf einen neuen
> wissenschaftlichen Bericht der Forscher Phillip C Arena, Catrina Steedman
> und
> Clifford Warwick aufmerksam machen, der klar belegt, dass Märkte, auf denen
> Wildtiere wie Reptilien und Amphibien verkauft werden, dem Tierschutz in
> keinster Weise gerecht werden und zudem eine ernstzunehmende
> Gesundheitsgefahr
> für den Menschen darstellen. Bitte setzen Sie sich deshalb für ein
> bundesweites
> Verbot sogenannter Terraristikbörsen ein.
>
> Der Bericht, verfasst von einem internationalen Team aus dem Bereich der
> Biologie und Verhaltensforschung, bestätigt, was Tierschützer seit Jahren
> anprangern: Exotische Tiere wie Reptilien und Amphibien leiden unter den
> Bedingungen, die unausweichlich auf allen Tierbörsen herrschen. Untersucht
> wurden insbesondere drei Veranstaltungen: die IHS-Show in Großbritannien,
> die
> Expoterraria in Spanien und die - nach eigenen Angaben weltweit größte Börse
> ihrer Art - Terraristika in Hamm, Westfalen.
>
> Gesundheitliche Gefahren für den Menschen
>
> In dem Bericht wird deutlich, wie gefährlich die Durchführung einer
> Exotenbörse
> auch für die menschliche Bevölkerung sein kann: Reptilien sind dafür
> bekannt,
> zahlreiche Pathogene, wie z.B. Salmonellen, in sich zu tragen (das
> Robert-Koch-Institut schätzt, dass ca. jede dritte Salmonellose unter
> Kleinkindern vom Kontakt mit Reptilien herrührt). Die Forscher bestätigen
> ganz
> klar, dass das Verhalten von Händlern und Besuchern auf Exotenbörsen
> schnell zu
> einer Verbreitung von Erregern führen kann: Händler haben Kontakt zu ihren
> Tieren, können die Keime auf Tisch, Tierbehälter und andere Gegenstände
> weiterverteilen. Der Besucher nimmt sie dort auf, überträgt sie auf seine
> Kleidung, Gegenstände in der Messehalle oder andere Besucher. Die Verfasser
> weisen darauf hin, dass viele Veranstaltungshallen auch für andere Zwecke
> genutzt werden und sich einige Erreger tage-, wochen- oder sogar monatelang
> halten können.
>
> Die teils angebotenen Desinfektionsmittel bieten laut den Experten keinen
> ausreichenden Schutz, führen höchstens dazu, dass sich die Besucher in
> falscher
> Sicherheit wiegen. Diese Probleme seien auf derartigen Veranstaltungen
> unlösbar,
> da nicht einmal, wie oben beschrieben, der direkte Kontakt zum Tier
> notwendig
> ist, um Erreger zu verbreiten. Viele Erkrankungen werden wohl alleine
> deshalb
> nicht bekannt, da die meisten Allgemeinmediziner noch nicht nach einem
> möglichen
> Kontakt zu Reptilien fragen (und teils selbst nicht ausreichend über
> Zoonosen
> informiert sind) oder da sich viele Menschen aufgrund der passiven
> Übertragungsmöglichkeiten noch nicht einmal über diese potenzielle Quelle
> bewusst sind.
>
> Schon im Jahr 2010 konnten wir auf der Terraristika Salmonellen nachweisen.
> Mehr
> dazu erfahren Sie unter
> www.peta.de/terraristika<http://www.peta.de/terraristika>.
>
> Tierquälerei
>
> Im Bereich des Tierschutzes haben die Forscher gravierende Mängel
> feststellen
> können. Die Studie hat gezeigt, dass ein Großteil der Tiere unter Stress
> leidet.
> Dies zeigt sich in einer Reihe von Verhaltensmustern, die in der Arbeit
> näher
> beschrieben werden. Die unmittelbare Nähe von "Räuber" und "Beutetier" (wie
> der
> Mensch vom Tier wohl wahrgenommen wird; andererseits aber auch in Bezug auf
> Reptilien und sogenannte Futtertiere, die auf den Börsen verkauft werden)
> setzt
> die Tiere enorm unter Druck.
>
> Des Weiteren bestätigte sich, dass die Behälter absolut unzureichend in
> ihrer
> Größe und Struktur sind - die Forscher schreiben, dass keiner der auf den
> drei
> Börsen vorgefundenen Behälter zur Ausstellung von Tieren groß genug war, um
> einen vollständigen Temperaturgradienten möglich zu machen. Dies ist
> allerdings
> dringend notwendig: Ektotherme Tiere reagieren auf Stress häufig, indem sie
> ihre
> Körpertemperatur durch das Aufsuchen einer Hitzequelle erhöhen
> (vergleichbar mit
> dem Fieber bei Säugetieren). Dass ihnen dies unter den gegebenen Umständen
> nicht
> möglich ist, kann - selbst bei nur wenigen Stunden - zu kurz- oder
> mittelfristigen gesundheitlichen Einschränkungen führen. Die zeitlich
> begrenzte
> Natur einer solchen Veranstaltung rechtfertigt den Experten zufolge nicht
> derartig minimalistische und stressige Bedingungen, welche, zusammen mit den
> fehlenden Möglichkeiten, sich von dem Stress zu erholen, zu
> Gesundheitsproblemen
> bei den Tieren führen können. Im Gegensatz zu zeitweisen Bedingungen, wie
> sie
> üblicherweise auf Transporten herrschen (was ebenfalls von PETA nicht
> gutgeheißen werden kann), sind die Tiere hier lang anhaltendem Stress
> ausgesetzt: Oft haben die Händler lange Anfahrtswege und bringen die Tiere
> dann
> innerhalb der Messe in ein Umfeld, welches ebenso unzumutbar ist. Nach dem
> Kauf
> werden die Exoten oftmals ins Ausland verbracht oder haben zumindest eine
> weitere (teils lange) Anfahrt vor sich, bevor sie an ihrem endgültigen
> Bestimmungsort ankommen.
>
> Der Bericht legt nahe, dass viele Händler offensichtlich nicht ausreichend
> über
> das Verhalten der von ihnen verkauften Tiere informiert sind, weshalb sie
> immer
> wieder behaupten, die Tiere seien nicht gestresst, oder deutlich auffälliges
> Verhalten fehlinterpretieren. Ebenso verhält es sich teils mit
> beaufsichtigenden
> Veterinären, welche naturgemäß nicht zwangsläufig auf die spezifischen
> Bedürfnisse dieser Wildtiere spezialisiert sind und so oftmals Verhalten
> fehldeuten. Auch die zuständige Amtsveterinärin in Hamm hat die Börse mit
> Tierschützern mehrfach begangen und immer wieder betont, dass absolut kein
> Tierschutzproblem vorliege - was sich nun schlichtweg als falsch erwiesen
> hat.
>
> Auch seltene und in ihrem Bestand gefährdete Tiere fanden die Forscher auf
> den
> Börsen vor, so z.B. die McCords Schlangenhalsschildkröte, Chelodina
> mccordi, auf
> der Terraristika. Als Fazit schreiben die Wissenschaftler, dass die Mehrheit
> aller beobachteten Tiere Bedingungen und einer Behandlung ausgesetzt war,
> die
> mit Tierquälerei gleichzusetzen sind.
>
> Neozoen
>
> Der dritte von den Forschern angesprochene Bereich ist die potenzielle
> Einführung von Neobiota - also von Arten, die durch menschliche
> Einflussnahme in
> einem Gebiet ansiedeln, in dem sie nicht heimisch sind; zu ihnen gehören
> auch
> die Neozoen, also Tierarten, die sich gebietsfremd ansiedeln. Neben
> Klimawandel,
> Umweltverschmutzung und der Zerstörung natürlicher Lebensräume stellen
> Neobiota
> eine der größten Bedrohungen für die natürliche Biodiversität in Europa
> dar. Der
> Europäischen Kommission zufolge verursachen Neobiota in Europa einen
> jährlichen
> Schaden von ca. 12,5 Milliarden Euro. Die eingeschleppten Tierarten können
> beispielsweise heimische Tiere verdrängen oder fremde Krankheitserreger
> verbreiten. Bislang konnten sich geschätzte 50 Spezies von Reptilien und
> Amphibien in Europa verbreiten. Die Forscher berichten, dass ca. 28% aller
> auf
> den von ihnen besuchten Börsen vorgefundenen Tierarten bereits als Neozoen
> aufgetreten sind. Viele der im Handel mit exotischen Wildtieren verkauften
> Spezies sind gerade deshalb so präsent, weil sie in einiger Hinsicht relativ
> "flexibel" sind - so z.B. was die angenommene Nahrung angeht. Dies macht
> eine
> potenzielle Verbreitung noch wahrscheinlicher. Selbst wenn die Ansiedlung
> von
> Tierarten aus völlig anderen Klimazonen auf den ersten Blick
> unwahrscheinlich
> erscheint, spielen einige Faktoren eine wichtige Rolle; so können die
> Klimaerwärmung, das Aufsuchen eines geschützten Mikroklimas oder auch
> genetische
> Veränderungen der Tierarten durch bestimmte Zuchtziele dazu führen, dass
> sich
> diese Tierarten auch in Deutschland ansiedeln könnten. Ein hohes Risiko der
> Verbreitung schreiben die Experten so z.B. der Schnappschildkröte, dem Tokee
> oder auch der Kornnatter zu. Vor einem wirtschaftlichen Hintergrund muss
> ganz
> klar gesagt werden, dass die Vorbeugung in diesem Fall wesentlich
> kostengünstiger ausfällt als die Behandlung der Problematik nur einer
> einzigen
> Neozoon nach ihrer Einführung.
>
> Den ausführlichen Bericht der Forscher Arena, Steedman und Warwick können
> Sie
> unter www.peta.de/exotenboersen<http://www.peta.de/exotenboersen> einsehen.
> Einen kurzen Film über die Messe an sich finden Sie unter dem oben bereits
> erwähnten Link www.peta.de/terraristika<http://www.peta.de/terraristika>.
> Ich
> bitte Sie aufgrund der oben aufgeführten Tatsachen, im Sinne von Mensch,
> Tier
> und Natur zu handeln und sich für ein umgehendes Verbot von Terraristikb
> örsen
> im allgemeinen und der Terraristika im Speziellen einzusetzen."
>
> Mir fehlt ganz ehrlich an dieser Stelle die Sachkompetenz, um das
> beurteilen zu
> können.




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