nrw-ak-tierschutz AT lists.piratenpartei.de
Betreff: Mailingliste des Arbeitskreis Tierschutz NRW
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- From: Julia von der Ahe <arduinna369 AT gmx.de>
- To: Mailingliste des Arbeitskreis Tierschutz NRW <nrw-ak-tierschutz AT lists.piratenpartei.de>
- Subject: Re: [nrw-ak-tierschutz] Exotenhaltung
- Date: Fri, 08 Jun 2012 19:00:42 +0200
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-ak-tierschutz>
- List-id: Mailingliste des Arbeitskreis Tierschutz NRW <nrw-ak-tierschutz.lists.piratenpartei.de>
Ich kanns auch nicht bewerten. Vielleicht mag Sarah sich dazu äußern.
An sich bin ich bei PETA aber immer vorsichtig, die schießen gerne mal übers Ziel hinaus...
Ein paar sind doch Samstag auf der Terraristika, vielleicht mag ja mal einer versuchen ob er ein Tier angeboten bekommt was eigentlich nicht verkauft werden darf.
LG
Julia
Am 08.06.2012 15:52, schrieb Claudia:
aus dem Tracker zum Thema Terraristikbörsen:
"Sehr geehrte Damen und Herren,
ich schreibe Ihnen im Namen von PETA Deutschland e.V., Schwesterorganisation
von
PETA USA, der mit über 3 Millionen Mitgliedern und Unterstützern weltweit
größten Tierrechtsorganisation. Ich möchte Sie auf einen neuen
wissenschaftlichen Bericht der Forscher Phillip C Arena, Catrina Steedman und
Clifford Warwick aufmerksam machen, der klar belegt, dass Märkte, auf denen
Wildtiere wie Reptilien und Amphibien verkauft werden, dem Tierschutz in
keinster Weise gerecht werden und zudem eine ernstzunehmende Gesundheitsgefahr
für den Menschen darstellen. Bitte setzen Sie sich deshalb für ein
bundesweites
Verbot sogenannter Terraristikbörsen ein.
Der Bericht, verfasst von einem internationalen Team aus dem Bereich der
Biologie und Verhaltensforschung, bestätigt, was Tierschützer seit Jahren
anprangern: Exotische Tiere wie Reptilien und Amphibien leiden unter den
Bedingungen, die unausweichlich auf allen Tierbörsen herrschen. Untersucht
wurden insbesondere drei Veranstaltungen: die IHS-Show in Großbritannien, die
Expoterraria in Spanien und die - nach eigenen Angaben weltweit größte Börse
ihrer Art - Terraristika in Hamm, Westfalen.
Gesundheitliche Gefahren für den Menschen
In dem Bericht wird deutlich, wie gefährlich die Durchführung einer
Exotenbörse
auch für die menschliche Bevölkerung sein kann: Reptilien sind dafür bekannt,
zahlreiche Pathogene, wie z.B. Salmonellen, in sich zu tragen (das
Robert-Koch-Institut schätzt, dass ca. jede dritte Salmonellose unter
Kleinkindern vom Kontakt mit Reptilien herrührt). Die Forscher bestätigen ganz
klar, dass das Verhalten von Händlern und Besuchern auf Exotenbörsen schnell
zu
einer Verbreitung von Erregern führen kann: Händler haben Kontakt zu ihren
Tieren, können die Keime auf Tisch, Tierbehälter und andere Gegenstände
weiterverteilen. Der Besucher nimmt sie dort auf, überträgt sie auf seine
Kleidung, Gegenstände in der Messehalle oder andere Besucher. Die Verfasser
weisen darauf hin, dass viele Veranstaltungshallen auch für andere Zwecke
genutzt werden und sich einige Erreger tage-, wochen- oder sogar monatelang
halten können.
Die teils angebotenen Desinfektionsmittel bieten laut den Experten keinen
ausreichenden Schutz, führen höchstens dazu, dass sich die Besucher in
falscher
Sicherheit wiegen. Diese Probleme seien auf derartigen Veranstaltungen
unlösbar,
da nicht einmal, wie oben beschrieben, der direkte Kontakt zum Tier notwendig
ist, um Erreger zu verbreiten. Viele Erkrankungen werden wohl alleine deshalb
nicht bekannt, da die meisten Allgemeinmediziner noch nicht nach einem
möglichen
Kontakt zu Reptilien fragen (und teils selbst nicht ausreichend über Zoonosen
informiert sind) oder da sich viele Menschen aufgrund der passiven
Übertragungsmöglichkeiten noch nicht einmal über diese potenzielle Quelle
bewusst sind.
Schon im Jahr 2010 konnten wir auf der Terraristika Salmonellen nachweisen.
Mehr
dazu erfahren Sie unter
www.peta.de/terraristika<http://www.peta.de/terraristika>.
Tierquälerei
Im Bereich des Tierschutzes haben die Forscher gravierende Mängel feststellen
können. Die Studie hat gezeigt, dass ein Großteil der Tiere unter Stress
leidet.
Dies zeigt sich in einer Reihe von Verhaltensmustern, die in der Arbeit näher
beschrieben werden. Die unmittelbare Nähe von "Räuber" und "Beutetier" (wie
der
Mensch vom Tier wohl wahrgenommen wird; andererseits aber auch in Bezug auf
Reptilien und sogenannte Futtertiere, die auf den Börsen verkauft werden)
setzt
die Tiere enorm unter Druck.
Des Weiteren bestätigte sich, dass die Behälter absolut unzureichend in ihrer
Größe und Struktur sind - die Forscher schreiben, dass keiner der auf den drei
Börsen vorgefundenen Behälter zur Ausstellung von Tieren groß genug war, um
einen vollständigen Temperaturgradienten möglich zu machen. Dies ist
allerdings
dringend notwendig: Ektotherme Tiere reagieren auf Stress häufig, indem sie
ihre
Körpertemperatur durch das Aufsuchen einer Hitzequelle erhöhen (vergleichbar
mit
dem Fieber bei Säugetieren). Dass ihnen dies unter den gegebenen Umständen
nicht
möglich ist, kann - selbst bei nur wenigen Stunden - zu kurz- oder
mittelfristigen gesundheitlichen Einschränkungen führen. Die zeitlich
begrenzte
Natur einer solchen Veranstaltung rechtfertigt den Experten zufolge nicht
derartig minimalistische und stressige Bedingungen, welche, zusammen mit den
fehlenden Möglichkeiten, sich von dem Stress zu erholen, zu
Gesundheitsproblemen
bei den Tieren führen können. Im Gegensatz zu zeitweisen Bedingungen, wie sie
üblicherweise auf Transporten herrschen (was ebenfalls von PETA nicht
gutgeheißen werden kann), sind die Tiere hier lang anhaltendem Stress
ausgesetzt: Oft haben die Händler lange Anfahrtswege und bringen die Tiere
dann
innerhalb der Messe in ein Umfeld, welches ebenso unzumutbar ist. Nach dem
Kauf
werden die Exoten oftmals ins Ausland verbracht oder haben zumindest eine
weitere (teils lange) Anfahrt vor sich, bevor sie an ihrem endgültigen
Bestimmungsort ankommen.
Der Bericht legt nahe, dass viele Händler offensichtlich nicht ausreichend
über
das Verhalten der von ihnen verkauften Tiere informiert sind, weshalb sie
immer
wieder behaupten, die Tiere seien nicht gestresst, oder deutlich auffälliges
Verhalten fehlinterpretieren. Ebenso verhält es sich teils mit
beaufsichtigenden
Veterinären, welche naturgemäß nicht zwangsläufig auf die spezifischen
Bedürfnisse dieser Wildtiere spezialisiert sind und so oftmals Verhalten
fehldeuten. Auch die zuständige Amtsveterinärin in Hamm hat die Börse mit
Tierschützern mehrfach begangen und immer wieder betont, dass absolut kein
Tierschutzproblem vorliege - was sich nun schlichtweg als falsch erwiesen hat.
Auch seltene und in ihrem Bestand gefährdete Tiere fanden die Forscher auf den
Börsen vor, so z.B. die McCords Schlangenhalsschildkröte, Chelodina mccordi,
auf
der Terraristika. Als Fazit schreiben die Wissenschaftler, dass die Mehrheit
aller beobachteten Tiere Bedingungen und einer Behandlung ausgesetzt war, die
mit Tierquälerei gleichzusetzen sind.
Neozoen
Der dritte von den Forschern angesprochene Bereich ist die potenzielle
Einführung von Neobiota - also von Arten, die durch menschliche Einflussnahme
in
einem Gebiet ansiedeln, in dem sie nicht heimisch sind; zu ihnen gehören auch
die Neozoen, also Tierarten, die sich gebietsfremd ansiedeln. Neben
Klimawandel,
Umweltverschmutzung und der Zerstörung natürlicher Lebensräume stellen
Neobiota
eine der größten Bedrohungen für die natürliche Biodiversität in Europa dar.
Der
Europäischen Kommission zufolge verursachen Neobiota in Europa einen
jährlichen
Schaden von ca. 12,5 Milliarden Euro. Die eingeschleppten Tierarten können
beispielsweise heimische Tiere verdrängen oder fremde Krankheitserreger
verbreiten. Bislang konnten sich geschätzte 50 Spezies von Reptilien und
Amphibien in Europa verbreiten. Die Forscher berichten, dass ca. 28% aller auf
den von ihnen besuchten Börsen vorgefundenen Tierarten bereits als Neozoen
aufgetreten sind. Viele der im Handel mit exotischen Wildtieren verkauften
Spezies sind gerade deshalb so präsent, weil sie in einiger Hinsicht relativ
"flexibel" sind - so z.B. was die angenommene Nahrung angeht. Dies macht eine
potenzielle Verbreitung noch wahrscheinlicher. Selbst wenn die Ansiedlung von
Tierarten aus völlig anderen Klimazonen auf den ersten Blick unwahrscheinlich
erscheint, spielen einige Faktoren eine wichtige Rolle; so können die
Klimaerwärmung, das Aufsuchen eines geschützten Mikroklimas oder auch
genetische
Veränderungen der Tierarten durch bestimmte Zuchtziele dazu führen, dass sich
diese Tierarten auch in Deutschland ansiedeln könnten. Ein hohes Risiko der
Verbreitung schreiben die Experten so z.B. der Schnappschildkröte, dem Tokee
oder auch der Kornnatter zu. Vor einem wirtschaftlichen Hintergrund muss ganz
klar gesagt werden, dass die Vorbeugung in diesem Fall wesentlich
kostengünstiger ausfällt als die Behandlung der Problematik nur einer einzigen
Neozoon nach ihrer Einführung.
Den ausführlichen Bericht der Forscher Arena, Steedman und Warwick können Sie
unter www.peta.de/exotenboersen<http://www.peta.de/exotenboersen> einsehen.
Einen kurzen Film über die Messe an sich finden Sie unter dem oben bereits
erwähnten Link www.peta.de/terraristika<http://www.peta.de/terraristika>. Ich
bitte Sie aufgrund der oben aufgeführten Tatsachen, im Sinne von Mensch, Tier
und Natur zu handeln und sich für ein umgehendes Verbot von Terraristikb örsen
im allgemeinen und der Terraristika im Speziellen einzusetzen."
Mir fehlt ganz ehrlich an dieser Stelle die Sachkompetenz, um das beurteilen
zu
können.
- Re: [nrw-ak-tierschutz] Exotenhaltung, Andreas Friebe, 07.06.2012
- Re: [nrw-ak-tierschutz] Exotenhaltung, Claudia, 07.06.2012
- Re: [nrw-ak-tierschutz] Exotenhaltung, Andreas Friebe, 07.06.2012
- Re: [nrw-ak-tierschutz] Exotenhaltung, Claudia, 07.06.2012
- Re: [nrw-ak-tierschutz] Exotenhaltung, Claudia, 08.06.2012
- Re: [nrw-ak-tierschutz] Exotenhaltung, Julia von der Ahe, 08.06.2012
- Re: [nrw-ak-tierschutz] Exotenhaltung, Andreas Friebe, 08.06.2012
- Re: [nrw-ak-tierschutz] Exotenhaltung, Claudia, 08.06.2012
- Re: [nrw-ak-tierschutz] Exotenhaltung, Andreas Friebe, 07.06.2012
- Re: [nrw-ak-tierschutz] Exotenhaltung, Claudia, 07.06.2012
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