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nrw-ak-drogen - Re: [NRW-AK-Drogen] Kritik: Warnhinweis auf Medikamenten mit Suchtpotenzial

nrw-ak-drogen AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Nrw-ak-drogen mailing list

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Re: [NRW-AK-Drogen] Kritik: Warnhinweis auf Medikamenten mit Suchtpotenzial


Chronologisch Thread 
  • From: Martin Köster <Martin.Koester AT uni-duesseldorf.de>
  • To: nrw-ak-drogen AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [NRW-AK-Drogen] Kritik: Warnhinweis auf Medikamenten mit Suchtpotenzial
  • Date: Mon, 12 Apr 2010 11:02:38 -0400
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-ak-drogen>
  • List-id: <nrw-ak-drogen.lists.piratenpartei.de>

http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/076-009.htm

http://www.baek.de/page.asp?his=1.117.1504.1577

http://www.innovations-report.de/html/berichte/studien/bericht-73920.html

mal als Einstieg, falls du es nicht selber finden konntest. Moneyquotesaus den Leitlinien:

/BZD werden häufig langzeitlich über Monate und Jahre eingenommen, obwohl Empfehlungen von Experten dahin gehen, die Verordnung auf kurzfristigen Gebrauch (2-4 Wochen) zu beschränken (CSM 1988, Royal Collage of Psychiatrists 1988, in Ashton;) und einen Dauergebrauch zu vermeiden (AkdÄ 2003). /

/Abhängigkeit von Sedativa/Hypnotika kam nach Schätzungen bis zum Jahre 1996 in Deutschland bei etwa 600 000 - 800 000 (0,8 - 1 % der Bevölkerung) Menschen vor. (Poser u. Poser, 1996; III). Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Jahrbuch 2004 der DHS) schätzt die Gesamtzahl der Arzneimittelabhängigen auf 1,4 Millionen, *davon 1 Million Abhängige von BZD (1,3 - 1,7 % der Bevölkerung)*. Nach Zahlen des IFT München (Kraus und Augustin, 2001), das im Auftrag des BMGS in 2000 eine Repräsentativerhebung u.a. zur Medikamentenabhängigkeit durchführte, muss mit einer Zahl von 1,9 Millionen Medikamentenabhängigen gerechnet werden. Dabei basieren diese Ergebnisse nur auf Befragung der Bevölkerungs-Stichprobe zwischen 18 und 59 Jahren. Da andere Untersuchungen vor allem bei älteren Menschen hohe Prävalenzzahlen fanden (Weyerer und Zimber, 1997), *liegt die tatsächliche Zahl sogar noch höher*. Zwei Drittel aller Medikamentenabhängige sind Frauen. Typisch ist, dass der Konsum von Medikamenten im Rahmen einer Abhängigkeit als "still" und "unauffällig" verläuft, weshalb auch Hilfsmaßnahmen von Betroffenen und ihrem Umfeld nicht als vorrangig erlebt werden.
/

/Die insgesamt seltene schädliche Gebrauch von Sedativa/Hypnotika (ohne Abhängigkeit) oder auch die Langzeiteinnahme in frühen Stadien der Abhängigkeit *wird von den Patienten nur selten als problematisch erlebt*, im Gegensatz zu ihren Therapeuten (Mah & Upshur, 2002, III; Poser & Poser, 1996; Wetterling et al, 2002)).Bei schädlichem Gebrauch von Sedativa/Hypnotika können diese einfach abgesetzt werden, was bei Abhängigkeit ein Kunstfehler wäre (A). /

Und genau da soll die gut lesbare und klare Warnung ansetzten. Dadurch wird auch gerade für die Patienten, denen das problematische an Ihrer Medikation bisher nicht erklärt wurde (z.B. Zeitmangel beim Arzt oder Apotheker) nochmal deutlich drauf Hingewiesen und ermutigt ein Gespräch dazu zu suchen. Selbiges gilt für Eltern von Jugendlichen und betreuende Kinder von älteren Menschen.

martin

Am 12.04.2010 06:31, schrieb Stefano:

Das bekomme ich im Berufsalltag eher anders mit.


Zumindest sollte man, bevor man überhaupt auf solch eine Idee kommt, etwas mehr als Anekdoten haben. Zum Beispiel Daten. Was du oder irgendjemand für Erfahrungen gemacht hat, sollte wirklich kein Gewicht haben, in einer Diskussion um ein Medizinisches Thema.

Jeder hat irgendwelche Geschichten auf Lager die die eine oder andere Seite bestärken. Aber, wie du wohl weißt, zählen in der Medizin nur harte Fakten, belegbare und reproduzierbare Daten. Die Schuldigkeit, eine Notwendigkeit und vor allem die Sicherheit zu belegen sollte bei den Vorschlagstellern liegen.

Meine Sorgen sind doch hoffentlich auch in deinen Augen berechtigt.


Gruß,
Stefano




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