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nrw-ak-drogen - Re: [NRW-AK-Drogen] Kritik: Warnhinweis auf Medikamenten mit Suchtpotenzial

nrw-ak-drogen AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Nrw-ak-drogen mailing list

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Re: [NRW-AK-Drogen] Kritik: Warnhinweis auf Medikamenten mit Suchtpotenzial


Chronologisch Thread 
  • From: Spiff Pirat <spiffpp AT yahoo.de>
  • To: Stefano <stefano.palazzo AT gmail.com>
  • Cc: nrw-ak-drogen AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [NRW-AK-Drogen] Kritik: Warnhinweis auf Medikamenten mit Suchtpotenzial
  • Date: Sun, 11 Apr 2010 16:05:54 +0000 (GMT)
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-ak-drogen>
  • List-id: <nrw-ak-drogen.lists.piratenpartei.de>

Hallo Stefano.

>> Meine Befürchtung ist, dass ein solcher Warnhinweis dem Patienten ein Gefühl von falscher Mündigkeit vermittelt, während er wirklich nicht in der Lage ist, irgendeine _Entscheidung_ aufgrund dieses Hinweises zu treffen.

Wir sind zu dem Schluß gekommen, daß wir genau das wollen: mündige Patienten. Unser Fokus lag heir nicht auf trivialen Krankheiten wie einer Erkältung oder einer Grippe, sondern auf schwer einschneidenden Krankheiten, die das weitere Leben des Patienten in seiner Gesamtheit stark beeinflußen. Meine Erfahrung ist, daß in diesem Bereich durch eine Behandlung die Situation des Patienten oft noch verschlimmert werden kann, weil die falsche Behandlungsmethode gewählt wird oder der Patient quasi entmündigt wird. Uns ist sehr wichtig, daß auch Patienten mit schweren Krankheiten die Möglichkeit haben, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und die Warnhinweise sind nur ein kleiner erster Schritt in diese Richtung.

Bis später,
Spiff

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Freiheit, für alle, für umsonst.

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Von: Stefano <stefano.palazzo AT gmail.com>
An: nrw-ak-drogen AT lists.piratenpartei.de
Gesendet: Sonntag, den 11. April 2010, 17:25:45 Uhr
Betreff: [NRW-AK-Drogen] Kritik: Warnhinweis auf Medikamenten mit Suchtpotenzial

Hallo Zusammen!

Ich mache mir Sorgen, dass diese Idee ausgesprochener Unsinn ist.

Meine Befürchtung ist, dass ein solcher Warnhinweis dem Patienten ein Gefühl von falscher Mündigkeit vermittelt, während er wirklich nicht in der Lage ist, irgendeine _Entscheidung_ aufgrund dieses Hinweises zu treffen. Es ist ein Trugschluss, wie ich vermute, dass dieser Warnhinweis gut für den Patienten wäre. Er würde den Eindruck bekommen, nun in die Entscheidungen seines Arztes eingreifen zu dürfen, was, wie ich vermute, ein großes Problem ist. Ohne eine informierte Ahnung von der Medizinischen Sinnhaftigkeit und vor allem der Verhältnismäßigkeit sollte eine solche Entscheidung nicht getroffen werden.

Klar, es gibt keine Möglichkeit Ärzte zu zwingen mit Patienten über die Sinnhaftigkeit der Verabreichung von Medikamenten mit Suchtpotential zu reden, aber:

Es wäre meiner Einschätzung nach weitaus gefährlicher, Patienten implizit vor eine Entscheidung zu stellen, die sie nicht in der Lage sind zu treffen.

Ein Patient kann schließlich, praktisch betrachtet - mit einer Abhängigkeit oft besser leben, als mit einem Herzinfarkt aufgrund einer Herzrhythmusstörung die nicht richtig behandelt wurde, weil das Medikament vielleicht abhängig macht.


Klar ist es besser, je mehr man erfährt. Sogar immer, meiner Ansicht nach. Es geht auch nicht darum, Informationen zurückzuhalten "die der Patient nicht handhaben kann"! (wichtig!)
Es geht viel mehr darum, dass ich glaube, dass die implizite Nachricht falsch und gefährlich ist.

Ich bin noch dabei, Daten zu sammeln und das Thema ausführlich zu erforschen. Leider hat die Literatur zu diesem Thema nicht viel zu bieten, wie es scheint. Es wäre sicherlich auch nicht verkehrt sich mit Ärztevereinigungen zusammenzusetzen.

Dies ist kein Thema des Verbraucherschutz, sonder der Medizin!

Seht das alles als informierte Einschätzung, ich behaupte noch nicht dass ich unbedingt Recht habe. Aber bei einer solchen Richtlinie sollte man wirklich Evidenz sammeln bevor man sie aufstellt. Wie die Medizin selbst sollte die Politik die sie umgibt Belegbasiert sein. Dass es gut klingt darf nicht reichen.

Ich werfe diese Gedanken einfach hier rein, in der Hoffnung am Ende näher an der Wahrheit zu sein.

Gruß,
Stefano

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