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crew-hauptmann-von-koepenick - Re: [Crew-Hauptmann-von-Koepenick] Anfrage Auto Zellmann

crew-hauptmann-von-koepenick AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Crew-hauptmann-von-koepenick mailing list

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Re: [Crew-Hauptmann-von-Koepenick] Anfrage Auto Zellmann


Chronologisch Thread 

Ein großer Dank gilt hier Moni, die das geschrieben hat :)

C.

Am 02.06.2012 um 08:40 schrieb Michael Böttcher:

> Hallo Corny,
>
> das liest sich wirklich gut.
>
> Michael
> Am 01.06.2012 22:29, schrieb Corny:
>> Hier die gewünschte Anfrage mit den Antworten.
>>
>> Frage 1) Wieso wollte die Fraktion der Piraten den Bebauungsplan für eine
>> Erweiterung des Autohauses Zellmann aufheben und an der bisherigen Planung
>> als Mischgebiet für Wohnraum und Gewerbe festhalten?
>> Antwort zu 1)
>> Der rechtsgültige Bebauungsplan XV-19 entstammt einem Prozess, in den die
>> Altglienicker und die ansässigen wirtschaftlichen Unternehmen neben den
>> Entscheidungsträgern im Bezirk eingebunden wurden.
>> Innerhalb dieses Prozesses gab es nach langwierigen Diskussionen eine
>> Einigung über die Festsetzung des Gebietes als Mischgebiet. Diese Einigung
>> wurde sowohl von den Bezirksverordneten, dem zuständigen Bezirksamt als
>> auch den Anwohnern und den ansässigen Wirtschaftsunternehmen getragen. Das
>> Verfahren, das der Eigentümer der betreffenden Grundstücke Manfred
>> Zellmann beantragt hat, dient der Umsetzung seines Vorhabens, einen
>> Verkaufspavillon sowie ein Reifenhotel mit Werkstatt und Aufstellflächen
>> zu errichten. Es wird bei Erfolg den ursprünglichen Beschluss aufheben und
>> zur Folge haben, dass das Mischgebiet in ein Gewerbegebiet umgewandelt
>> wird. Dieses klare Ziel ist Bestandteil des Vorhabens.
>>
>> Die Fraktion der Piraten Treptow-Köpenick ist der Ansicht, dass die damals
>> unter hoher Beteiligung getroffene Entscheidung zu Gunsten einer möglichen
>> Wohnbebauung im Bereich des Vorhabens nicht einfach aufgegeben werden
>> kann. Die Durchführung des Verfahrens mag dem geltenden Recht entsprechen,
>> als Bezirksverordnete stehen wir jedoch vor der Aufgabe die Interessen der
>> Bürger und somit der Altglienicker zu vertreten. Diese Interessen sehen
>> wir durch die übliche Durchführung des Verfahrens nicht ausreichend
>> gewahrt, da die gesetzlich gegebenen kurzen Fristen zur Beteiligung gemäß
>> § 2 BauGB keine ausreichende Auseinandersetzung mit dem Thema ermöglichen.
>> Darüber hinaus ist die Informationsverbreitung über diese Art von
>> möglicher Bürgerbeteiligung bei weitem verbesserungswürdig.
>>
>> Das Gebiet zwischen Rudower Straße und Semmelweisstraße von der Köpenicker
>> Straße bis zur Wegedornstraße hat sich in den letzten Jahren zu einem
>> Miteinander von Wohnen und Gewerbe entwickelt. Die lang brachliegenden
>> Flächen werden zur Bebauung mit Wohnungen genutzt, wie man in der
>> Semmelweisstraße als auch in der Pfarrförde erkennen kann. Es ist davon
>> auszugehen, dass sich dieser Prozess der Nutzung von brachliegenden
>> Flächen zur Wohnraumnutzung ausdehnen wird und somit auch den direkt
>> benachbarten Bereich der betreffenden Fläche bzw. sie selbst erreichen
>> wird. Das Gebiet wird nicht zuletzt durch die räumliche Nähe zum
>> WISTA-Gelände als auch zum zukünftigen Flughafen BER für Bauherren
>> interessant. Diese Entwicklung wird durch die Durchführung des Verfahrens
>> eingeschränkt, in dem für Wohnungsbau vorgesehene Flächen für die Bebauung
>> von Gewerbe freigegeben werden sollen.
>>
>> Wir sind der Auffassung, dass in diesem Fall das rein rechtliche Verfahren
>> nicht geeignet ist, um die Altglienicker ausreichend zu informieren und in
>> den Entscheidungsprozess einzubeziehen. Aufgrund des beschleunigten
>> Verfahrens wird die Entscheidung bereits vorliegen und die Baumaßnahmen
>> werden beginnen, bevor die Tragweite der Entscheidung jedem Beteiligten
>> klar ist.
>> Gerade die zukünftigen Bewohner der zurzeit im Bau befindlichen Wohnungen
>> in der Semmelweisstraße und der Pfarrförde haben keine Möglichkeit sich an
>> diesem Prozess zu beteiligen, obwohl sie durch die indirekte Nachbarschaft
>> vom Vorhaben wie auch von der durch das Vorhaben ausgelösten
>> Verkehrsentwicklung betroffen sind. Die Entscheidung, ob das momentane
>> Mischgebiet auch in Zukunft nicht mit Wohnungen, sondern mit Gewerbe
>> bebaut wird, sollte von den Altglienickern im Dialog mit den ansässigen
>> wirtschaftlichen Unternehmen getroffen werden und von den
>> Bezirksverordneten als Empfehlung für ihre dann zu treffende Entscheidung
>> aufgefasst werden. Den Entscheidungsprozess parallel zum laufenden,
>> beschleunigten Verfahren durchzuführen, bei dem das Verfahren und nicht
>> der Bürger das Tempo bestimmt, erscheint uns als politisch fragwürdig, da
>> der Investor dadurch bereits berechtigt ist, mit vorbereitenden Maßnahmen
>> zur Umsetzung seines Vorhabens zu beginnen. Der Platz für Wo!
>> hnbebauu
>> ng, der insbesondere in Altglienicke durch Gewerbe- und Industriegebiete
>> flankiert wird, wird immer geringer. Daher lohnt es sich, sich für jede
>> noch so kleine Fläche einzusetzen.
>>
>>
>> Frage 2) Was sind die Argumente der Piraten gegen die Expansionspläne des
>> Autohauses Zellmann in Altglienicke und gegen die Entstehung eines
>> Reifenlagers? Würde solch eine Entwicklung nicht auch zusätzliche
>> Arbeitsplätze und größeres Finanzvolumen für den Bezirk bedeuten?
>> Antwort zu 2)
>> Die Fraktion der Piraten Treptow-Köpenick hat grundsätzlich nichts gegen
>> Expansionspläne von Unternehmen einzuwenden. Wir lehnen lediglich die
>> Umwidmung des Bebauungsplanes vom Mischgebiet zum Gewerbegebiet ab. Unsere
>> bereits genannten Argumente der Würdigung der damals unter hoher
>> Beteiligung getroffenen Entscheidung, wie auch die direkte Einbeziehung
>> der Altglienicker in diese Entscheidung, sind allgemein gültig und würden
>> auch jeden anderen Investor betreffen, der durch Beantragung des
>> Verfahrens das Ziel der Umwidmung verfolgt.
>>
>> Die Firma Zellman ist ein langjährig in Altglienicke ansässiges
>> Unternehmen, das sich aktiv im Gemeindeleben engagiert und die durch das
>> Unternehmen geschaffenen Ausbildungs- und Arbeitsplätze sind ein Gewinn
>> für Altglienicke. Diese wirtschaftlichen Argumente können jedoch nicht
>> dazu führen, dass das Unternehmen einen Sonderstatus erhält. Ebenso kann
>> auch die Änderung der Konkurrenzsituation des Unternehmens nicht Grundlage
>> sein, Druck auf Verordnete und Altglienicker auszuüben, um eine Zustimmung
>> zum Vorhaben zu forcieren. Das widerspricht dem bisherigen gelebten
>> Miteinander von Wohnen und Gewerbe in Altglienicke.
>>
>> Darüber hinaus sind im Bezirk geeignete Flächen zur Bebauung vorhanden,
>> auf denen die Firma Zellmann ihr Vorhaben umsetzen könnte, man denke nur
>> an die Flächen am Großberliner Damm, die brachliegenden Flächen mit und
>> ohne Bebauung in Johannisthal und Schöneweide. Es ist wirtschaftlich
>> nachvollziehbar, dass das Unternehmen Zellmann dieses Vorhaben am
>> Stammsitz umsetzen möchte, aber dies wird nicht für jedes Unternehmen in
>> jedem Fall möglich sein. Hier sind die wirtschaftlichen Interessen mit den
>> Interessen der Altglienicker, insbesondere der Anwohner, abzuwägen.
>>
>> Angesichts der in der direkten Umgebung weiterhin brachliegenden Flächen
>> darf die Frage erlaubt sein, ob das Argument der Expansion am Stammsitz
>> zur Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen inklusive
>> Steuereinnahmen in den nächsten Jahren wiederum auf den Tisch kommt. Nach
>> unserer Überzeugung lässt sich der Anspruch auf Wohnraum nicht mit dem
>> Anspruch auf Arbeitsplätze aufwiegen. Die Bebauung mit Wohnraum dient
>> langfristig der Belebung des Ortsteils in wirtschaftlicher und
>> städtebaulicher Hinsicht. Gerade weil in Altglienicke die Nachfrage im
>> Einzelhandel auf niedrigem Niveau steht, wäre den Fokus auf Wohnungsbau zu
>> setzen nicht zum Nachteil des Bezirks.
>>
>>
>> Frage 3) Sind Sie insgesamt gegen die Ausweitung des motorisierten
>> Individualverkehrs?
>> Antwort zu 3)
>> Die Piratenpartei in Berlin ist für ein Miteinander der
>> Verkehrsteilnehmer, das schließt die Verbesserung und den Ausbau des
>> öffentlichen Nahverkehrs ein.
>>
>> Den Ausbau des motorisierten Individualverkehrs sehen wir mit Skepsis und
>> plädieren für einen Ausgleich zugunsten der anderen Verkehrsteilnehmer, ob
>> nun für Fußgänger, für Radfahrer oder für den ÖPNV. Wir wollen neue Wege
>> gehen, treten für Projekte wie den gemeinschaftlich finanzierten und damit
>> fahrscheinlosen ÖPNV ein oder für die Erprobung von Shared-Space.
>> Charakteristisch dabei ist das Fehlen von Verkehrszeichen, Signalanlagen
>> und Fahrbahnmarkierungen sowie die Gleichberechtigung der
>> Verkehrsteilnehmer – einsetzbar in Kiezbereichen, Marktplätzen, kleinen
>> Kreuzungen und bei gemischtem Verkehr im begrenzten Volumen.
>> Die von den Piraten beabsichtigte Richtung in der Verkehrspolitik dient
>> der Vermeidung von Individualverkehr, wobei wir hier ausdrücklich auf
>> Freiwilligkeit setzen, auf ein Umdenken der Menschen in Berlin selbst. Wir
>> gehen nicht davon aus, dass durch Verbote die Verkehrsentwicklung in eine
>> positive Richtung gelenkt werden kann, sondern setzen auch hier
>> mittelfristig auf eine frühzeitige und verbindlichere Einbindung der
>> Berliner bei der Verkehrsplanung.
>>
>>
>> Frage 4) Wie wird nach der zustimmenden Entscheidung der BVV von gestern
>> jetzt verfahren? Kann Zellmann unverzüglich mit der Bebauung loslegen?
>> Welche planungsrechtlichen Grundlagen müssen geschaffen werden?
>> Antwort zu 4)
>> Das Verfahren zur Erstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes wird
>> von der Abteilung für Bauen, Stadtentwicklung und Umwelt des Bezirksamtes
>> fortgeführt und das Vorhaben der Firma Zellmann nach behördlichen
>> Maßnahmen entsprechend § 12 BauGB geprüft. In Verbindung mit § 13a BauGB
>> wird der vorhabenbezogene Bebauungsplan X-19-1 VE ohne Umweltprüfung
>> aufgestellt. Dieser wird abschließend bei der
>> Bezirksverordnetenversammlung als Vorlage zur Beschlussfassung
>> eingereicht. Abhängig von den Entscheidungen der Abteilungen des
>> Bezirksamtes können vorbereitende Maßnahmen auch bereits vorher begonnen
>> werden. Bei Annahme der Vorlage zur Beschlussfassung seitens der
>> Bezirksverordnetenversammlung kann die Baufertigstellung und
>> Inbetriebnahme erfolgen.
>>
>>
>> Frage 5) Wann wird sich die BVV Treptow-Köpenick wieder mit dem Problem
>> beschäftigen?
>> Antwort zu 5)
>> Die Bezirksverordnetenversammlung Treptow Köpenick wird sich spätestens
>> mit der Einrichtung der Vorlage zur Beschlussfassung über den
>> vorhabenbezogenen Bebauungsplan in der BVV- Sitzung offiziell mit dem
>> Sachverhalt beschäftigen. Es ist davon auszugehen, dass diese Vorlage vor
>> Abstimmung in der Bezirksverordnetenversammlung im Ausschuss für
>> Stadtentwicklung und Tiefbau mit dem Ziel einer Beschlussempfehlung
>> diskutiert wird.
>> Unabhängig davon, ist davon auszugehen, dass uns Verordnete das Thema,
>> anhand von mündlichen Anfragen von Verordneten oder Anträgen der
>> jeweiligen Fraktionen, auch auf der nächsten
>> Bezirksverordnetenversammlung, am 14.06.2012, beschäftigen wird. Der
>> Sachverhalt an sich wird die BVV in Treptow-Köpenick auch mittelfristig
>> weiter beschäftigen, wenn über die Bebauung der angrenzenden Grundstücke
>> Fragen oder möglicherweise weitere Verfahren zutage treten.
>>
>>
>> Frage 6) Wie werden die Piraten jetzt weiter vorgehen? Gibt es noch
>> Spielraum, um die Erweiterung des Autohauses in Altglienicke doch noch zu
>> verhindern?
>> Antwort zu 6)
>> Zunächst werden wir uns kundig machen, inwieweit das jetzt weiter laufende
>> Verfahren für die Bürger und Anwohner transparent und nachvollziehbar
>> gestaltet werden kann. Welche rechtlichen und parlamentarischen
>> Möglichkeiten bestehen, um die Informationen aus dem Verfahren möglichst
>> kurzfristig und weit verbreiten zu können. Innerhalb der Veranstaltung
>> "Runder Tisch Altglienicke" im FamilienBegegnungszentrum Altglienicke des
>> Vereins Offensiv ’91 e.V., Köpenicker Straße 42, 12524 Berlin, am
>> 15.06.2012, um 17:00 Uhr werden wir mit den Bürgern in Dialog treten und
>> uns dafür einsetzen, ihre Fragen, Anliegen und Vorschläge in den Prozess
>> einfließen zu lassen. Abschließend wird darüber in der BVV entschieden,
>> wenn der vorhabenbezogene Bebauungsplan eingereicht und abgestimmt werden
>> soll.
>>
>> Wir möchten betonen, dass es uns nicht um die Verhinderung der Erweiterung
>> eines wirtschaftlichen Unternehmens geht, sondern um die in unseren Augen
>> nicht ausreichend beachtete Entscheidung, die zur Aufstellung des
>> bestehenden Bebauungsplanes XV-19 geführt hat. Eine frühzeitigere
>> Unterrichtung der Altglienicker und Durchführung einer
>> Informationsveranstaltung im betreffenden Gebiet vor Beginn der
>> offiziellen Bürgerbeteiligung gemäß § 3 BauGB Aufstellung eines
>> vorhabenbezogenen Bebauungsplanes (
>> https://www.berlin.de/ba-treptow-koepenick/organisationseinheiten/stadtplverm/beteiligung_xv-19-1ve.html
>> ), vom 23.04. bis zum 11.05.2012, wäre für das Bezirksamt möglich
>> gewesen, das den entsprechenden Beschluss bereits am 27.03.2012 getroffen
>> hat. Diese Informationsveranstaltung hätte zur besseren Verbreitung der
>> Information !
>> über da
>> s Verfahren wie auch zu einem frühzeitigen Dialog zwischen dem Unternehmen
>> Zellmann, den Bürgern sowie den Bezirksverordneten und dem Bezirksamt
>> geführt.
>>
>> Grüße,
>> Corny
>>
>>
>>
>> pirat_c AT online.de
>>
>>
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> Crew-Hauptmann-von-Koepenick mailing list
> Crew-Hauptmann-von-Koepenick AT lists.piratenpartei.de
> https://service.piratenpartei.de/listinfo/crew-hauptmann-von-koepenick

Corny


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